BANGKOK – Die Polizei hat ein Netzwerk zerschlagen, das mit Scheinfirmen und thailändischen Strohmännern Luxushäuser für einen chinesischen Geldgeber erwarb. 33 Villen im Wert von über 1,275 Milliarden Baht sind ins Visier der Wirtschaftsermittler geraten. Bei Razzien an 20 Orten stellten die Beamten Eigentumsurkunden, Firmenstempel und blanko unterzeichnete Aktienübertragungen sicher.
33 Häuser allein in zwei Nobelvierteln
Die sichergestellten Immobilien konzentrieren sich auf die Gegend um die Phatthanakan Road und die Krung Thep Kritha Road. Es handelt sich durchweg um hochpreisige Wohnhäuser in umzäunten Luxussiedlungen.
Nach ersten Berechnungen beläuft sich der Gesamtwert der 33 Liegenschaften auf mehr als 1,275 Milliarden Baht. Das Geld für alle Käufe stammte Polizeiangaben zufolge vollständig von einem einzigen chinesischen Investor.
Drei Methoden, das Landrecht auszuhebeln
Das Netzwerk setzte auf ein dreistufiges Modell: Zwei Häuser kauften die Tarnfirmen auf Vorrat. Bei drei weiteren Objekten wurde die Aktionärsstruktur erst dann geändert, sobald chinesische Käufer bereitstanden.
Die übrigen 28 Häuser erwarben die Scheinfirmen und ließen sie anschließend über chinesische Makleragenturen vermieten oder direkt weiterverkaufen. In jedem Fall blieb der ausländische Kapitaleigner unsichtbar im Hintergrund.
Mutter und Tochter als Strohfrauen geführt
Als offizielle Aktionärinnen und Geschäftsführerinnen der Firmen traten Frau Piyanuch und ihre Mutter Frau Sakhon auf. Die Ermittler fanden 30 Sätze Blankodokumente zur Aktienübertragung, die beide Frauen vorab unterschrieben hatten.
Damit konnte der chinesische Auftraggeber Hao Deng jederzeit die Kontrolle über Firmen und Immobilien übernehmen oder weiterreichen. Die thailändischen Beteiligten stellten Polizeisprechern zufolge nur ihre Namen zur Verfügung, das gesamte Kapital stammte von Hao Deng.
Bargeld, Reisepässe und Firmenstempel beschlagnahmt
Bei den Durchsuchungen in 20 Objekten stellten die Beamten umfangreiche Beweise sicher: drei Grundbuchurkunden, 30 Kaufverträge und Eigentumsdokumente sowie sechs Firmenstempel. Daneben fanden sie 24 Finanzberichte und weitere Firmenunterlagen.
Zudem griffen die Ermittler auf 13 elektronische Geräte, Bargeld im Wert von etwa 1,4 Millionen Baht und 15 Reisepässe unterschiedlicher Nationalität zu. Die Pässe sollen nun helfen, weitere Beteiligte zu identifizieren.
Nachbarn beschwerten sich über Zustände in der Siedlung
Die Polizei nahm die Ermittlungen aufgrund von Daten des Ministeriums für Geschäftsentwicklung und Bürgerbeschwerden auf. Anwohner der betroffenen Luxusviertel meldeten, dass viele chinesische Staatsbürger in der Siedlung wohnten und dies zu Beschwerden führte.
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Diese Hinweise verbanden die Beamten der Abteilung für Wirtschaftsverbrechen mit Firmendaten und stießen auf insgesamt 33 Unternehmen, die nur dem Papier nach thailändisch geführt waren.
Haftbefehle und Meldung ans Grundbuchamt
Die Ermittler bereiten nun Anträge auf Haftbefehl gegen die Beteiligten vor. Ihnen wird vorgeworfen, das thailändische Landgesetz sowie das Gesetz über ausländische Geschäftstätigkeiten gebrochen zu haben, indem sie Thailänder als Strohleute einsetzten.
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Parallel leitet die Polizei ihre Erkenntnisse an das Grundbuchamt weiter. Dort wird geprüft, ob die Grundstücke und Häuser eingezogen oder anderweitig rechtlich belangt werden können. Die Untersuchungen werden auf weitere thailändische und ausländische Komplizen ausgeweitet.

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