BANGKOK, THAILAND – Ein renommierter Umwelt- und Gesundheitswissenschaftler warnt zu Beginn der heißen Jahreszeit eindringlich davor, die Gefahr durch Hitze nur nach der angezeigten Lufttemperatur zu beurteilen. Stattdessen solle die Bevölkerung verstärkt den sogenannten Hitzeindex im Blick behalten, der wesentlich näher an der tatsächlichen Belastung des Körpers liegt und das Risiko für Hitzschlag besser abbildet.
Hitzeindex statt Blick aufs Thermometer
Der Umweltmediziner Dr Sonthi Kotchawat machte auf Facebook darauf aufmerksam, dass hohe Luftfeuchtigkeit die gefühlte Temperatur massiv in die Höhe treiben kann, obwohl das Thermometer scheinbar noch moderate Werte anzeigt.
Er betonte, dass genau dieser Unterschied zwischen gemessener und empfundener Temperatur darüber entscheiden kann, ob der Aufenthalt im Freien noch vertretbar ist oder bereits ein hohes Risiko für hitzebedingte Erkrankungen besteht.
Was der Körper wirklich spürt
Nach seinen Angaben beschreibt der Hitzeindex jene Temperatur, die der menschliche Körper tatsächlich fühlt, weil neben der Lufttemperatur auch die relative Luftfeuchtigkeit berücksichtigt wird.
Der Wert gibt damit präziser an, wie stark der Kreislauf belastet ist und wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Körper seine Wärme nicht mehr ausreichend abführen kann.
Feuchte Luft treibt das Risiko hoch
Für die heißen Monate von März bis Mitte Mai verwies Dr Sonthi darauf, dass die relative Luftfeuchtigkeit in vielen Regionen im Mittel bei 60 bis 75 Prozent liegt.
Unter solchen Bedingungen könne eine Lufttemperatur von 36 Grad Celsius einen Hitzeindex von über 50 Grad Celsius ergeben, was er als äußerst gefährlich einstufte.
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Warum Schwitzen nicht mehr reicht
Nach Einschätzung des Akademikers kühlt sich der Körper im Wesentlichen über das Schwitzen, dessen Effekt jedoch entscheidend von der Feuchtigkeit der Luft abhängt.
Bei niedriger Luftfeuchtigkeit könne Schweiß gut verdunsten und Wärme abtransportieren, während bei hoher Feuchtigkeit die Verdunstung stockt und sich gefährliche Wärme im Körper aufstaut.
Offizielle Risikostufen des Hitzeindex
Die in dem Land gebräuchliche Orientierung unterteilt den Hitzeindex in vier steigende Risikobereiche, beginnend mit 27 bis 32 Grad als Stufe der besonderen Vorsicht.
Darauf folgen 32 bis 41 Grad mit erhöhter Warnung, 41 bis 54 Grad als Gefahrenbereich und Werte ab 54 Grad als extreme Gefahr mit deutlich erhöhtem Risiko für Hitzschlag.
Verhaltenstipps für die heiße Saison
Dr Sonthi riet dazu, bei hohen Hitzeindex-Werten das eigene Verhalten konsequent anzupassen und unter anderem über den Tag verteilt 2 bis 3 Liter Wasser in kleinen Schlucken zu trinken, noch bevor Durst aufkommt.
Zudem empfahl er helle, weit geschnittene Kleidung, das aktive Kühlen des Körpers bei Überhitzung und den Verzicht auf anstrengende Aktivitäten im Freien, besonders in der Zeit zwischen 11.00 Uhr und 15.00 Uhr.
🌡 36 Grad – oder doch 50?
Experten warnen: Nicht das Thermometer entscheidet, sondern der Heat-Index. Hohe Luftfeuchtigkeit kann die gefühlte Temperatur in extrem gefährliche Bereiche treiben.
Wird die Hitze in Thailand oft unterschätzt – oder sind wir zu sorglos geworden?
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