🔴 UPDATE 31.07.2026, 15:15 Uhr: Die beiden Hauptverdächtigen Thana Kerdthong („Pong“) und Thongchai Srinil („Thong“) sind nach Polizeiangaben in der Nacht zum 31. Juli gegen 1.30 Uhr auf einem Motorrad durch den Kontrollpunkt Khao Laem im Bezirk Soi Dao in der Provinz Chanthaburi gebrochen. Zur Tarnung sollen sie polizeiähnliche Uniformen getragen haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Richtung Nordosten unterwegs sind und einen Grenzübertritt nach Kambodscha oder Laos versuchen könnten.
Die Notrufzentrale 191 hat die Provinz Sa Kaeo zur Sonderüberwachungszone erklärt und sämtliche Polizeistationen entlang der mutmaßlichen Fluchtroute – darunter Wang Sombun, Wang Nam Yen, Khao Chakan, Watthana Nakhon und Ta Phraya – zu verschärften Kontrollen angewiesen. Parallel läuft die Großsuche nach den Geschwistern im Wald- und Dschungelgebiet rund um Huai Yai unvermindert weiter.
Im Fall der seit dem 26. Juli vermissten russischen Geschwister Diana (22) und Roman Nazimova (17), über den Wochenblitz seit dem ersten Vermisstenaufruf fortlaufend berichtet, hat die Ehefrau eines der beiden Hauptverdächtigen ihr Schweigen gebrochen. In einem Gespräch mit thailändischen Journalisten forderte sie ihren Mann am Freitagvormittag öffentlich auf, sich zu stellen. Der Fall geht damit in den fünften Tag ohne Lebenszeichen der Geschwister. Von den beiden Hauptverdächtigen, deren mutmaßliche Fluchthelfer bereits am Donnerstag festgesetzt wurden, fehlt weiterhin jede Spur.






Bekannt sind inzwischen die vollen Namen der beiden Männer, gegen die das Provinzgericht Pattaya Haftbefehle erlassen hat. Es handelt sich um den 43-jährigen Thana Kerdthong, in der Nachbarschaft unter dem Rufnamen „Pong“ bekannt, sowie den 39-jährigen Thongchai Srinil, genannt „Thong“. Der Tatvorwurf lautet auf gemeinschaftlichen nächtlichen Diebstahl unter Verwendung eines Fahrzeugs beziehungsweise auf Hehlerei.
Ehefrau: „Ihr kommt nicht davon“
Suphraewrat, 34 Jahre, in der Nachbarschaft „Som“ genannt, gab gegenüber Journalisten an, seit rund einem Jahr mit Thongchai zusammenzuleben. Ihr Mann habe Thana erst kurz vor dem Verschwinden der Geschwister kennengelernt, aus dem Umfeld einer Drogenszene, in der beide Methamphetamin und Crystal Meth konsumierten. Eine enge Bekanntschaft habe nicht bestanden. Thana habe zudem einen Eindruck hinterlassen, den sie mit den Worten beschrieb, er wirke „wie ein psychisch Kranker“.
Nach ihrer Darstellung habe Thana kurz nach seiner Haftentlassung versucht, sich ihr im Schlafzimmer sexuell aufzudrängen. Ihr Mann habe die Situation rechtzeitig bemerkt und eingegriffen. Zum Verschwinden der Geschwister äußerte sie die Vermutung, ihr Mann habe zunächst versucht, die beiden vor Thana zu schützen, sei jedoch anschließend unter Druck in die Tat verstrickt worden. Zuletzt gesehen habe sie Thongchai am frühen Morgen des 27. Juli. Er habe ihr 100 Baht Bargeld gebracht und sei dann verschwunden. Ihr öffentlicher Appell an ihren Mann lautet, sich zu stellen. Sie sei überzeugt, dass eine Flucht auf Dauer nicht gelingen werde.
Zeuge sieht Verdächtigen nahe der Fundstelle
Ein weiterer Anwohner, der sich Journalisten gegenüber nur mit dem Pseudonym „Kon“ zu erkennen gab und angab, mit Thongchai regelmäßig zum Angeln gefahren zu sein, will diesen am 28. oder 29. Juli auf einer roten Honda Wave nahe der späteren Fundstelle des vergrabenen Motorrads gesehen haben. Auch er hält Thongchai eher für einen unter Druck gesetzten Mitläufer als für einen Täter aus eigenem Antrieb und weist auf die Bewaffnung Thanas hin.
Dashcam-Aufnahme dokumentiert Präsenz am Vergrabungsort
Eine Aufnahme aus einer Dashcam eines Anwohners, die den Ermittlern und Medien vorliegt, zeigt beide Verdächtigen am 29. Juli um 6.05 Uhr auf zwei getrennten Motorrädern, wie sie die Soi Thung Luang verlassen. Bei einer der Maschinen handelt es sich um die von „Kon“ beschriebene rote Honda Wave. Die Aufnahmestelle liegt weniger als 100 Meter vom Vergrabungsort des zerlegten Motorrads der Geschwister entfernt. Um 6.07 Uhr fahren beide Männer in dieselbe Richtung zurück. Das ist derselbe Tag, an dem Ermittler wenige Stunden später das vergrabene Motorrad freilegten.
Weitere Details zu Thanas Aufenthalt am 27. Juli
Nach Angaben der 74-jährigen Tante Thanas, in deren Nähe das zerlegte Motorrad vergraben wurde, hatte ihr Neffe sie am Tag nach dem Verschwinden der Geschwister aufgesucht. Er habe angeboten, einen Elektro-Defekt zu reparieren, die Arbeit jedoch schnell abgebrochen und angegeben, er reise in die Provinz Chanthaburi zu Frau und Kind. Diese Angabe habe sich später als unzutreffend erwiesen. Die Tante erklärte gegenüber den Ermittlern, sie sei psychisch darauf vorbereitet, dass die Festnahme ihres Neffen mit einem Schusswechsel enden könne.
Russische Freiwillige unterstützen Suche
Parallel zur Fahndung nach Thana und Thongchai läuft die Suche nach den Geschwistern weiter. Neben den thailändischen Behörden ist inzwischen auch eine Gruppe russischer Freiwilliger unter Leitung von Svetlana Sherstoboeva im Einsatz. Sherstoboeva bestätigte gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti die Zusammenarbeit mit den Ermittlern.
Die Polizeistation Huai Yai bittet die Bevölkerung weiterhin rund um die Uhr um Hinweise zum Verbleib der Geschwister sowie zu den beiden per Haftbefehl gesuchten Männern.
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