BANGKOK, THAILAND – Ein thailändischer Mediziner warnt, dass schwerer Hitzschlag die Körperkerntemperatur auf bis zu 41 Grad treiben und dabei Gehirn, Nieren und das Blutsystem schädigen kann. Entscheidend ist nicht nur die Außentemperatur, sondern auch der Hitzeindex durch hohe Luftfeuchtigkeit.
Wenn der „Thermostat“ des Körpers versagt
Dr. Teerawat Hemachudha vom Center of Excellence for Integrative Medicine and Public Health und Berater am College of Oriental Medicine der Rangsit University beschreibt Hitzschlag als Zusammenbruch der körpereigenen Temperaturkontrolle.
Extreme Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit können das Temperaturzentrum im Gehirn überfordern, sodass die Körperkerntemperatur weiter steigt, obwohl der Körper eigentlich abkühlen müsste.
Warum Luftfeuchtigkeit die Gefahr stark erhöht
Der Arzt betont, dass das Risiko nicht nur von der gemessenen Außentemperatur abhängt, sondern vom Hitzeindex, der bei hoher Luftfeuchtigkeit deutlich ansteigt.
Wenn Schweiß schlechter verdunstet, funktioniert die natürliche Kühlung des Körpers schlechter, wodurch Überhitzung schneller eintreten kann.
Schleichender Verlauf bis zur kritischen Phase
Laut Dr. Teerawat kann sich der Körper schrittweise an eine gefährlich hohe Innentemperatur „gewöhnen“, bis die Steuerung im Gehirn praktisch ausfällt.
In dieser Phase kann die Haut rot, heiß und vollständig trocken werden, während der Puls weiterhin schnell und kräftig bleibt.
Schäden an Organen: „Von innen gekocht“
Der Mediziner warnt, dass zu diesem Zeitpunkt innere Organe wie Gehirn, Muskeln und Nieren sowie das Blutgerinnungssystem bereits schwer geschädigt sein können.
Er vergleicht den Zustand mit einem „Kochen von innen“ und betont, dass auch junge, gesunde Menschen bei starker Dehydrierung einen Hitzschlag erleiden können.
Wer besonders gefährdet ist
Zu den Hochrisikogruppen zählen laut Dr. Teerawat ältere Menschen, Personen mit Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Nierenerkrankungen sowie Säuglinge und kleine Kinder.
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Diese Gruppen können extreme Hitze und Flüssigkeitsmangel oft schlechter kompensieren und geraten dadurch schneller in lebensbedrohliche Zustände.
Gefahr auch ohne direkte Sonne
Der Arzt warnt zudem vor Risiken bei Sport und körperlicher Aktivität im Freien, etwa beim Training oder bei Wettkämpfen.
Auch in heißen, schlecht belüfteten Räumen können gefährliche hitzebedingte Erkrankungen entstehen, selbst ohne direkte Sonneneinstrahlung.
Vier Stufen hitzebedingter Erkrankungen
Dr. Teerawat unterscheidet vier Stufen: Sonnenbrand, danach Muskelkrämpfe, schwere Erschöpfung und schließlich den voll ausgeprägten Hitzschlag als medizinischen Notfall.
Im gefährlichsten Stadium kann die Körpertemperatur über 40 Grad steigen, die Haut wird heiß und trocken ohne Schweiß, Verwirrtheit kann auftreten und Betroffene können kollabieren oder das Bewusstsein verlieren.
Erste Hilfe und wann es sofort ins Krankenhaus muss
Bei Anzeichen eines Hitzschlags soll laut Dr. Teerawat umgehend ein Krankenhaus aufgesucht werden.
Als Erste Hilfe nennt er: Betroffene in den Schatten bringen, den Körper mit kalten Tüchern oder Ventilatoren kühlen, die Beine hochlagern und nur dann kleine Schlucke Wasser geben, wenn die Person wach ist und sicher schlucken kann.
Warnung: Bewusstlosen niemals Wasser geben
Dr. Teerawat warnt ausdrücklich davor, bewusstlosen Personen Wasser zu geben.
Das könne zum Verschlucken führen und im schlimmsten Fall tödlich enden.
Deine Meinung
Wie erlebst du die aktuelle Hitze in Thailand – und achtest du eher auf die Temperatur oder auf den Hitzeindex mit hoher Luftfeuchtigkeit?
Welche Maßnahmen helfen dir im Alltag am besten gegen Überhitzung, besonders bei Arbeit, Sport oder in schlecht belüfteten Räumen? Schreib es in die Kommentare.



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