Thailand greift bei ausländischen Gründern durch!

Thailand will den Missbrauch durch Strohmänner stoppen: Seit dem 1. August müssen ausländische Investoren genaue Nachweise liefern – auch zu Kontobewegungen.

Thailand greift bei ausländischen Gründern durch!
Pattaya Mail

BANGKOK – Thailands Regierung zieht die Daumenschrauben an: Ab sofort müssen Unternehmen bei ausländischer Beteiligung detaillierte Kontoauszüge der letzten drei Monate vorlegen. Ziel der neuen Prüfpflicht ist es, verschleierte Strohmann-Geschäfte aufzudecken, ohne rechtmäßige Investoren zu behindern. Die Regelung trat am 1. August 2026 in Kraft.

Drei Monate auf dem Prüfstand

Wer ausländisches Kapital einbringt oder zeichnungsberechtigt wird, muss der Abteilung für Geschäftsentwicklung künftig einen Investitionsnachweis liefern. Dazu gehören die vollständigen Bankauszüge der letzten drei Monate – sowohl von den thailändischen Einzahlern als auch von den Empfängern des Kapitals. Die Beamten wollen so die tatsächliche Herkunft der Gelder nachvollziehen können.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Lalida Periwattana betonte, dass diese Dokumentenpflicht keine Schikane für ehrliche Unternehmer sei. Vielmehr solle verhindert werden, dass Thailänder als verdeckte Treuhänder für ausländische Firmen auftreten und das Wirtschaftssystem unterlaufen.

Druck auf Strohmann-Netzwerke

Bisher konzentrierte sich die Kontrolle vor allem auf den Gründungszeitpunkt einer Firma. Diese Lücke nutzten findige Konstrukteure, um formell saubere Strukturen aufzusetzen und später die Gesellschafter oder Geschäftsführer auszutauschen. Der neue Befehl 2/2569 des zentralen Partnerschafts- und Firmenregisters weitet die Prüfung nun auf den gesamten Lebenszyklus einer juristischen Person aus.

Lalida erklärte, dass man nicht mehr nur auf den Tag der Gründung schaue, sondern auch auf spätere Änderungen bei Aktionären, Geschäftsführern und Zeichnungsberechtigten. Wer nach der Registrierung die Eigentümerstruktur umbaut, um Kontrollen zu umgehen, gerät damit ins Visier der Ermittler.

Behörden vernetzen ihre Datenbanken

Um Strohmann-Operationen effizienter aufzuspüren, treibt die Regierung die Verknüpfung von Behördendaten voran. Die Abteilung für Geschäftsentwicklung, das Grundbuchamt und weitere zuständige Stellen gleichen künftig Informationen über Immobilienbesitz und Identitäten ab. Hintergrund ist der Verdacht, dass Firmen gezielt als Vehikel für den missbräuchlichen Landerwerb durch Ausländer genutzt werden.

Zusätzlich prüft das Handelsministerium die Identität der Aktionäre künftig über die Datenbank des Zivilregisters. Damit soll sichergestellt werden, dass als Anteilseigner keine fiktiven oder nicht existierenden Personen eingetragen sind.

Warnhinweis auf Aktionärslisten

Ab sofort erhalten Kopien von Aktionärslisten einen amtlichen Vermerk. Das Ministerium will damit klarstellen, dass es sich bei diesen Unterlagen lediglich um hinterlegte Dokumente handelt – nicht um eine Bescheinigung über den aktuellen Status der Anteilseigner. Für die tatsächliche Zusammensetzung ist das vom Unternehmen geführte Aktienregister maßgeblich.

Diese Korrektur soll verhindern, dass gefälschte oder veraltete Listen als offizieller Nachweis für Strohmann-Strukturen herhalten. Die Öffentlichkeit solle „korrekt verstehen, was das Dokument aussagt und was nicht“, so die Regierungssprecherin.

Fast 120.000 Firmen mit Auslandsquote unter 50 Prozent

In Thailand sind derzeit über eine Million juristische Personen aktiv. 119.116 Unternehmen weisen einen ausländischen Anteil von maximal 49,99 Prozent auf – genau jenen Grenzwert, der oft mit Nominee-Konstruktionen in Verbindung gebracht wird. Lalida warnte jedoch vor voreiligen Schlüssen und betonte, dass diese Zahl nur der Risikobewertung diene.

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ZUM ANGEBOT

Es bedeute nicht automatisch, dass all diese Firmen gegen das Gesetz verstoßen. Die Beamten prüften jeden Fall individuell auf Basis von Beweisen und Fakten, so die Sprecherin. Pauschale Verdächtigungen gegen Investoren mit Minderheitsbeteiligungen seien nicht Ziel der Verschärfung.

Regierung verspricht faires Investitionsklima

Die Maßnahmen sollen nach Regierungsangaben Transparenz schaffen und redliche Unternehmer vor unfairem Wettbewerb schützen. Man sei bereit, thailändischen und ausländischen Investoren alle Erleichterungen zu bieten, solange sie sich an die rechtlichen Vorgaben hielten. Gleichzeitig wolle man Handlungen unterbinden, die das Wirtschaftssystem des Landes ausnutzten.

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Zudem prüfen die Behörden verstärkt die Herkunft von Investitionsgeldern.

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Quelle: Thairath

2 Kommentare zu „Thailand greift bei ausländischen Gründern durch!

  1. Man kann es nur zu Kenntnis nehmen, dass diese Regierung die schon seit gefühlt ewigen Zeiten bestehenden Gesetze und die bislang genausolang geduldete Missachtung beendet und nun knallhart durchsetzt. Verlieren werden zuerst einmal all diejenigen Ausländer die das Risiko eingegangen sind auf eine weitere Tolerierung zu vertrauen. Erst mittel- und langfristig werden auch die Thailänder und die Wirtschaft verlieren. Vermutlich nicht viele halbwegs vernünftige Investoren werden ihr Kapital in eine echte Minderheitsbeteiligung investieren. Wie sowas nicht nur bei Hinz und Kurz ziemlich schief gehen kann zeigen die etwas bekannteren Beispiele von ThaiBev mit Carlsberg und Pepsi.

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