2.000 Euro im Monat aus Europa überwiesen — das klingt nach einem komfortablen Leben in Pattaya. Vor drei Jahren war es das auch. Was viele Langzeitbewohner verdrängen: Die Kaufkraft dieser 2.000 Euro hat sich still und ohne große Schlagzeile verändert. Nicht durch einen Kurssturz, sondern durch das Zusammenspiel aus stagnierendem Wechselkurs, explodierenden Medizinkosten und steigenden Mieten.
Wer seine monatlichen Ausgaben in Baht seit 2022 nicht neu durchgerechnet hat, lebt möglicherweise von einem Budget, das auf alten Zahlen basiert. Dieser Artikel zeigt, wo die Kaufkraft konkret verloren gegangen ist — und was das für die Planung bedeutet.
Der Wechselkurs: kein Drama, aber kein Geschenk
EUR/THB bewegt sich Mai 2026 um die 37,8 bis 38 Baht. Das klingt stabil — und ist es im Vergleich zu anderen Währungspaaren auch. Wer aber die 52-Wochen-Spanne anschaut, sieht: Der Euro hat in diesem Zeitraum zwischen 36,2 und 38,6 Baht gekauft. Wer in einem schwachen Moment überwiesen hat, hat pro 1.000 Euro rund 2.400 Baht weniger bekommen als im Hoch. Auf ein Jahr hochgerechnet und bei monatlichen Transfers von 2.000 Euro sind das schnell 50.000 bis 60.000 Baht Differenz.
Das ist kein Absturz. Aber es ist auch nicht nichts. Wer seine Überweisungen bisher spontan getätigt hat, übergibt einen Teil der Kaufkraftentscheidung dem Zufall. Ein einfacher Fix: Transfers an stärkeren Kurstagen bündeln, statt monatlich automatisch zu überweisen.
Medizinkosten: 14 Prozent teurer als letztes Jahr
Die eigentliche Kaufkrafterosion kommt nicht vom Wechselkurs, sondern von der medizinischen Inflation. Thailand liegt laut dem Global Medical Trends Report 2025 von Willis Towers Watson bei 14 Prozent Kostensteigerung im Gesundheitsbereich — mehr als fünfzehnmal so hoch wie die allgemeine Inflation im Land. Wer vor fünf Jahren eine Krankenversicherung mit 1,5-Millionen-Baht-Deckung abgeschlossen hat und sie seitdem nicht angepasst hat, ist bei einem ernsteren Eingriff heute unterversichert.
Eine Nacht im Privatkrankenhaus Pattaya kostet 2026 zwischen 28.000 und 52.000 Baht — Zimmer allein, ohne Arzt. Ein Kniegelenkersatz liegt bei 300.000 bis 450.000 Baht. Wer diese Zahlen mit dem vergleicht, was er vor drei Jahren für vergleichbare Eingriffe bezahlt hätte, versteht, warum KV-Prämien gestiegen sind. Und wer ab 70 einen Neuvertrag sucht, stellt fest: Der Markt wird dünn.
Miete: der schleichende Anstieg
Pattaya ist nicht Bangkok. Aber auch hier sind die Mietpreise nicht stehengeblieben. Ein Zwei-Zimmer-Kondo in Jomtien oder Na Klua mit Pool und Security kostet im Jahresvertrag 8.000 bis 12.000 Baht — wer vor vier Jahren 7.000 bezahlt hat und seitdem nicht neu verhandelt hat, zahlt beim nächsten Vertrag mehr. In strandnahen Lagen und in neueren Gebäuden sind 15.000 bis 20.000 Baht für eine gute Wohnung keine Seltenheit mehr.
Wer sein Budget auf den Zahlen von 2022 aufgebaut hat, sollte es neu durchrechnen — nicht aus Panik, sondern weil sich die Grundlagen verschoben haben. Miete, Strom bei täglicher Klimaanlage (2.000 bis 5.000 Baht im Monat), importierte Lebensmittel, Alkohol: Das sind die Posten, die seit 2022 am stärksten gestiegen sind.
Was 2.000 Euro heute kaufen
Bei einem Kurs von 38 Baht sind 2.000 Euro rund 76.000 Baht. Davon gehen ab: Miete Jomtien Jahresvertrag 10.000 Baht, Strom 3.000 Baht, Wasser und Internet 1.500 Baht, Krankenversicherung für einen 65-Jährigen 7.000 bis 9.000 Baht, Essen gemischt Thai und westlich 15.000 Baht, Transport 3.000 Baht. Das sind rund 40.000 bis 42.000 Baht für das Grundgerüst — bleibt ein Puffer von gut 34.000 Baht für alles andere. Komfortabel, aber kein Luxus. Und ohne Puffer für medizinische Extras.
Wer 2022 dieselbe Rechnung gemacht hat, kam auf mehr Spielraum — nicht weil er weniger ausgegeben hat, sondern weil Versicherung, Miete und Importwaren günstiger waren. Die 10 bis 15 Prozent Kaufkraftverlust, die die Pattaya Mail für Expats mit Euro-Einkommen beziffert, sind keine Übertreibung. Sie sind das Ergebnis mehrerer kleiner Verschiebungen, die zusammen spürbar werden.
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Was jetzt zu tun ist
Wer sein Thailand-Budget seit mehr als zwei Jahren nicht neu kalkuliert hat, sollte das nachholen — Posten für Posten, mit aktuellen Zahlen. Wer seine Krankenversicherungsdeckung nicht kürzlich geprüft hat, sollte das ebenfalls tun: 14 Prozent Kostensteigerung pro Jahr bedeutet, dass eine Deckung von 2021 heute real um rund 40 Prozent weniger kauft als damals. Eine Überprüfung des aktuellen Versicherungsschutzes kostet nichts und dauert weniger als einen Vormittag.
Wer Auslandseinkommen nach Thailand überweist, sollte außerdem die steuerlichen Regeln seit 2024 kennen: Ab 180 Tagen Aufenthalt pro Jahr gilt Thailand als Steuerwohnsitz, und Einkommen, das ab 2024 erzielt und im selben Jahr überwiesen wird, ist grundsätzlich steuerpflichtig. Das ändert die Überweisungsstrategie für viele — und ist ein weiterer Grund, die Gesamtrechnung einmal nüchtern anzuschauen.



Der Wechselkurs ist bei 41.66 für 1chf
Mit Euro kann man leider nicht mehr rechnen
Mit was sollen den die Personen rechnen die Geld aus einem €uroland überwiesen bekommen?