Bangkok, Thailand – Ein Güterzug der Staatlichen Eisenbahn krachte am 16. Mai gegen 15:40 Uhr in einen auf den Gleisen feststeckenden BMTA-Klimabus der Linie 206 am Bahnübergang Asoke–Din Daeng. Acht Menschen verbrannten im Bus, mehr als 30 weitere wurden verletzt; Ermittler fanden Drogen im System des Zugführers und ordneten aus diesem Anlass Notfallinspektionen an 58 Bahnübergängen in Bangkok an.
Zug fuhr in im Stau blockierten Bus
Der Frachtdienst Nr. 2126, unterwegs von Laem Chabang zum Bang Sue Junction, prallte laut Ermittlern in den auf den Gleisen feststeckenden BMTA-Bus nahe der Station Makkasan unterhalb der Airport Rail Link-Trasse. Verkehrsstau hatte laut Behörden eine Fahrzeugschlange bis auf die Gleise geschoben, sodass sich die Schranke nicht mehr vollständig schließen konnte.
Der Aufprall schleifte den Bus etwa 50 Meter und presste ihn gegen einen Brückenpfeiler, anschließend brach ein Feuer aus; Augenzeugen berichteten von Explosionen und schwarzem Rauch über der Kreuzung zwischen Rama IX und Asok‑Phetchaburi. Mindestens zehn umliegende Fahrzeuge und Motorräder wurden beschädigt, der Verkehr in der Gegend war stundenlang lahmgelegt.
Opferbilanz und Behandlung der Verletzten
Beamte bestätigten acht Tote, alle innerhalb des verbrannten Busses gefunden, und zwischen 30 und 35 Verletzte; Reuters nannte später 32 Verletzte. Krankenhäuser in Bangkok behandelten Opfer mit schweren Verbrennungen, Knochenbrüchen und Aufprallverletzungen, forensische Teams begannen mit der Identifizierung der Toten.
Angehörige suchten Informationen auf der Polizeistation Makkasan, am Unglücksort lagen Blumen und Opfergaben, und Rettungskräfte richteten Behandlungsstellen neben dem Übergang ein. Die Feuer- und Rettungswache Phaya Thai kämpfte nach Angaben der Einsatzkräfte gegen die Hitze beim Löschen des Brandes.
Drogentests und strafrechtliche Schritte
Der Zugführer wurde nach dem Unfall positiv auf Methamphetamin und Cannabis getestet; Ermittler gaben an, er habe etwa zehn Tage vor dem Unglück Drogen genommen und eine frühere Verurteilung aus dem Jahr 2019. Daraufhin wurden gegen ihn Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und schwerer Körperverletzung eingeleitet.
Auch der Busfahrer und der Schrankenwärter stehen unter strafrechtlicher Untersuchung; der Schrankenwärter wurde festgenommen, weil der betroffene Übergang manuell betrieben wurde. Die Polizei schließt weitere Anklagen nicht aus, während sie Einsatzpläne, Dienstüberprüfungen und mögliche Fahrlässigkeiten prüft.
Technik, Bremsverhalten und offene Fragen
Die Blackbox-Daten zeigen, dass die Notbremse des Zuges erst rund 100 Meter vor der Kollision aktiviert wurde, eine Distanz, die Ermittler als zu kurz für das Stoppen eines voll beladenen Güterzugs bewerten. Zeugen berichteten zugleich, die Schranken hätten sich vor dem Aufprall nicht gesenkt oder Warnsignale seien nur Sekunden vor dem Zusammenstoß zu hören gewesen.
Die Untersuchung richtet sich daher auf manuelle Schranken, mögliche Kommunikationsfehler zwischen Bahnpersonal und Zugbesatzung sowie auf die Frage, warum routinemäßige Drogentests offenbar nicht konsequent durchgesetzt wurden. Die Staatliche Eisenbahn von Thailand sieht sich wegen mangelnder Überwachung und Sicherheitsstandards bereits in der Kritik.
Stadtweite Kontrollen und Behördenkooperation
Das Metropolitan Police Bureau ordnete Inspektionen an 58 Bahnübergängen in ganz Bangkok an, um ähnliche Risiken zu finden und Übergangslayouts, Warnsysteme sowie Verkehrsflüsse zu prüfen. Polizeiteams sollen Übergangssteuerungen, CCTV-Aufnahmen und Laufwege untersuchen, um Schwachstellen zu identifizieren.
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Ein gemeinsames Ermittlungsteam der Metropolitan Police Division 1 wurde gebildet, und der Kommissar des Metropolitan Police Bureau wertet technische Eisenbahndaten und Videoaufnahmen aus. Der stellvertretende Verkehrsminister Siripong Angkasakulkiat bestätigte, dass dichtes Verkehrsaufkommen direkt zum Unfall beigetragen habe.
Räumung, Folgen und laufende Ermittlungen
Kräne hoben das zerstörte Buswrack und beschädigte Güterwagen vom Übergang, die Kreuzung wurde noch in der Nacht wieder geöffnet, und Rettungskräfte setzten die Suche nach Überlebenden fort. Ermittler haben die Prüfung auf die Staatliche Eisenbahn von Thailand ausgeweitet und untersuchen nun Betriebsverfahren und Personalaufsicht.
Forensische Identifikation der Opfer läuft weiterhin, Krankenhäuser versorgen die Verletzten, und die Polizei behält sich weitere strafrechtliche Schritte vor, während die Inspektionen an den 58 Bahnübergängen andauern und Sicherheitsmängel bewertet werden.



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