Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige in Thailand geplant

Stoppt Thailand bald den Netz-Zugang? Das Gesundheitsministerium prüft ein hartes Verbot für Minderjährige, um sie vor Cybermobbing und Sucht zu schützen. Droht Teenagern nun der totale digitale Entzug?

Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige in Thailand geplant
The Thaiger

BANGKOK – Thailand prüft ein striktes Social-Media-Verbot für alle unter 16 Jahren. Der Vorstoß kommt von ganz oben: Vize-Premier Songsak Thongsri brachte den Plan in seiner Funktion als Chef der Thai Health Promotion Foundation ein. Die Behörde schlägt Alarm, denn selbst Kleinkinder verbringen täglich viel zu viel Zeit vor Bildschirmen.

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72,6 Prozent der Unter-Zweijährigen täglich über eine Stunde am Bildschirm

Die Zahlen sind erschreckend. 93 Prozent der Thailänder sind online, im Schnitt fast acht Stunden am Tag. Besonders dramatisch: Bei Babys und Kleinkindern zwischen null und zwei Jahren haben 72,6 Prozent bereits mehr als eine Stunde Bildschirmzeit täglich.

Das kann schwere Folgen haben. ThaiHealth warnt, dass Lernen, Kommunikation und die gesamte altersgerechte Entwicklung der Kinder unter dieser frühen und intensiven Bildschirmnutzung leiden.

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Cybermobbing, sexuelle Ausbeutung und Glücksspiel – die Gefahren

Doch es geht nicht nur um verlorene Zeit. Die Stiftung listet eine ganze Reihe von Risiken auf, denen Minderjährige im Netz schutzlos ausgeliefert sind. Dazu zählen Cybermobbing, sexuelle Ausbeutung und Online-Glücksspiel.

Auch Werbung für riskantes Verhalten wie das Dampfen erreicht die jungen Nutzer direkt. Das beeinträchtigt die psychische Gesundheit, treibt Stress und Ängste in die Höhe und kann langfristig zu sozialen Problemen führen.

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Blick nach Australien als Vorbild

ThaiHealth prüft deshalb jetzt die konkrete Machbarkeit eines Verbots. Internationale Vorbilder gibt es bereits. Ausdrücklich verweist die Stiftung auf Australien.

Dort ist die Nutzung sozialer Medien für unter 16-Jährige bereits untersagt. Plattformen, die das Alter ihrer Nutzer nicht ausreichend prüfen, müssen mit empfindlichen Strafen rechnen.

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Vier Säulen für mehr Schutz

Das Verbot ist nur ein Teil einer größeren Strategie. ThaiHealth arbeitet mit dem Ministerium für digitale Wirtschaft zusammen, um den Schutz von Kindern im Netz grundlegend zu stärken. Dazu zählen neue Richtlinien und die Überwachung illegaler Websites.

Das Programm ruht auf vier Säulen: Stärkung der Medienkompetenz, neue Lernwerkzeuge, Kampagnen für gesunde Mediengewohnheiten und eine enge Zusammenarbeit zwischen Regierung, Unternehmen und Zivilgesellschaft.

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Experten raten: Bildschirmzeit begrenzen, mehr Bewegung

Unabhängig von politischen Entscheidungen appellieren Kinderspezialisten an die Eltern. Sie sollen klare, altersgerechte Bildschirmzeit-Limits setzen und für ausreichend körperliche Aktivität und gemeinsames Spielen sorgen.

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Quelle: AseanNow Thailand