BANGKOK – Thaksin hat seinen Anwalt Winyat Chatmontree beauftragt, einen Antrag auf Amnestie einzureichen. Kurz nachdem am 30. Oktober Berichte über angeblichen Druck auf Regierungsvertreter und Ausschussmitglieder aufgetaucht waren, wies Julapun die Vorwürfe zurück. Vor dem Misstrauensverfahren vom 7. bis 11. Dezember geht es damit auch um den Zusammenhalt der Koalition.
Antrag wartet auf Prüfung im Ausschuss
Der Antrag ist an den Ausschuss zur Förderung einer friedlichen Gesellschaft gerichtet, dessen Vorsitzender Pakorn Nilprapunt ist. Thaksin will damit eine Entscheidung darüber erreichen, ob ihm nach dem Gesetz zur Förderung einer friedlichen Gesellschaft von 2026 Amnestie und Befreiung von rechtlicher Verantwortung zustehen. Ziel sei es, seinen Namen in Fällen reinzuwaschen, die er für politisch motiviert hält.
Bevor der Gesamtausschuss entscheidet, muss ein Prüfunterausschuss den Antrag bewerten. Dieser wird von Piyasiri Watthanawarangkun geleitet, dem Ständigen Sekretär des Justizministeriums. Julapun bezeichnete es als rechtlichen Anspruch von Menschen, die von politischen Ereignissen und Militärputschen betroffen waren, nach diesem Gesetz Erleichterung zu suchen.
Vorwürfe: Stimmen gegen Posten und Unterstützung
Die Berichte vom 30. Oktober behaupten, Thaksin habe versucht, Regierungsvertreter und Mitglieder des Ausschusses unter Druck zu setzen, den Antrag anzunehmen. Die 74 Abgeordneten der Pheu-Thai-Partei sollen dabei als Druckmittel gedient haben.
Im Gegenzug sollte den Berichten zufolge die Unterstützung im Parlament für Premierminister Anutin Charnvirakul und die Minister der Bhumjaithai-Partei angeboten werden, insgesamt 18 Amtsträger. Julapun wies jede Form eines solchen Handels zurück. Die Beziehung zwischen Pheu Thai und Bhumjaithai beruhe bereits auf ihrer gemeinsamen Regierungsarbeit.
Kla Tham und Thamanat Prompow im Fokus
Die Berichte nennen auch Versuche, Hauptmann Thamanat Prompow unter Druck zu setzen. Er führt die Kla-Tham-Partei, die 58 Abgeordnete hat. Ob die Partei an der Regierung beteiligt wird, ist weiterhin offen.
Thamanat soll an dem angeblichen Vorschlag zu diesem Zeitpunkt kein Interesse gehabt haben.
Keine Gespräche über eine neue Koalition
Gefragt nach Spekulationen, Kla Tham könnte der Regierung beitreten, und nach möglichen Änderungen im Landwirtschaftsministerium betonte Julapun, dass die Zusammensetzung der Koalition beim Premierminister liegt. Pheu Thai werde sich in diese Entscheidung nicht einmischen.
Koalitionspartner müssten allerdings ein Signal vom Premierminister bekommen, bevor es Gespräche gebe. Julapun stellte klar, dass bisher keine solchen Gespräche stattgefunden haben.
Pheu Thai stellt sich hinter das Agrarministerium
Julapun sprach allen drei Ministern im Landwirtschafts- und Genossenschaftsministerium sein Vertrauen aus. Der Minister bringe viel Erfahrung aus der Leitung mehrerer großer Ministerien mit. Die beiden stellvertretenden Minister seien zwar neu im Ministeramt, wollten aber greifbare Ergebnisse liefern.
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Pheu Thai sehe deshalb keinen Bedarf, das Ministerteam zu verändern. Minister sollten ihre Leistung zwar ständig überprüfen, die Arbeit im Ministerium laufe nach Julapuns Angaben aber reibungslos.
Arbeitsmarkt und neuer Sozialversicherungsrat
Auf Fragen nach möglichen Entlassungen zum Jahresende und Bonusforderungen von Beschäftigten bezeichnete Julapun die Arbeitslosenquote in Thailand als sehr niedrig. Das Arbeitsministerium setze auf Weiterbildung und Umschulung, um das Humankapital zu stärken und die Produktivität an die sich wandelnde Wirtschaft anzupassen.
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Zur Bestätigung des neuen Sozialversicherungsrats teilte Julapun mit, der Ständige Sekretär des Arbeitsministeriums habe für Anfang November ein Treffen angesetzt. Danach werde mehr Klarheit erwartet. Die nächste Sitzung des Rats soll mit der neuen Besetzung stattfinden.

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