Konto von Betrügern geplündert: KBank muss 1 Mio. zahlen

KBank übersah verdächtige Mitternachts-Überweisungen von Charlotte Austin – und muss jetzt blechen. Doch das Gericht spricht von geteilter Schuld. Wer trägt die Hauptverantwortung?

Konto von Betrügern geplündert: KBank muss 1 Mio. zahlen
Wassayos Ngamkham / Bangkok Post

PHUKET – Ein Zivilgericht hat die Kasikornbank zu einer Entschädigungszahlung von 1 Million Baht verurteilt, weil sie verdächtige Nachtüberweisungen im Betrugsfall der Schauspielerin Charlotte Austin nicht erkannte. Die 25-Jährige verlor Ende 2024 insgesamt 4 Millionen Baht an Betrüger. Das Gericht stellte eine geteilte Verantwortung fest.

4 Millionen Baht durch falschen DSI-Beamten verloren

Schauspielerin und Model Charlotte Austin, fünftplatzierte der Miss Grand Thailand 2022, erhielt am 7. Dezember 2024 einen Videoanruf. Ein Mann gab sich als Beamter des Department of Special Investigation aus.

Der Anrufer beschuldigte sie der Geldwäsche im Zusammenhang mit der skandalumwitterten Stark Corporation. Um ihre Unschuld zu beweisen, sollte sie 4 Millionen Baht überweisen – und musste während der gesamten Transaktionen in der Videoleitung bleiben.

Zwei Überweisungen mitten in der Nacht

Über die Mobile-Banking-App der Kasikornbank tätigte Austin drei Überweisungen. Die erste über 2 Millionen Baht ging um 17 Uhr raus und wurde vom Gericht später als normale Transaktion eingestuft.

Anders die zwei folgenden Überweisungen: Insgesamt weitere 2 Millionen Baht überwies die junge Frau nach Mitternacht. Genau diese nächtlichen Transaktionen werteten die Richter als eindeutig verdächtig.

Gericht teilt Verantwortung auf

Die Klägerin argumentierte, die Bank habe ungewöhnliche und risikoreiche Vorgänge nicht erkannt und keine Warnung ausgegeben. Die Kasikornbank verwies auf ihre branchenüblichen Überwachungssysteme, die die Transaktionen als gewöhnlich verarbeitet hätten.

Das Zivilgericht sah das anders: Eine Bank müsse über robustere Sicherheitsvorkehrungen verfügen, um verdächtige Aktivitäten nach Mitternacht zu erkennen. Allerdings stellten die Richter auch Fahrlässigkeit bei der Klägerin fest und teilten die Verantwortung hälftig.

Urteil stützt sich auf neues Notfalldekret

Grundlage für die Entscheidung ist ein geändertes Notfalldekret vom April 2025. Es schreibt bei Finanzbetrug eine geteilte Verantwortung vor, abhängig vom Grad der Fahrlässigkeit jeder Partei.

Für Charlotte Austins Firma bedeutet das: Statt der erhofften 4 Millionen Baht Schadensersatz erhält sie 1 Million Baht Entschädigung. Die Summe ist ab dem 8. Dezember 2024 mit jährlich 5 Prozent zu verzinsen.

Bank muss Gerichtskosten und Anwaltsgebühren tragen

Die Kasikornbank wurde zusätzlich verurteilt, die anteiligen Gerichtskosten zu erstatten. Auch 20.000 Baht Anwaltskosten gehen auf ihr Konto.

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Im Mai 2025 hatte das Strafgericht bereits vier Angeklagte in dem Callcenter-Betrugsfall zu Haftstrafen zwischen sechs und sieben Jahren verurteilt.

Anwalt sieht wichtigen Präzedenzfall

Nitithorn Kaewto, Austins Anwalt, bezeichnete das Urteil als bedeutenden Präzedenzfall. Betroffene aus der Unterhaltungsindustrie und Privatpersonen könnten Finanzinstitute nun für den Umgang mit verdächtigen Transaktionen zur Rechenschaft ziehen.

Besonders gelte das für spätnächtliche Vorgänge, die bisher oft durchs Raster der Überwachungssysteme fielen.

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Quelle: Bangkok Post

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