BANGKOK – Mit der Operation „SILENT VOLT“ hat das Department of Special Investigation (DSI) ein Netzwerk zerschlagen, das in großem Stil Strom für Bitcoin-Mining gestohlen hat. Die Täter zapften direkt eine 22-Kilovolt-Hochspannungsleitung an. Der monatliche Verbrauch lag bei rund 22 Millionen Baht, bezahlt wurden nur wenige zehntausend Baht.
Hochspannungsleitung direkt angezapft
Ermittler sprechen vom größten Fall illegaler Stromnutzung, den die Provincial Electricity Authority (PEA) je gesehen hat. Statt den Strom über offizielle Zähler zu beziehen, kniffen die Betreiber zweier Fabriken die 22-Kilovolt-Leitung direkt an.
Seit April beziehungsweise September des Vorjahres lief der Betrieb ohne jede Spur im Abrechnungssystem. Das machte die Aufdeckung laut DSI extrem schwierig.
Knapp 2.000 Mining-Geräte beschlagnahmt
Am 21. Juli durchsuchten DSI und PEA insgesamt sieben Orte. In zwei Fabriken stellten die Einsatzkräfte rund 1.900 Bitcoin-Mining-Geräte sicher.
Der geschätzte Wert der Geräte liegt bei etwa 2.000 Millionen Baht. Der vorläufige Schaden durch den illegalen Stromverbrauch beträgt rund 280 Millionen Baht.
22 Millionen Verbrauch, zehntausend bezahlt
Laut PEA-Gouverneur Mongkol Treekitjanon kostete der Betrieb von geschätzt 2.000 Geräten monatlich etwa 22 Millionen Baht an Strom. Überwiesen wurden dagegen nur 10.000 bis 20.000 Baht.
Die Differenz belastet die Staatskasse massiv. Die PEA kündigte an, die entgangenen Einnahmen in Milliardenhöhe zivilrechtlich einzufordern.
Verbindungen zu chinesischen Investoren
Das Netzwerk unterhielt laut DSI enge Kontakte zu chinesischen Geldgebern, gegen die bereits Haftbefehle vorliegen. Die Ermittler stufen den Fall als grenzüberschreitende Kriminalität ein.
Zudem ziehen sich Fäden zu Scammer-Banden und illegalen Online-Glücksspiel-Plattformen. Die Hinweise stapelten sich bei der Behörde seit 2022.
Sieben Staatsdiener bereits angeklagt
Schon vor der jetzigen Razzia wurden sieben thailändische Staatsbedienstete und ein Beamter einer Strafverfolgungsbehörde strafrechtlich belangt. Ihre Fälle gingen an die Nationale Antikorruptionskommission.
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Die DSI prüft nun weitere Anklagepunkte, darunter Diebstahl zur Nachtzeit durch mehrere Personen. Auch die Einstufung als Geldwäsche-Vortat ist im Gespräch, das Anti-Money Laundering Office wurde eingeschaltet.
Disziplinarverfahren gegen PEA-Mitarbeiter
PEA-Chef Mongkol stellte klar, dass beteiligte Mitarbeiter ohne Rücksicht auf Rang oder Position mit disziplinarischen und strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. In der Vergangenheit seien bereits Angestellte entlassen worden.
Dieselbe Entschlossenheit gelte für mögliche Mitwisser innerhalb des DSI. Generaldirektor Pol. Maj. Yutthana Praedam betonte, es werde keine Ausnahmen geben.
Brandgefahr und Stromausfälle als Risiko
Premierminister Anutin Charnvirakul warnte bei der Pressekonferenz am 23. Juli vor den Sicherheitsrisiken. Das direkte Anzapfen von Hochspannungsleitungen kann Kurzschlüsse und großflächige Stromausfälle auslösen.
Ebenso bestehe akute Brandgefahr für die Umgebung. Der Regierungschef nannte den Fall einen wirtschaftlichen Schaden und ein Sicherheitsproblem zugleich.
Zusätzliche Anklagen wegen Bau- und Umweltverstößen
Neben dem Stromdiebstahl prüft die DSI Verstöße gegen Bauvorschriften, Umweltgesetze und das Gesundheitsrecht. Die Ermittler kündigten eine lückenlose Strafverfolgung an.
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Die Bereiche um die stillgelegten Anlagen wurden abgesperrt. Die Gebäudestruktur und die Umwelt sind laut DSI beeinträchtigt, unbefugtes Betreten wurde untersagt.

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