AYUTTHAYA, Thailand – Polizei und Geldwäschebehörde prüfen den Verbleib von mehr als 215 Millionen Baht aus Spenden, Amulettgeschäften und Beiträgen für die Renovierung des Wat Phutthaisawan. Im Verfahren gegen den früheren Abt Atichot Thanprasert und Punyavee Rungrueang vermuten die Ermittler ein organisiertes Vorgehen und suchen nach ein bis zwei weiteren Beteiligten.
Ermittler verfolgen Geldspur über 215 Millionen Baht
Die Polizei untersucht zwei Bereiche. Zum einen geht es um den Vorwurf, dass der frühere Abt Geld des Tempels auf ein persönliches Konto geleitet und zugleich Spendenbescheinigungen im Namen des Wat Phutthaisawan ausgestellt haben soll.
Zum anderen verfolgen die Beamten die Geldströme möglicher Mitwirkender. In den Unterlagen geht es um Spenden, Amulettgeschäften und Beiträge für Renovierungsarbeiten. Die Summe liegt bei mehr als 215 Millionen Baht.
Ein bis zwei weitere Beteiligte im Visier
Der Leiter der Abteilung für Verbrechensbekämpfung, Polizeigeneralmajor Phatthanak Sak Bupphasuwan, erklärte am 12. September 2569, dass vermutlich eine dritte Person in den Fall verwickelt ist. Nach bisherigem Stand könnten es ein oder zwei weitere Personen sein.
Ob es sich dabei um eine Frau, einen Mönch handelt, ist nach Polizeiangaben noch offen. Die Ermittler sammeln weitere Beweise und haben die Unterlagen bereits an die Geldwäschebehörde übermittelt.
Erste Nacht im Gefängnis ohne Sonderwünsche
Das Gericht für Korruptions- und Fehlverhaltensfälle in Region 1 ordnete die Untersuchungshaft für Atichot Thanprasert und Punyavee Rungrueang an. Am 11. September wurden beide in das Gefängnis der Provinz Saraburi gebracht.
Bei beiden fanden die Beamten keine körperlichen Auffälligkeiten. Die psychologische Untersuchung ergab eine leichte Angstbelastung. Atichot erreichte im thailändischen Fragebogen zur psychischen Gesundheit von Gefangenen vier Punkte, Punyavee sechs Punkte.
Fünftägige Quarantäne für beide Beschuldigten
Das Gefängnis überwacht den psychischen Zustand der beiden regelmäßig. Nach der Aufnahme wurden sie gemäß den Vorgaben der Gefängnisbehörde für fünf Tage unter Quarantäne gestellt. Dabei helfen geschulte Gesundheitshelfer aus dem Kreis der Gefangenen.
Zum Abendessen gab es Hühnercurry mit Auberginen, am Morgen klare Suppe mit Schweinefleischbällchen. Beide aßen normal, konnten in der ersten Nacht schlafen und verlangten keine Sonderrechte. Während der Quarantäne dürfen Anwälte zu Besuch kommen, Angehörige erst danach.
Abgesperrte Abtszelle im Wat Phutthaisawan
Im Wat Phutthaisawan in der Gemeinde Samphao Lom in Ayutthaya blieb es nach den Berichten über den früheren Abt auffallend ruhig. Einige Gläubige und Touristen kamen weiterhin, um die heiligen Stätten zu besuchen.
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Die Zelle des Abtes wurde mit Seilen abgesperrt und mit Aufklebern versiegelt. Außenstehende dürfen sich dem Bereich nicht nähern. Eine Mitarbeiterin kümmerte sich um das Fegen und die Reinigung, während andere Mönche nicht mehr im vorderen Bereich des Tempels lebten.
Händlerinnen berichten von weniger Besuchern
Eine 78-jährige Händlerin, die seit mehr als 30 Jahren am Tempeleingang verkauft, beschrieb den Ort früher als deutlich belebter. Nach dem Wechsel des Abtes sei der Besuch zurückgegangen. Als mögliche Gründe nannte sie auch die schwache Wirtschaft und die fehlende Bereitschaft neuer Händler, dort zu investieren.
Die Händlerin erklärte, sie kenne die Einzelheiten der aktuellen Vorwürfe nicht, weil sie meist am Eingang arbeite. Trotz der Berichte öffne sie ihren Laden weiter, da die Einnahmen für den täglichen Lebensunterhalt ausreichten.
Polizei greift nach Zwischenfall im Tempel ein
Während Journalisten im Tempel recherchierten, fuhr ein shirtloser Mann auf einem Motorrad vorbei, gab Gas und beschimpfte sie. Eine Frau, die mit ihm in Verbindung gebracht wurde, näherte sich anschließend mit einem spitzen Eisenstab. Die Journalisten wichen zurück und liefen davon.
Polizisten vor Ort beendeten den Zwischenfall. Die Frau entschuldigte sich und wurde gemeinsam mit ihrem Ehemann aus dem Tempel geführt. Sie erklärte, sie helfe im Tempel aus und habe nichts mit dessen Verwaltung zu tun. Die Polizei in Ayutthaya verstärkte danach die Präsenz, um weitere Vorfälle zu verhindern.
Finanzamt prüft Stiftung und Spendenwege
Seit dem 1. Januar müssen Tempel, Stiftungen und gemeinnützige Organisationen Spenden über das elektronische System e-Donation abwickeln. Landesweit sind mehr als 46.000 religiöse Einrichtungen registriert, darunter rund 43.000 buddhistische Tempel. Die Stiftung ist rechtlich und buchhalterisch vom Tempel getrennt und keine öffentliche gemeinnützige Einrichtung; daher fällt sie nicht in den Zuständigkeitsbereich des Finanzamts.
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Nach Angaben des Finanzamts reicht das System allein nicht aus, um die Veruntreuung von Spenden zu verhindern. Die Behörde prüft zudem, ob die Stiftung Wan Choti und Punyavee ihre Steuern ordnungsgemäß entrichtet haben. Am 22. September soll mit dem Büro für Buddhismus über Maßnahmen zur Schließung dieser Lücke beraten werden.
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