CHIANG MAI, Thailand – Ermittler gehen gegen ein mutmaßliches Netzwerk vor, das rund 5.000 Migranten zu thailändischen Ausweisen verholfen haben soll. Bei Razzien an 35 Orten nahmen die Behörden 20 Verdächtige fest, darunter mehrere lokale Amtsträger. Im Mittelpunkt stehen Ausweise der Kategorie 0, deren Ausstellung auf Bezirksebene kontrolliert wird.
Rund 5.000 Migranten sollen Ausweise erhalten haben
Die Ermittler vermuten, dass zwischen 2018 und 2022 im Bezirk Chai Prakan etwa 5.000 Migranten Ausweise erhielten, auf die sie keinen Anspruch hatten. Betroffen sind sogenannte Kategorie-0-Ausweise für Menschen, deren Personenstand noch nicht geklärt ist.
Nach dem bisherigen Ermittlungsstand wurden die Einträge genutzt, um den Antragstellern einen gemeldeten Wohnsitz auf dem Papier zu verschaffen. Die Behörden prüfen nun, wie die Dokumente ausgestellt werden konnten.
20 Verdächtige bei Razzien festgenommen
Für die Durchsuchungen an 35 Orten waren rund 200 Polizisten und Verwaltungsmitarbeiter im Einsatz. Unter den 20 Festgenommenen befinden sich ein ehemaliger stellvertretender Bezirkschef von Chai Prakan, ein Leiter eines Unterbezirks und ein Dorfvorsteher.
Die Behörden nahmen außerdem acht thailändische Hausbesitzer und neun Staatsangehörige aus Myanmar fest. Die Vorwürfe gegen die Beteiligten stehen im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Ausstellung der Ausweise.
Hausbesitzer sollen Adressen bereitgestellt haben
Die acht thailändischen Hausbesitzer werden beschuldigt, ihre Adressen für die Anträge zur Verfügung gestellt zu haben. Dadurch wirkten die Unterlagen wie eine rechtmäßige Registrierung.
Mit der eingetragenen Adresse erhielten die Antragsteller auf dem Papier einen Wohnsitz. Welche Rolle die einzelnen Verdächtigen genau gespielt haben, ist Gegenstand der Ermittlungen.
Separater Fall in derselben Provinz
Der aktuelle Einsatz folgt auf einen anderen Fall in Chiang Mai. Das Innenministerium hatte im Mai unter dem Namen „Revealing the Dragon’s Shadow“ Festnahmen bekannt gegeben; die Ergebnisse wurden im Büro der Regionalstelle 5 der Nationalen Antikorruptionskommission in Chiang Mai vorgestellt.
Im Mittelpunkt standen ein stellvertretender Bezirkschef des Bezirks Hot, der zuvor stellvertretender Bezirkschef in Chiang Dao gewesen war, sowie ein Mitarbeiter des Bezirks Chiang Dao. Beide sollen Personenstandsunterlagen für Sun Mingchen gefälscht haben.
Chinesischer Staatsbürger bereits angeklagt
Sun Mingchen ist chinesischer Staatsbürger und sieht sich bereits mit Anklagen wegen militärischer Waffen sowie explosiver Materialien konfrontiert. Der Fall um seine Unterlagen steht nach Angaben der Behörden in Verbindung mit den beiden festgenommenen Beamten.
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Die Ermittlungen zu den gefälschten Personenstandsunterlagen und zur mutmaßlichen Vergabe thailändischer Ausweise laufen getrennt, weisen aber auf dieselbe Schwachstelle hin.
Kontrolle über wichtige Dokumente auf Bezirksebene
Thailändische Staatsbürgerschaftsunterlagen werden auf Bezirksebene ausgestellt. Damit liegt die Kontrolle über Dokumente mit lebenslangen rechtlichen Folgen bei einer kleinen Zahl lokaler Amtsträger.
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Die beiden Fälle in Chiang Mai zeigen nach Einschätzung der Ermittler, wie diese Zuständigkeit für falsche Einträge und mutmaßliche Bestechung genutzt worden sein könnte. Die Behörden gehen den Vorgängen weiter nach.

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