SANGKHLABURI – Ein völlig erschöpfter chinesischer Mann mit schweren Wunden an den Knöcheln wurde von Dorfbewohnern im Dschungel gefunden. Die Beamten gehen davon aus, dass er aus einem berüchtigten Betrugszentrum in Myanmar fliehen konnte, wo er offenbar mit Ketten gefesselt war.
Entdeckt mit klaffenden Wunden im Mae Tiew Wald
Am späten Abend des 10. Juni, gegen 19:00 Uhr, entdeckten Einheimische den ausgemergelten 33-Jährigen im Wald von Mae Tiew, im Unterbezirk Nong Lu. Der Mann war am Ende seiner Kräfte und wies tiefe, unübersehbare Verletzungen auf.
Die Spur der Gewalt war nicht zu übersehen: Seine Knöchel waren so schwer verletzt, dass die Beamten von Fesselungsspuren durch Ketten ausgehen. Die Dorfbewohner zögerten nicht, holten ihn aus dem Dickicht und brachten ihn umgehend in Sicherheit, bevor sie den Dorfvorsteher Sanan Kamsuk verständigten.
Ohne Papiere, ohne funktionierendes Handy
Sanan Kamsuk schlug sofort Alarm und kontaktierte den Bezirkschef Suriyasak Muean-uam. Dieser koordinierte einen Großeinsatz von Militär, Grenzpolizei und freiwilligen Verteidigungskräften, die am nahen Nam Koek Kontrollpunkt postiert sind.
Bei der Durchsuchung des Mannes fanden die Ordnungskräfte keinerlei Ausweispapiere. Das Einzige, was er bei sich trug, war ein Mobiltelefon – dessen Akku jedoch tot war und sich nicht mehr einschalten ließ. Eine Identitätsprüfung war vor Ort unmöglich.
In die Obhut der Polizei von Sangkhlaburi übergeben
Die Beamten leisteten Erste Hilfe und versorgten die zahlreichen Wunden des Geflüchteten notdürftig. Erst danach war eine erste, oberflächliche Befragung möglich, bevor es weiterging.
Der erschöpfte Chinese wurde offiziell wegen illegaler Einreise und illegalen Aufenthalts in Thailand angeklagt. Die Uniformierten übergaben ihn an die Ermittler der Polizeistation Sangkhlaburi, wo nun alle rechtlichen Schritte eingeleitet werden.
Flucht über den Three Pagodas Pass
Die Ermittler rekonstruieren den mutmaßlichen Fluchtweg: Der Fundort liegt nur sieben bis acht Kilometer vom Three Pagodas Pass entfernt. Von dort aus soll sich der Mann durch das unwegsame Grenzgebiet geschlagen haben.
Die thailändischen Behörden erhärteten den Verdacht, dass er aus der myanmarischen Grenzstadt Payathonsu flüchtete. Gegenüber von Sangkhlaburi gelegen, gilt der Ort als berüchtigte Brutstätte für Online-Betrugszentralen und Zwangsarbeit.
Teil einer verzweifelten Massenflucht aus der Hölle?
Der aktuelle Fall steht nicht allein. Bereits am 31. Mai tauchten drei chinesische Staatsangehörige in einem Resort nahe der Grenze auf und baten um Hilfe. Am 2. Juni wurde ein weiterer Chinese mit demselben Fluchthintergrund entdeckt.
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Alle vier Männer waren ohne Dokumente unterwegs. Die Ermittler gehen mittlerweile fest davon aus, dass sie aus demselben Betrugskomplex in Payathonsu entkommen sind und nun zusammen mit dem 33-Jährigen aus dem Wald als eine zusammengehörige Gruppe betrachtet werden müssen.
Zwei wieder eingefangen, zehn entkamen
Früheren Berichten zufolge soll eine Gruppe von insgesamt zwölf Chinesen den gefährlichen Ausbruch aus Payathonsu gewagt haben. Der Grenzübertritt endete für die Männer jedoch unterschiedlich.
Zwei von ihnen sollen wieder eingefangen und in das Zentrum zurückgebracht worden sein. Den restlichen zehn Personen gelang dagegen der waghalsige Grenzübertritt nach Thailand.
Ketten, Misshandlung und leere Akkus
Die Verletzungen des Neuesten aus der Gruppe zeichnen ein düsteres Bild der Haftbedingungen. Die Beamten gehen aufgrund der Wunden davon aus, dass er über einen längeren Zeitraum mit eisernen Ketten fixiert war und schwere Misshandlungen erdulden musste.
Da der Mann keine Ausweispapiere besitzt und sein Handy-Akku leer war, bleibt seine Identität das zentrale Rätsel. Das Amarin-Medium berichtet, dass die Beamten nun akribisch seine Hintergründe sowie mögliche Verbindungen zu den großangelegten Betrugsoperationen entlang der Grenze durchleuchten.



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