CHIANG MAI, THAILAND – Bei einer Operation gegen mutmaßlichen Missbrauch sogenannter „Nullkarten“ sind in Chai Prakan 20 Verdächtige festgenommen worden. Im Mittelpunkt stehen ein ehemaliger Bezirksbeamter, lokale Amtsträger, mehrere als Zeugen eingesetzte Haushaltsvorstände und neun Bürger Myanmars. Die Behörden prüfen insgesamt 5.044 umstrittene Registereinträge.
20 Festnahmen bei Operation in Chai Prakan
Die Behörden leiteten am 26. August 2026 die Operation „Scharfe Kontrolle Chai Prakan“ ein. Festgenommen wurden ein ehemaliger Bezirksbeamter, ein Unterbezirksvorsteher, ein Dorfvorsteher, acht Haushaltsvorstände als bestätigende Zeugen und neun Bürger Myanmars, denen die unrechtmäßige Nutzung von Identitätsdaten vorgeworfen wird.
Insgesamt lagen 36 Haftbefehle und zwölf Durchsuchungsbeschlüsse vor. Die Haftbefehle richten sich gegen einen Staatsbediensteten, elf bestätigende Zeugen und 23 ausländische Beschuldigte.
5.044 Registereinträge im Visier
Ausgangspunkt war die Prüfung von 5.044 Einträgen für Personen ohne registrierten Status in Chai Prakan. Die Untersuchung wurde nach Informationen der Nationalen Antikorruptionskommission eingeleitet, war bislang aber nicht vorangekommen.
Zusätzliche Hinweise erhielt das Zentrum DOPA N.I.C.E. Demnach soll ein chinesischer Staatsangehöriger im selben Gebiet einen solchen Registereintrag beantragt und dafür 100.000 Baht bezahlt haben.
Fingerabdrücke sollen Kontrolle umgangen haben
Nach den Ermittlungen besteht der Verdacht, dass Fingerabdrücke absichtlich unvollständig erfasst wurden. Dadurch sollte verhindert werden, dass das Melderegister eine Übereinstimmung mit bereits erfassten Ausländern erkennt.
Außerdem wurden unterschiedliche Vornamen in Reisepässen und sogenannten Nullkarten vergeben. Für mehrere Personen soll der Eintrag in Haushalten bestätigt worden sein, obwohl sie dort nicht lebten und an den angegebenen Orten keine tatsächlichen Häuser standen.
Unterlagen verschwanden fast vollständig
In den betroffenen Haushalten fanden sich ungewöhnlich viele Einträge ausländischer Personen. Zugleich waren fast alle relevanten Unterlagen zur Registrierung verschwunden.
Dokumente wie Identitätsbescheinigungen, Reisepässe und Arbeitskarten für ausländische Beschäftigte weisen laut den Ermittlern darauf hin, dass mehrere Betroffene andere Staatsangehörigkeiten hatten. Die Behörden sehen darin Anzeichen für die unrechtmäßige Ausstellung von Registerunterlagen und Nullkarten.
Ermittlungen wegen gefälschter Registerangaben
Das Department of Provincial Administration und der Bezirk Chai Prakan erstatteten am 23. August 2026 bei der Polizei in Chai Prakan Anzeige. Die Vorwürfe richten sich gegen Haushaltsvorstände, Personen, die Einträge bestätigten, ausländische Beschuldigte und beteiligte Staatsbedienstete.
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Geprüft werden unter anderem falsche Angaben gegenüber Amtsträgern, die unrechtmäßige Aufnahme von Namen in Haushaltsregister sowie der Missbrauch öffentlicher Funktionen. Auch die Bestätigung falscher Dokumente durch Amtsträger ist Teil der Ermittlungen.Genannt werden zudem Verstöße nach § 50 des Gesetzes über die Einwohnerregistrierung von 1991 sowie nach den §§ 137, 267, 157 und 162 des Strafgesetzbuchs.
74 Einträge bereits aufgehoben
Bei 74 geprüften Einträgen stellten die Behörden bereits Rechtsverstöße fest. Die Bezirksverwaltung Chai Prakan löschte, annullierte und widerrief die unrechtmäßig erlangten Registerangaben.
Für weitere 23 Einträge im Zusammenhang mit den Festnahmen vom 26. August sollen dieselben Schritte rasch folgen. Die übrigen 4.947 verdächtigen Einträge werden während der weiteren Prüfung mit einem Warnhinweis versehen.
Weitere Prüfungen und Disziplinarmaßnahmen
Die Provinz Chiang Mai soll ein Arbeitsteam einsetzen, das die Hintergründe der Einträge untersucht. Werden weitere unrechtmäßige Registrierungen festgestellt, sollen auch diese gelöscht, annulliert oder widerrufen werden.
Gegen zusätzlich identifizierte Staatsbedienstete kündigten die Behörden disziplinarische und strafrechtliche Maßnahmen an.
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