LAMPANG – Ein Vater steht vor den Trümmern seines Lebens. Nachdem ein betrunkener Autofahrer in ein Café raste, verlor sein erst zwei Jahre alter Sohn das Leben. Die Mutter kämpft noch im Krankenhaus. Der Fahrer, ein stellvertretender Dorfvorsteher, soll nun seinen Job und seine Bezüge verlieren.
Ein Vater am Ende seiner Kraft
Der 58-jährige Phuwanat Chomphuphan kann das Geschehene nicht fassen. Sein Sohn Nong Termfun, den er nach jahrelanger Kinderlosigkeit wie ein Wunder empfand, wurde am 10. Juni im Wat Si Koet zu Grabe getragen. Während die Mönche die Zeremonie mit heiligen Fäden vorbereiteten, klopfte der Vater an den kleinen Sarg und flüsterte seinem Kind zu, es solle in Frieden ruhen.
Der Unfallverursacher hat bereits versucht, Kontakt aufzunehmen. Doch der Vater lehnt ein Treffen ab. Er sei psychisch völlig am Ende und könne dem Mann derzeit nicht gegenübertreten.
Drei Jahre nicht geraucht – und dann das Unglück
Die Familie hatte große Mühe, ein Kind zu bekommen. Der Vater wallfahrtete zum Wat Pa Duang Kaeo Phothiyan und gelobte dem dortigen Abt Kruba Kaew, drei Jahre lang auf das Rauchen zu verzichten. Nur so bekamen sie den ersehnten Sohn. Gerade erst, am 28. Mai, hatte das Kind seinen zweiten Geburtstag gefeiert – mit einem Ausflug in den Zoo von Chiang Mai.
Am Unglückstag brachte der Vater sein Auto zur Reparatur. Seine Frau und der kleine Sohn warteten in einem Café in der Nähe. Als er sie abholen wollte und selbst gerade einen Kaffeebecher in der Hand hielt, sah er einen weißen Wagen in die Gruppe rasen.
Schrei nach dem Sohn im Schock
Phuwanat fand seine Frau bewusstlos mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden. Als sie wieder zu sich kam, suchte er panisch nach dem Kind. Er fand den Jungen leblos in der Nähe des Autoreifens und hob ihn sofort auf. Äußerlich schien das Kind unverletzt.
Erst der Arzt offenbarte später das ganze Ausmaß der Katastrophe. Der Junge erlitt infolge des Unfalls schwerste innere Verletzungen. Die Mutter wird weiter im Krankenhaus behandelt. Die Trauerfeier soll bewusst so lange dauern, bis sie stark genug ist, um bei der Einäscherung dabei zu sein.
Mönch spricht eine düstere Warnung aus
Kruba Kaew, jener angesehene Abt, bei dem die Eltern einst um das Kind gebetet hatten, reiste persönlich zum Unfallort. Er führte eine Wasserweihe durch, damit die Seele des Jungen Ruhe findet. Der Mönch kannte den Kleinen gut, denn jedes Jahr zum Geburtstag kam die Familie zum Handgelenksbinden in den Tempel.
Nong Termfun sei in einem so niedlichen Alter gewesen, jeder habe ihn lieben müssen, sagte der Geistliche. Nun müsse das Kind sterben, nur weil jemand betrunken hinters Steuer gestiegen sei. Der Abt hofft, dass dieser Tod als grausame Warnung für alle dient und künftig kein weiteres Opfer fordert.
Polizei kündigt harte Anklage an
Polizeioberst Komsan Bamrungyot, Chef der Wache Mueang Lampang, bestätigte, dass das juristische Verfahren bereits läuft. Gegen den Fahrer soll Anklage wegen fahrlässiger Tötung, Sachbeschädigung, Körperverletzung und Trunkenheit am Steuer erhoben werden. Sollten weitere Punkte dazukommen, werde man die Ermittlungsergebnisse abwarten.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Da es sich um fahrlässige Tötung handelt, muss die Anklage nach Abschluss der Ermittlungen vor Gericht kommen. Die Polizei versicherte, beiden Seiten Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Man warte nun aber noch, bis die Familie die Beerdigung organisiert hat und die Frau aus dem Krankenhaus entlassen wird.
Amt setzt Dorfvorsteher vor die Tür
Für den Unfallfahrer hat das Vergehen auch handfeste berufliche Konsequenzen. Bezirksvorsteher Thanarat Saithep hat umgehend einen Untersuchungsausschuss eingesetzt. Der Beschuldigte soll noch an diesem Freitag, dem 12. Juni 2026, vorgeladen werden, um sich zu äußern und die Beweise zu sichten.
Das Gremium will dann eine Strafempfehlung aussprechen. Da der Mann mit seiner Trunkenheitsfahrt schwer gegen seine Amtspflichten verstoßen hat, wird er die Position als stellvertretender Dorfvorsteher verlieren. Sobald der Gouverneur der Provinz Lampang die Entlassung anordnet, fallen auch die monatlichen Bezüge von 8.000 Baht komplett weg.



Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: