Thailand versteigert Ben Smith Luxusyacht für 600 Millionen Baht

Staatliche Fahnder versteigern die 600-Millionen-Baht-Jacht ATLAS aus einem gigantischen Betrugsfall. Kommt es bei der öffentlichen Auktion zum erhofften Rekorderlös oder droht ein Fiasko für die Ermittler im Kampf gegen Cyberkriminelle?

Thailand versteigert Ben Smith Luxusyacht für 600 Millionen Baht
Matichon, Thai Examiner

BANGKOK, Thailand – Thailands Behörden machen ernst: Die Anti-Geldwäsche-Behörde AMLO versteigert eine 600 Millionen Baht teure Superyacht, die im Zuge der Mega-Ermittlungen gegen das Netzwerk von Ben Smith beschlagnahmt wurde. Der Fall hat bereits zu Vermögensarresterungen von über 20 Milliarden Baht geführt.

51-Meter-Luxusyacht kommt unter den Hammer

Die Auktion der „ATLAS“ ist eine der sichtbarsten Maßnahmen im größten Finanzkriminalitätsfall des Landes. Das AMLO gab den Verkauf des 2017 gebauten Schiffs samt einem Begleitboot bekannt.

Die mündliche Versteigerung wurde am 12. Juni angekündigt. Allein der Schätzwert der Yacht liegt bei 600 Millionen Baht.

Auch ein Luxus-Beiboot wird versteigert

Neben der Hauptyacht kommt auch die „ATLAS STRIDER“ unter den Hammer. Dabei handelt es sich um ein in Italien gebautes Luxus-Festrumpfschlauchboot der SACS-Strider-Reihe.

Der Wert des Begleitschiffs wird auf 8,1 Millionen Baht beziffert. Es diente üblicherweise als Tender für die große Superyacht.

Das steckt hinter der Beschlagnahmung

Die Yacht gehört nach Ermittlerangaben der Ehefrau von Benjamin Mauerberger, besser bekannt als Ben Smith. Der gebürtige Südafrikaner steht im Zentrum eines riesigen transnationalen Betrugsnetzwerks.

Die thailändischen Behörden brachten Smith mit dem kambodschanischen Geschäftsmann Yim Liak in Verbindung. Gemeinsam sollen sie Erlöse aus Cyberbetrug in ganz Südostasien gewaschen haben.

Netzwerk steht unter massivem Druck

Premierminister Anutin Charnvirakul persönlich hatte am 9. April das Ausmaß der Operation bekannt gegeben. Die Ermittler konfiszierten demnach in zwei großen Wellen Vermögenswerte.

Zuerst wurden 68 Posten im Wert von 12 Milliarden Baht eingefroren. Eine zweite Welle brachte weitere 34 Posten im Wert von 8,2 Milliarden Baht.

Milliarden-Beute in mehreren Wellen gesichert

Insgesamt überstiegen die Arreste 20 Milliarden Baht. Der Premier wies die Behörden an, die harte Linie fortzusetzen – und zwar nach dem Prinzip „Verhalten, nicht Identität“.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Ziel ist es, die Rechte der Opfer zu schützen und sie, wo gesetzlich möglich, aus den konfiszierten Mitteln zu entschädigen.

Nicht nur Yachten, auch Luxusvillen und Aktien

Die beschlagnahmten Vermögenswerte gehen weit über Schiffe hinaus. Ermittler sicherten hochwertige Grundstücke und Luxus-Eigentumswohnungen in ganz Thailand.

Dazu kamen hochkarätige Fahrzeuge, Bankguthaben und Wertpapierdepots. Allein die zweite Welle enthielt 7,72 Milliarden Baht an liquiden Mitteln.

Haftbefehle und internationale Fahndung

Gegen Ben Smith und seine Frau Cattaliya Beevor, auch bekannt als Katreeya, liegen thailändische Haftbefehle vor. Die Polizei schaltete Interpol ein.

Mittlerweile läuft eine internationale Red Notice. Das Paar soll Thailand vor der Zuspitzung der Maßnahmen verlassen haben und sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufhalten.

Die Auktion ist nur ein Teil der Abrechnung

Der Verkauf der „ATLAS“ ist ein Meilenstein im laufenden Asset-Recovery-Programm. Die Behörden werten die Versteigerung als klares Signal an alle Täter.

Der Fall hat sich zu einer der bedeutendsten Finanzermittlungen des Landes entwickelt, mit einem Gesamtwert aller gesicherten Netzwerk-Vermögen von über 20,39 Milliarden Baht.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Thai Examiner

Ein Kommentar zu „Thailand versteigert Ben Smith Luxusyacht für 600 Millionen Baht

  1. Ich habe ja keine Ahnung wieviel Dreck am Stecken dieser Benjamin Mauerberger und seine Frau haben. Aber soweit ich das bisher verstanden habe, werden diese beiden aktuell lediglich beschuldigt und per Haftbefehl gesucht. Aber das reicht offensichtlich schon aus, damit man beschlagnahmte Werte zu Geld macht. Und ich naiver Tropf dachte immer es braucht zuerst einmal eine Verurteilung der Beschuldigten um beschlagnahmte Werte auch wirklich einkassieren zu können. Da sieht man mal wieder wie unterschiedlich man einen Rechtsstaat interpretieren kann.

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Daten bleiben 30 Tage lokal im Browser-Cookie.