THAILAND/GROSSBRITANNIEN – An britischen Flughäfen sind im vergangenen Jahr 976 mutmaßliche Kuriere festgenommen worden, die Cannabis aus dem Ausland ins Land bringen wollten. Die große Mehrheit kam aus Thailand. Das geht aus Polizeizahlen hervor. Für Reisende ist wichtig: Der Anbau von Cannabis ist in Thailand seit 2022 erlaubt, die Ausfuhr ohne Genehmigung bleibt jedoch illegal.
976 Festnahmen an britischen Flughäfen
Die Zahl der Festnahmen stieg von 142 im Jahr 2023 auf 976 im vergangenen Jahr. In den sechs Monaten bis Juni wurden bereits 600 weitere mutmaßliche Kuriere festgenommen.
Einige Verdächtige wurden laut der britischen National Crime Agency auch auf Zwischenstationen gestoppt, darunter an Flughäfen in der Türkei, in Georgien und in Sri Lanka.
Thailand bleibt für Kuriere ein wichtiges Ziel
In Thailand wurde der Cannabisanbau nach der Entkriminalisierung im Jahr 2022 legal. Das größere Angebot ließ die Preise sinken und wird mit einem starken Anstieg illegaler Ausfuhrversuche in Verbindung gebracht.
Reisende sollten deshalb nicht davon ausgehen, dass offen verkaufte Cannabisprodukte legal aus Thailand ausgeführt werden dürfen. Ohne Genehmigung bleibt die Mitnahme aus dem Land verboten.
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Organisierte Gruppen suchen laut der National Crime Agency über Plattformen wie Snapchat und TikTok nach Kurieren. Angeboten werden einwöchige Thailand-Reisen mit Flug, Hotel und zusätzlichem Geld für Ausgaben.
Im Gegenzug sollen die angeworbenen Personen Cannabis im Gepäck nach Großbritannien bringen. Nach der Rückkehr können ihnen bis zu 5.000 Pfund angeboten werden. Manche Kuriere werden laut der Behörde unter Druck gesetzt und mit Gewalt bedroht.
Bis zu 14 Jahre Haft in Großbritannien
Paul Pantry, Leiter für Grenzrisiken bei der National Crime Agency, warnte, die Kuriere hätten keine Kontrolle darüber, wie sie zurückfliegen. Sobald sie sich auf den Transport einließen, gebe es für sie oft keinen einfachen Ausweg, sagte er.
Er sagte außerdem, organisierte Kriminelle würden sich nicht um die Kuriere kümmern, sie im Stich lassen und sie in eine undurchsichtige, gewalttätige Welt führen.
Auf Drogenschmuggel können in Großbritannien bis zu 14 Jahre Haft stehen. Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien können noch längere Strafen oder sogar die Todesstrafe verhängen.
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Ein Transport kann 250.000 Pfund wert sein
Ein Kilogramm Cannabis aus Thailand hat auf dem britischen Straßenmarkt einen geschätzten Wert von 10.000 Pfund. Ein durchschnittlicher Kurier trägt etwa 25 Kilogramm, was einem Wert von rund 250.000 Pfund entspricht.
Einige mutmaßliche Kuriere haben laut der National Crime Agency bereits eine kriminelle Vergangenheit. Viele sehen sich jedoch als Influencer-Typen und lassen sich von einem glamourösen, in sozialen Netzwerken teilbaren Lebensstil anlocken.
Mehrere Fälle nach Flügen aus Thailand
Amy Durban aus Cullompton in Devon bekannte sich am Donnerstag schuldig. Sie war am Flughafen Heathrow mit Cannabis aus Thailand im Wert von mehr als 500.000 Pfund in ihrem Koffer erwischt worden. Das Strafmaß soll im Oktober festgelegt werden.
Die Influencerin Ellie Crampsie aus Glasgow wurde im vergangenen Jahr am Flughafen Edinburgh festgenommen, nachdem sie aus Thailand mit 17 Kilogramm Cannabis im Wert von 150.000 Pfund angekommen war. Im April erhielt sie eine Haftstrafe von 16 Monaten.
Weitere Festnahmen im Ausland
Die schwangere 19-jährige Bella Culley aus Billingham in Teesside wurde im vergangenen Jahr am Flughafen Tiflis in Georgien mit Cannabis aus Thailand festgenommen. Ihr drohten zunächst 20 Jahre Haft. Im Rahmen eines Deals kam sie nach fünf Monaten frei.
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Charlotte Lee May aus dem Süden Londons wurde im Mai vergangenen Jahres in Sri Lanka mit 46 Kilogramm Cannabis aus Thailand festgenommen. Ihr drohen dort bis zu 20 Jahre Gefängnis.


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