KANCHANABURI – In einem Hotel in der Grenzprovinz Kanchanaburi hat die thailändische Elite-Einheit gegen Menschenhandel einen Kinderprostitutionsring gesprengt. Ein Kassierer und eine Haushälterin vermittelten Kindern unter 15 Jahren an Hotelgäste – gegen Provision. Nach der Razzia am Sonntag sitzen die beiden Angestellten nun in Haft.
Razzia am Sonntag
Beamte der Anti-Trafficking in Persons Division durchsuchten ein Hotel im Unterbezirk Ban Nuea im Bezirk Mueang. Die Aktion stand unter dem Kommando von Polizeigeneralmajor Witthaya Sriprasertphap, dem Leiter der Spezialeinheit.
Vor Ort nahmen die Ermittler zwei Angestellte fest: Banjob, 57, arbeitete als Kassierer im Hotel, Sasa, 43, war als Haushälterin beschäftigt. Gegen beide lagen Haftbefehle des Provinzgerichts Kanchanaburi vor, ausgestellt am 11. Juni 2026.
Die Anklagepunkte
Die Liste der Vorwürfe ist lang und schwerwiegend. Sie umfasst Menschenhandel durch Ausbeutung von Kindern zur Prostitution, die Beschaffung und Verführung Minderjähriger zu sexuellen Handlungen sowie die Unterstützung fremder Prostitution.
Zudem geht es um Entführung von Kindern unter 15 Jahren zu obszönen Zwecken. Laut Polizei decken die Vorwürfe auch das Nötigen und Verleiten von Kindern zu unangemessenem Verhalten ab. Die Anklagen spiegeln das komplette Ausmaß des aufgedeckten Systems wider.
Die Masche
Nach Erkenntnissen der Ermittler der Division 5 lief das System direkt über den Hotelbetrieb. Kunden, die ein Zimmer für kurze Zeit oder über Nacht mieteten, konnten sexuelle Dienstleistungen mit Kindern anfordern.
Sobald eine Anfrage einging, kontaktierten die Hotelmitarbeiter die Kinder und arrangierten Treffen in den Zimmern der Gäste. Der gesamte Ablauf stützte sich auf Angestellte, die direkten Zugang zu Gästen, Zimmerschlüsseln und Bezahlung hatten.
Kassierer als Schlüsselfigur
Banjob nahm als Kassierer die Zimmerzahlungen entgegen und kontrollierte die Schlüsselvergabe. Die Ermittler stufen ihn als zentrale Figur des Rings ein – er war es, der die Kinder kontaktierte und die Treffen einfädelte.
Für jede einzelne Transaktion kassierte er laut Polizei eine Provision zwischen 400 und 500 Baht. Sasa, die Haushälterin, war von innen heraus in die Abläufe eingebunden und beteiligte sich aktiv an den Vermittlungen.
Geständnis und nächste Schritte
Bei den Festnahmen am 14. Juni wurden beide Verdächtigen in Gewahrsam genommen und von den Anti-Menschenhandels-Spezialisten befragt. Nach Polizeiangaben legten sowohl Banjob als auch Sasa umfassende Geständnisse zu allen Vorwürfen ab.
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Anschließend übergaben die Beamten beide an die Ermittler der Division 5. Damit beginnt nun die Phase der gerichtlichen Aufarbeitung – die Verdächtigen erwarten dort weitere rechtliche Schritte wegen der schweren Anschuldigungen.
Keine Details zu betroffenen Kindern
Die Polizei hält die Identitäten der betroffenen Kinder unter Verschluss. Es gibt keine öffentlichen Angaben zu Anzahl, Alter oder Herkunft der Minderjährigen, die in dem Hotel ausgebeutet wurden.
Auch zu möglichen weiteren Beschuldigten schweigen die Beamten bislang. Der Fall bleibt vollständig in der Zuständigkeit der Division 5, während die rechtlichen Verfahren gegen Banjob und Sasa voranschreiten.



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