BANGKOK – Ein Streit um eine Uhr endete mit einem brutalen Angriff und einer Leiche, die tagelang in einer blauen Plastikkiste unter Erde verborgen lag. Erst die Todesangst eines Zeugen und die Beharrlichkeit des Bruders brachten die grausige Wahrheit ans Licht.
Die Kiste im Erdbeet
Am frühen Morgen des 15. Juni durchbrachen Polizisten eine verschlossene Tür im zweiten Stock eines Hauses in Don Mueang. Was sie fanden, war ein stillgelegter Marihuana-Anbauraum – und eine frische Erdschicht, die nicht dorthin gehörte.
Darin zusammengekauert lag die Leiche des 34-jährigen Chaisit Khantha, genannt Poi Meesak – mit einer Verletzung am Oberkörper.
Die Angst der Zeugen
Ein Freund des Toten war beim Streit dabei gewesen, doch er schwieg stundenlang. Der Grund: Die Täter drohten ihm und den anderen Anwesenden unmissverständlich mit dem Tod, sollten sie das Verbrechen melden.
Erst als er sich in Sicherheit wähnte, rannte er zu einem Cousin des Opfers und schlug Alarm. Der wiederum informierte den 38-jährigen Bruder Phuwanai Sukthong, der sofort zur Polizeistation Don Mueang eilte.
Streit um eine verschwundene Uhr
Der tödliche Konflikt soll sich am Abend des 14. Juni zugetragen haben. Drei Männer aus dem Freundeskreis des Verstorbenen tauchten an dessen Haus auf, das im Erdgeschoss als Marihuana-Laden diente und in der oberen Etage eine professionelle Aufzucht beherbergte.
Chaisit Khantha bezichtigte einen der Besucher, ihm seine Armbanduhr gestohlen zu haben. Im Wohnzimmer eskalierte der Wortwechsel, dann wurde der Streit gewaltsam ausgetragen.
Marihuana, Geld und ein Doppelleben
Das Haus war nicht nur Tatort, sondern auch Arbeitsplatz und Lebensgrundlage des Getöteten. Poi betrieb im Erdgeschoss einen offenen Verkauf, während er im Obergeschoss unter Kunstlicht Hanfpflanzen zog und erntete.
Ob das florierende Cannabis-Geschäft oder andere finanzielle Forderungen bei dem eskalierenden Treffen eine Rolle spielten, ist noch unklar. Die Polizei befragt dazu mehrere Zeugen aus dem Umfeld des Verstorbenen.
Zwei Festnahmen, ein Flüchtiger
Nach dem Fund der Leiche griffen die Fahnder schnell zu. Zwei der drei Tatverdächtigen sitzen mittlerweile in Gewahrsam, darunter auch jener Mann, der zugestochen haben soll.
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Die Ermittler stellten blutbefleckte Kleidung und die Tatwaffe sicher. Der dritte Beteiligte, dessen Name bisher nicht öffentlich genannt wird, ist weiter auf der Flucht.
Polizeiführung schaltet sich ein
Die Schwere des Falls alarmierte noch am selben Vormittag die Spitze der Polizeiregion 2. Gleich mehrere Oberbefehlshaber sowie der stellvertretende Kommandeur und der zuständige Superintendent trafen sich um 11:00 Uhr auf der Wache Don Mueang.
Sie werteten gemeinsam die Beweislage aus und stimmten die nächsten Schritte zur Fahndung nach dem flüchtigen Komplizen ab. Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen des Streits dauern an.



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