Ein Pickup für knapp anderthalb Millionen Baht – vor zehn Jahren hätte das in Thailand für ungläubiges Kopfschütteln gesorgt. Der Ford Ranger Wildtrak X mit V6-Dieselmotor steht seit dem Modelljahr 2026 bei den Händlern und kostet 1.469.000 Baht. Damit liegt er preislich zwischen dem Toyota HiLux Travo Overland und dem deutlich teureren Ranger Raptor, bedient aber eine Käuferschicht, die weder den spartanischen Arbeitspickup noch den reinen Offroad-Spielplatz sucht.




Ford positioniert den Wildtrak X als Allrounder mit Fahrkomfort auf SUV-Niveau, ohne auf die Zugkraft eines vollwertigen Nutzfahrzeugs zu verzichten. Der Wagen zieht gebremst bis zu 3.500 Kilogramm und trägt rund 1.000 Kilogramm Nutzlast auf der Ladefläche. Die Frage, ob dieses Versprechen im Alltag zwischen Motorway 7 und Schotterweg nach Isaan hält, beantwortet ein Blick auf die technischen Daten und den Vergleich mit der Konkurrenz.
Sechs Zylinder und 600 Newtonmeter unter der Haube
Der 3,0-Liter-V6-Turbodiesel leistet 250 PS bei 3.250 Umdrehungen und liefert ein maximales Drehmoment von 600 Newtonmetern bereits ab 1.750 Touren. Zum Vergleich: Der Toyota HiLux Travo bringt es mit 2,8-Liter-Vierzylinder auf 204 PS und 500 Newtonmeter, der Isuzu D-Max V-Cross auf 190 PS und 450 Newtonmeter. Zwei Zylinder und gut 100 Newtonmeter mehr als die Konkurrenz – das merkt man beim Überholen auf der Fernstraße und beim Bergaufziehen eines Anhängers.

Der V6 verlangt allerdings nach AdBlue, einem Harnstoffzusatz für die Abgasnachbehandlung. Das fügt dem Wartungsplan eine zusätzliche Position hinzu, die bei den Vierzylindern der Konkurrenz entfällt. Der Praxisverbrauch liegt nach Testberichten bei etwa 9,5 bis 10,5 Kilometern pro Liter – ein Wert, der Vielfahrer durchaus zum Rechnen zwingt. Ford Thailand gibt keinen offiziellen Normverbrauch für den lokalen Markt an.
Zehn Gänge, kein Elektro-Hybrid – und warum das ein Vorteil sein kann
Das 10-Gang-Automatikgetriebe schaltet sanft und präzise, wenngleich es bei ruhiger Fahrweise häufig zwischen den Stufen wechselt. Ein 6-Gang-Automat, wie ihn Toyota und Isuzu verbauen, käme mit dem enormen Drehmoment des V6 vermutlich ebenfalls zurecht. Ford argumentiert, die vielen Stufen senkten den Verbrauch auf der Langstrecke. In der Praxis wirkt sich das vor allem bei konstantem Tempo auf der Autobahn aus, wo der Motor dank kurzer Spreizung niedrig dreht.




Der entscheidende Vorteil gegenüber den aufkommenden Hybrid-Getrieben: Das rein mechanische System arbeitet ohne Elektromotor, sodass die Getriebesteuerung weniger komplexe Berechnungen anstellen muss. Das Ergebnis ist ein gleichmäßiges, vorhersehbares Ansprechverhalten ohne die gelegentlichen Verzögerungen, die bei Hybrid-Kopplungen auftreten können. Für Fahrer, die ihren Pickup als Arbeitstier einsetzen und Zuverlässigkeit über Technologie-Neuheit stellen, ist das ein handfestes Argument.
Bilstein-Fahrwerk und der SUV-Effekt auf der Autobahn
Das Fahrwerk mit Bilstein-Stoßdämpfern und positionsabhängiger Dämpfung gehört zu den auffälligsten Merkmalen des Wildtrak X. Vorne arbeiten Doppelquerlenker mit Schraubenfedern und Stabilisator, hinten eine Blattfederung neuer Bauart. Der Bodenabstand liegt bei rund 258 Millimetern, die Spurbreite wurde um 30 Millimeter verbreitert. Auf befestigten Straßen fährt sich der Ranger damit spürbar ruhiger als die Konkurrenz – die Wankneigung in Kurven bleibt gering, Bodenwellen werden ohne hartes Nachschwingen geschluckt.
Auf unbefestigten Wegen – Schotter, Sand, aufgeweichte Laterit-Pisten – profitiert der Wagen von sechs wählbaren Fahrmodi (Normal, Eco, Tow/Haul, Slippery, Mud/Ruts, Sand) und einem permanenten Allradsystem mit automatischer Kraftverteilung. Der Rock-Crawl-Modus und die elektronische Differenzialsperre hinten machen auch steile, felsige Passagen beherrschbar. Die 17-Zoll-Felgen mit All-Terrain-Bereifung der Marke General Grabber schlucken zwar etwas Komfort auf Asphalt, geben dafür abseits der Straße verlässlichen Grip.
Was der Innenraum über den Preisanspruch verrät
Die Kabine teilt sich die Plattform mit dem Ford Everest und wirkt eher wie ein SUV als wie ein Nutzfahrzeug. Das 12-Zoll-Touchdisplay mit Wireless Apple CarPlay und Android Auto reagiert flüssig, die Grafik ist aufgeräumt. Das Bang-&-Olufsen-System mit acht Lautsprechern liefert ordentlichen Klang. Leder, schwarzer Pianolack und orangefarbene Kontrastnähte geben dem Innenraum Charakter, ohne billig zu wirken. Die Rückbank bietet bei 173 Zentimetern Körpergröße genug Platz, für größere Passagiere wird es eng.




Einen Kritikpunkt gibt es bei einem Fahrzeug dieser Preisklasse: Der Beifahrersitz lässt sich nur manuell verstellen. Chinesische Pickups bieten für 600.000 Baht bereits elektrische Sitze mit Belüftung – Ford verlangt das Doppelte und spart hier. Die Ladefläche überzeugt dagegen mit einem 400-Watt-Wechselrichter und einer 230-Volt-Steckdose ab Werk. Das optionale Flexible Rack System ersetzt die Sportbar und erlaubt variable Ladungssicherung über die gesamte Pritschenlänge.
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Ranger, HiLux Travo, D-Max: Wer bietet was für welchen Preis
Der Ford Ranger Wildtrak X V6 kostet 1.469.000 Baht. Der nächstvergleichbare Toyota HiLux Travo Overland 4×4 (2,8 Liter, Automatik) liegt bei 1.366.000 Baht, also gut 100.000 Baht darunter. Der Isuzu D-Max V-Cross 4×4 mit 3,0-Liter-Diesel und Automatik kommt auf 1.297.000 Baht – rund 170.000 Baht weniger als der Ford. Wer den Aufpreis für den V6-Motor, das Bilstein-Fahrwerk und den permanenten Allradantrieb zahlen will, bekommt beim Ranger die stärkste Antriebseinheit und den komfortabelsten Geradeauslauf im Segment.


Wer Langlebigkeit und Wiederverkaufswert priorisiert, findet beim Isuzu D-Max nach wie vor den zuverlässigsten Ruf in Thailand. Toyota punktet mit dem dichtesten Händlernetz und günstigen Ersatzteilen. Ford wiederum liegt bei der Anfangsqualität laut der J.D.-Power-Studie 2025 auf Platz zwei im Segment und bietet als einziger der drei eine Herstellergarantie von fünf Jahren oder 150.000 Kilometern – Toyota und Isuzu garantieren drei Jahre oder 100.000 Kilometer.
Krankenversicherung und Alltagskosten beim Pickup-Kauf in Thailand
Die KFZ-Vollkasko (Type 1) für einen Pickup dieser Preisklasse kostet in Thailand je nach Anbieter und Schadenshistorie zwischen 12.000 und 25.000 Baht pro Jahr. Dazu kommen Steuern, der AdBlue-Nachfüllbedarf beim V6 und Inspektionen alle 10.000 Kilometer. Expats, die regelmäßig Langstrecken fahren, sollten neben der KFZ-Police auch die persönliche Absicherung prüfen. Eine internationale Krankenversicherung für Expats deckt Unfallfolgen ab, die über die thailändische Pflichtversicherung hinausgehen.
Die Gesamtkosten eines Pickup-Besitzes – Versicherung, Kraftstoff, Wartung – summieren sich beim Wildtrak X auf etwa 15.000 bis 20.000 Baht monatlich, Kreditraten nicht eingerechnet. Das liegt in der Bandbreite vergleichbarer Fahrzeuge. Wer den Wagen vor allem als komfortables Langstreckenfahrzeug mit gelegentlicher Geländenutzung einsetzen will, bekommt mit dem Wildtrak X eines der ausgewogensten Gesamtpakete im thailändischen Pickup-Markt – wenn der Aufpreis zum Standardmodell ins Budget passt.
Redaktionelle Hinweise
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Die genannten Preise entsprechen den offiziellen Listenpreisen der Hersteller in Thailand (Stand Juli 2026). Händlerrabatte, Sonderaktionen und regionale Preisunterschiede bleiben unberücksichtigt. Technische Angaben basieren auf den Herstellerspezifikationen von Ford Thailand, Toyota Thailand und Isuzu Thailand. Die Wochenblitz-Redaktion steht in keiner geschäftlichen Beziehung zu den genannten Automobilherstellern.

Naja da würde ich doch den BEV Pickup von Geely bevorzugen, spart eine halbe Million THB beim Kauf
Technische Spezifikationen und Varianten
Der Riddara RD6 ist als reines Elektrofahrzeug (BEV) sowie als Plug-in-Hybrid (PHEV) erhältlich, wobei der reine EV-Modus im Fokus der globalen Expansion steht.
Antrieb und Leistung: Die Allradversion (4WD) verfügt über einen 315 kW (422 PS) starken Dual-Motor-Antrieb und beschleunigt in 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Heckantrieb-Version (2WD) bietet bis zu 200 kW (272 PS).
Reichweite und Batterie: Je nach Konfiguration steht eine Batterie mit 63 kWh bis 86 kWh zur Verfügung. Die reine Elektro-Reichweite liegt nach WLTP-Standard bei bis zu 455 km (bzw. ca. 360–424 km je nach Markt und Testzyklus). Die PHEV-Versionen erreichen mit dem NordThor EM-P-System eine Gesamtreichweite von bis zu 1.068 km.
Nutzlast und Anhängelast: Das Fahrzeug kann Nutzlasten von bis zu 1.030 kg transportieren und Anhänger mit bis zu 3.000 kg ziehen.
Design und Chassis: Im Gegensatz zu traditionellen Pickups mit Rahmenchassis nutzt der Riddara ein monocoques Chassis mit unabhängiger Bereifung (McPherson vorne, Multi-Link hinten), was für SUV-ähnlichen Fahrkomfort sorgt.
Thailand und Asien: Geely plant die lokale Produktion in Thailand, um den wachsenden Markt für Elektro-Pickups zu bedienen. Der Startpreis in Thailand liegt bei ca. 899.000 Baht für die 2WD-Version.
Wenn ich einen Pickup brauchen und wollen würde, wäre das in der Tat durchaus eine sinnige Lösung. Und wenn die erstmal in Thailand gefertigt werden, dann werden sie auch nochmals ein Stück günstiger. War beim GWM Ora ganz genau so.
Auf jeden Fall würde ich mir so einen Monster-Verbrenner ganz bestimmt nicht mehr in den Carport stellen. Nicht mehr deshalb, da ich etliche Jahre den Everest, noch mit der 3,2 l Maschine gefahren bin. War einmal ein schönes und gutes Fahrzeug, aber die Betonung liegt auf „war einmal“. Ist halt einfach nicht mehr Stand der Technik. Aber das werden sie bei Ford vielleicht auch noch lernen.
Ich bin mir bei der Batterietechnik die GWM verbaut nicht glücklich, das heisst es werden entweder MNC oder LFP Akkus verbaut. Es ist nicht ganz klar welche Batterien an welchem Modell zu Einsatz kommen, wobei NMC Akkus bedeutend weniger Ladezyklen vertragen. Aber worüber ich gestaunt habe, keine Starrachse sondern Einzelradaufhängung!
Da lob ich mir meinen neuen Tank 300 unltra plus Diesel 2,4 L, innen wie aussen. Fahrkomfort und Assistenzsysteme, 5-Sterne Crash- Test. Top Preis- im Vergelich!
Im für- und wider zu meinen früheren Autos das beste Auto bisher trotz oder eben chinesischer Herstellung. Da müssen sich der Grossteil der anderen Hersteller warm anziehen.
Ob der Tank 300 in seiner Form Mercedes abgekupfert ist wurscht, es unterstreicht die Clevernis der Chinesen.
Bei der jüngsten ch. Automesse war der deutsche Moderator fast schon deprimiert ob der Qualität der ch. Autos im Vergleich.
Sie haben halt nicht geschlafen und Überheblichkeit bestraft.
Und die Preise sind, trotz bester Qualität nicht zu schlagen.
Muss man neidlos anerkennen
Wer gerne mit einem Panzer (=Tank) unterwegs ist, für den ist es das Höchste. 👍
Den gibt es übrigens auch als Tank 300L Hi4-Z (Langversion). Leistet extreme 751 PS (1.195 Nm Drehmoment) und erreicht dank eines 59,6 kWh großen Akkus eine rein elektrische Reichweite von bis zu 200 Kilometern.
Ist doch nicht zu fassen, da schreibt einer einen ellenlangen Testbericht zu einem Verbrenner und bringt doch tatsächlich noch einen Satz zur internationalen Krankenversicherung für Expats unter! Gratuliere!
👍👍👍
Danke… Wir sind halt kreativ. 😏
Kann man so sagen! ✌️
Ja, kaum ein Beitrag, wo man nicht darauf hingewiesen wird. Das eigentliche Problem ist aber nicht nur die KV an sich, sondern auch, dass Thailand viele internationale KV’s einfach nicht anerkennen will. Genau dass wird zunehmend zum Problem für viele Residenten hier.