Streit in Patong: „Israelisches Territorium?“ – Razzia-Welle

Bei einer Inspektion in Patong soll ein Mann die Beamten gefragt haben, ob sie nicht wüssten, dass dies israelisches Territorium sei. Die Antwort des Vize-Innenministers kam prompt.

Streit in Patong: „Israelisches Territorium?" – Razzia-Welle
Asean Now

PHUKET – Nach einer hitzigen Konfrontation bei einer Inspektion im Chabad House in Patong haben thailändische Behörden ihre Kampagne gegen mutmaßliche Strohmann-Unternehmen massiv ausgeweitet. Mehr als 361 Betriebe stehen nun auf dem Prüfstand, darunter Hotels, Luxusvillen und Restaurants.

„Wissen Sie nicht, dass das israelisches Territorium ist?"

Die Lage eskalierte, als Ermittler des Innenministeriums zusammen mit Einwanderungs- und Touristenpolizei das Gelände im Bezirk Kathu betraten. Eine nicht identifizierte Person soll die Beamten mit der Frage herausgefordert haben: „Wissen Sie nicht, dass dies israelisches Territorium ist?“

Vize-Innenminister Polpee Suwanchawee wies das barsch zurück: „Das hier ist Thailand. Jeder auf thailändischem Boden muss sich an thailändisches Recht halten. Niemand hat das Recht, Souveränität über thailändisches Territorium zu beanspruchen.“

Über 360 Unternehmen im Visier der Ermittler

Nach dem Eklat weitete das Ministerium die Prüfungen deutlich aus. Über 361 verdächtige Firmen sind nun ins Visier geraten. Die Liste umfasst Hotels, Restaurants, Reiseunternehmen und Betreiber von Luxusvillen.

Die Beamten suchen gezielt nach thailändischen Strohmännern, die als Tarnung für ausländische Eigentümer herhalten. Auch fehlende oder unvollständige Gewerbelizenzen stehen im Fokus der landesweiten Durchsuchungen.

Wirtschaftssouveränität und faire Chancen im Fokus

Polpee betonte, die Razzien richteten sich weder gegen eine bestimmte Nationalität noch gegen eine Religion oder die Herkunft ausländischer Investitionen. Wer in Thailand lebt und Geschäfte macht, hat sich an ein und dasselbe Gesetz zu halten.

Das Innenministerium erklärte, Gesetzesverstöße würden ausnahmslos strafrechtlich verfolgt. Die Kampagne diene dem Schutz fairer Marktbedingungen für einheimische Betreiber und der Wahrung der nationalen Wirtschaftssouveränität.

Kritik an Treffpunkten für Geschäftsnetzwerke

Das Chabad House in Patong war bereits zuvor ins Visier der Behörden geraten. Anwohner und Nutzer sozialer Medien hatten die Sorge geäußert, das Zentrum entwickle sich zu einem Knotenpunkt für Geschäftsnetzwerke bestimmter Gruppen israelischer Staatsbürger.

Die Chabad of Thailand Foundation betreibt landesweit Niederlassungen – von Bangkok über Chiang Mai bis nach Koh Phangan und Mae Hong Son. Die Zentren bieten Unterkunft, koschere Verpflegung und Räume für jüdische Feste und Zeremonien.

Religionsfreiheit ja, Tarnung nein

Die Beamten stellten klar, dass religiöse Handlungen nicht Gegenstand der Ermittlungen sind. Überprüft werden einzig die Geschäfts- und Gebäudebetriebe auf ihre Rechtmäßigkeit. Die Verfassung garantiere die Religionsfreiheit, hieß es. Allerdings dürften Aktivitäten niemals zur Verschleierung illegaler Geschäfte oder verschleierter Eigentümerschaft dienen. Wer Strohmann-Konstrukte nutzt, müsse mit harten Konsequenzen rechnen.

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Quelle: AseanNow

Ein Kommentar zu „Streit in Patong: „Israelisches Territorium?“ – Razzia-Welle

  1. Ist noch nicht so lange her, da wurde behauptet Phuket und insbesondere Patong wären in der Hand der russischen Mafia. Und jetzt sind es plötzlich angeblich die Israelis? Übrigens wenn man „faire Marktbedingungen für einheimische Betreiber“ mit dem Protektionismus und Kriminalisierung von ausländischen Investoren übersetzt, dann ergibt das sogar einen Sinn. Wenn’s denn der Staat macht heißt das „Wahrung der nationalen Wirtschaftssouveränität“. Ohne Staatsbeteiligung eher Mafia. Oder eben nicht?

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