Bangkok-Skandal: Italienische Schule dementiert Verbindung – droht mit Klage

Nach dem BTS-Eklat in Bangkok kursierte online der Name einer italienischen Schule. Jetzt dementiert das Institut jede Verbindung – und droht mit rechtlichen Schritten gegen die Verbreiter.

Bangkok-Skandal: Italienische Schule dementiert Verbindung – droht mit Klage
Nation

BANGKOK – Ein Video aus dem BTS Skytrain in Bangkok hat eine Welle der Empörung ausgelöst und einen italienischen Reiseveranstalter zu einer öffentlichen Entschuldigung gezwungen. Zu sehen ist eine Gruppe Jugendlicher, die andere Fahrgäste beschimpft und mit obszönen Gesten provoziert. Inzwischen hat der Fall ein juristisches Nachspiel bekommen: Eine italienische Schule, deren Name in sozialen Medien fälschlich mit dem Vorfall verknüpft wurde, droht mit rechtlichen Schritten.

Ruhe bitte – doch die Gruppe eskalierte

Es war gegen 19 Uhr in einem Zug der Silom-Linie, als eine Passagierin die Gruppe europäischer Jugendlicher bat, ihre Lautstärke zu senken. Was als höfliche Bitte begann, entwickelte sich schnell zu einem aggressiven Wortgefecht.

Statt leiser zu werden, zückten die Jugendlichen ihre eigenen Handys, filmten die Frau zurück und überzogen sie mit einer Flut von Beleidigungen. Die Situation eskalierte, bis ein Teenager der Passagierin entgegenschleuderte: „Sorry for bringing money to your country.“

Obszöne Gesten beim Ausstieg

Während die Gruppe an der Station Sala Daeng den Waggon verließ, setzten sie noch einen drauf. Mehrere Mitglieder zeigten den verbliebenen Fahrgästen durch die Scheibe hindurch obszöne Handzeichen.

Die gefilmte Szene verbreitete sich rasend schnell in den sozialen Netzwerken und schlug hohe Wellen. Binnen Stunden kursierte online eine Behauptung, die den Fall zusätzlich anheizte: Die Jugendlichen seien Schüler des Liceo Scientifico Statale „Albert Einstein“ im süditalienischen Cerignola.

Schule dementiert und droht mit Klage

Diese Zuordnung war frei erfunden. Schulleiterin Loredana Tarantino stellte in einer offiziellen Erklärung klar, dass keiner der in den viralen Videos gezeigten Jugendlichen an ihrer Schule eingeschrieben sei oder in irgendeiner Form mit dem Institut in Verbindung stehe. Auch habe die Reise nach Thailand nichts mit einem von der Schule organisierten oder unterstützten Austauschprogramm zu tun.

Die Schulleitung reagierte deutlich schärfer als üblich bei solchen Richtigstellungen. Man werte die falsche Verknüpfung als schwerwiegende Verleumdung, die dem Ansehen der Schule, ihrer Lehrer, Schüler und deren Familien unrechtmäßig schade. Das Institut kündigte an, sämtliche im Netz kursierenden rufschädigenden Inhalte dokumentieren zu lassen, und behält sich ausdrücklich zivil- und strafrechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen für Erstellung und Verbreitung vor.

Auch das englischsprachige Nachrichtenportal Khaosod berichtete über die Klarstellung der Schule und bestätigte, dass die Jugendlichen im Video keinerlei Verbindung zu dem Institut haben. Lesen Sie auch: Italienischen Schüler – Skytrain Video löst politische Welle aus

Der Veranstalter rudert zurück

Unabhängig von der Schulfrage reagierte TravellingFox Estate INPSieme, der italienische Reiseveranstalter, mit einer schriftlichen Entschuldigung. Man wolle sich von dem Verhalten der Teenager klar distanzieren, hieß es in dem Statement.

Die Agentur räumte ein, der Vorfall habe ein Bild vermittelt, das nicht die Werte widerspiegle, für die das Unternehmen stehe. Jugendlicher Überschwang in einem fremden Land könne zwar zu übermütigem Verhalten führen, so der Wink mit dem Zaunpfahl – eine Entschuldigung sei das aber nicht.

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„Momentane Aufregung ist keine Entschuldigung“

In der Erklärung stellte das Unternehmen unmissverständlich klar, dass das Alter der Schüler kein Freifahrtschein für schlechtes Benehmen sei. „Dies entschuldigt oder rechtfertigt keine unangemessenen Gesten oder Verhaltensweisen“, betonte die Agentur in ihrem Schreiben.

Man lege Wert auf die Feststellung, dass das Verhalten der Jugendlichen weder die Werte des Reiseunternehmens noch die der meisten anderen Reiseteilnehmer repräsentiere.

20 Jahre Beziehung auf dem Prüfstand

Der Reiseveranstalter verwies auf seine langjährige Verbindung zum Königreich. Seit zwei Jahrzehnten bringe man Tausende italienischer Schüler für Bildungsreisen nach Thailand.

„Thailand ist ein Land, das wir wegen seiner exquisiten Schönheit, seiner reichen Kultur und der Gastfreundschaft seiner Menschen zutiefst lieben“, hieß es abschließend. Wer die Jugendlichen tatsächlich sind und an welcher Schule sie eingeschrieben sind, blieb bis Redaktionsschluss offen.

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Quelle: Khaosod English

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