PATTAYA, THAILAND – Ein Razzia-Team von Einwanderungs- und Touristenpolizei hat in einer Luxus-Poolvilla ein mutmaßlich illegal betriebenes „Investment“-Callcenter mit indischen Staatsangehörigen ausgehoben. Die Ermittler stellten Laptops und Dutzende Handys sicher; im Fokus stehen Einladungen zu Aktien-, Gold- und Krypto-Investments.
Razzia am Nachmittag in Village 12
Am 20. April gegen 15.40 Uhr durchsuchten Beamte eine zweistöckige Poolvilla in einem Dorf nahe Soi Chaiyapruk 2, Village 12.
Der Einsatz wurde von der Einwanderungsbehörde Chonburi und der Touristenpolizei Pattaya durchgeführt, nachdem Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen waren.
Hinweise auf regelmäßige Treffen und verdächtige Aktivitäten
Auslöser waren Berichte besorgter Bürger, wonach sich dort regelmäßig mehr als 30 indische Staatsangehörige versammeln und mutmaßlich illegale Aktivitäten ausüben sollen.
Daraufhin umstellten die Einsatzkräfte das Gelände und gingen koordiniert in das Objekt, um die Lage zu überprüfen.
Abgeschottete Villa: Hohe Mauern und zugezogene Vorhänge
Die Villa soll rund 70 Quadratwah groß sein (etwa 280 Quadratmeter) und von über 2,5 Meter hohen Mauern umgeben gewesen sein.
Frontseitige Glastüren und Fenster waren demnach mit Vorhängen dicht verhängt, sodass von außen keine Einsicht möglich war.
20 Männer an Laptops, Dutzende Handys in Reihe
Im Inneren fanden die Beamten etwa 20 indische Männer, die aktiv an Laptop-Computern arbeiteten; daneben lagen mehr als 40 Mobiltelefone aufgereiht.
Die Polizisten wiesen sich aus und durchsuchten das Objekt, während die Anwesenden kontrolliert wurden.
Mutmaßliches Geschäftsmodell: Investment-Anwerbung und „Pumpen“ von Aktien
Bei einer ersten Auswertung der Computer stellten die Ermittler fest, dass Nachrichten an andere Inder verschickt wurden, um sie zu Investitionen in verschiedene Geschäfte und in den Aktienhandel zu bewegen.
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Genannt wurden dabei auch Gold sowie digitale Währungen wie Bitcoin; zudem soll es um ein wöchentliches und monatliches „Pumpen“ von Aktien gegangen sein.
Sichergestellte Beweise und interne Gehaltsstrukturen
Die Polizei beschlagnahmte nach eigenen Angaben 18 Laptops, 30 Mobiltelefone sowie A4-Unterlagen mit professionell wirkenden Gehalts- und Abteilungsstrukturen.
In den Papieren wurden Bereiche wie Callcenter, Marketing, Finanzen und allgemeine Verwaltung aufgeführt; Marketingkräfte sollen bis zu 100.000 Indische Rupien pro Monat erhalten haben (rund 34.000 Baht).
Festnahmen und erste Aussagen der Verdächtigen
Die 20 Männer, die an den Computern arbeiteten und Anrufe bearbeiteten, wurden festgenommen und zur weiteren Vernehmung zum Einwanderungsbüro Chonburi (Jomtien 5) gebracht.
Sie gaben an, als Touristen vor dem Songkran-Fest im März 2026 eingereist zu sein, räumten jedoch ein, ohne Arbeitserlaubnis gearbeitet und bei Online-Aktiengeschäften gegen Provision geholfen zu haben.
Vorwürfe: Illegale Arbeit und Meldeverstöße
Gegen die 20 Festgenommenen wurde zunächst der Vorwurf erhoben, im Königreich ohne Genehmigung gearbeitet zu haben.
Zusätzlich wurden weitere zehn indische Staatsangehörige (Männer und Frauen) im Objekt angetroffen, die gegen Meldevorschriften zur Wohnsitzanzeige verstoßen haben sollen; sie wurden an die Polizeiwache Pattaya City für weitere Schritte übergeben.
Deine Meinung
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