Thailand nimmt Liefer-Giganten ins Visier

Zwei Giganten teilen den Markt unter sich auf. Fahrer und Lokale klagen über unfaire Methoden – jetzt schreitet Thailands Behörde ein.

Thailand nimmt Liefer-Giganten ins Visier
Nation

BANGKOK – Die Wettbewerbsbehörde plant neue Regeln für Fahrdienste und Lieferplattformen. Der Markt wird inzwischen von zwei großen Anbietern dominiert; die Behörde sieht Probleme bei Gebühren, Algorithmen und Wettbewerbsbedingungen. Die geplanten Vorgaben sollen Plattformgebühren, Geschäftsbedingungen und Sicherheitsstandards regeln.

Werbeanzeige
Werbeanzeige

Zwei Plattformen dominieren den Markt

Mehrere große Anbieter haben Thailand in den vergangenen drei Jahren verlassen. Dadurch konzentrieren sich Fahrdienste und Lieferangebote, darunter Essenslieferungen, auf zwei große Plattformen. Die Trade Competition Commission of Thailand (TCCT) spricht von einem Duopol.

Der app-basierte Fahrdienstmarkt hatte 2025 ein Volumen von rund 45 Milliarden Baht. Mehr als 400.000 Fahrer sind derzeit in diesem Bereich tätig. Bis 2029 soll der Markt auf mehr als 49 Milliarden Baht wachsen.

Werbeanzeige
Werbeanzeige

17 Beschwerden über Essensplattformen

Nach dem starken Wachstum der Essenslieferungen seit der Covid-19-Pandemie häuften sich laut TCCT die Probleme von Restaurants und Lieferfahrern im Umgang mit den Plattformen. Die Behörde hatte Ende 2020 bereits Leitlinien gegen möglicherweise unfaire Geschäftspraktiken zwischen Plattformen und Restaurants erlassen.

Zwischen dem Inkrafttreten dieser Leitlinien im Dezember 2020 und August 2026 gingen beim Büro der Wettbewerbskommission 17 Beschwerden über Essenslieferplattformen ein. Die Zahl könnte mit dem weiteren Marktwachstum und dem veränderten Verbraucherverhalten steigen.

Werbeanzeige
Werbeanzeige

Gebühren und Algorithmen im Visier

Die Behörde prüft die sogenannten GP-Gebühren, die einige Betreiber als unfair ansehen. Auch Werbe- und Aktionsgebühren sowie Bedingungen, die Restaurants oder andere Anbieter an eine exklusive Nutzung binden, sollen erfasst werden.

Bei den Algorithmen geht es unter anderem um verpflichtende Sammelaufträge. Dabei muss ein Fahrer Bestellungen bei zwei Restaurants abholen und an zwei verschiedene Ziele bringen, erhält aber weniger Geld pro Fahrt. Geprüft werden auch bevorzugte Aufträge für Fahrer mit höherem Plattformstatus, fehlerhafte GPS-Berechnungen und irreführende Benutzeroberflächen.

Werbeanzeige
Werbeanzeige

Unterschiedliche Kosten für Taxis und Privatwagen

Die TCCT sieht außerdem Unterschiede zwischen gesetzlich zugelassenen öffentlichen Taxis und Privatfahrzeugen, die über Apps Fahrgäste befördern. Öffentliche Taxis müssen strenge gesetzliche Vorgaben erfüllen, während für private Fahrzeuge andere Kosten und Pflichten gelten können.

Nach Einschätzung der Behörde kann dadurch ein ungleiches Wettbewerbsfeld zwischen herkömmlichen Verkehrsbetreibern und plattformbasierten Dienstleistern entstehen. Die Leitlinien aus dem Jahr 2020 deckten Fahrdienste und das gesamte Angebot an Lieferdiensten noch nicht ab.

Werbeanzeige
Werbeanzeige

Neue Standards für Plattformen

Die geplanten Anforderungen sollen auch Preisgleichheitsklauseln erfassen. Solche Vorgaben verpflichten Anbieter, über alle Vertriebskanäle hinweg dieselben Preise zu verlangen. Ebenfalls geprüft wird, ob Plattformen eigene Produkte oder Dienstleistungen in den Suchergebnissen vor konkurrierenden Angeboten anzeigen oder höher platzieren.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Zusätzlich sind Regeln zur Sicherheit von Fahrzeugen und Fahrern, zur Überprüfung der Identität von Dienstleistern und zur transparenten Offenlegung von Serviceinformationen vorgesehen. Plattformen sollen außerdem Verkehrsdaten aus Computersystemen aufbewahren, wenn Strafverfolgungsbehörden diese benötigen.

Werbeanzeige
Werbeanzeige

Öffentliche Beratung bis Ende August

Warawan Chitaroon, ein Mitglied der thailändischen Wettbewerbskommission, leitete 2026 die erste Sitzung des Unterausschusses, der Leitlinien und einen Aktionsplan für den Wettbewerb bei app-basierten Fahrdiensten erarbeitet. Das Gremium stimmte dem Dokument „Standard Service Requirements for the Digital Platform Ecosystem for Ride-Hailing and On-Demand Delivery Services“ grundsätzlich zu.Die Anforderungen sollen anschließend in einen formellen Verhaltenskodex für die Branche überführt werden.

Bis zum 31. August 2026 können Stellungnahmen über die Internetseite www.tcct.or.th oder per E-Mail an [email protected] eingereicht werden. Die neuen Anforderungen sollen bis Ende September 2026 veröffentlicht werden.

Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Nation (Business) Thailand

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Daten bleiben 30 Tage lokal im Browser-Cookie.