BANGKOK, Thailand – 22 chinesische Staatsangehörige durften am 29. Juli den Flug TG674 der Thai Airways von Bangkok nach Peking nicht antreten. Was als Fan-Auftritt begann, endete mit verweigerten Bordkarten, entladenem Gepäck und einem Video, das innerhalb weniger Stunden in China Millionen Menschen sahen.
Fans drangen in gesperrte Bereiche ein
Gegen 23 Uhr betrat eine Gruppe von 22 Fans eines chinesischen Künstlers – nach übereinstimmenden Berichten ein Schauspieler – den Suvarnabhumi Airport, um ihren Star zum Abflug zu begleiten. Ohne Berechtigung drangen sie in die Passagierlounge der Fluggesellschaft ein, aus der das Sicherheitspersonal sie zunächst herausführte. Die Gruppe folgte dem Künstler anschließend weiter bis in den Abflugbereich und verweigerte dort die Kontrolle der Bordkarten. Als der Künstler das Flugzeug betrat, versuchten mehrere Fans, gemeinsam mit ihm die Gangway zu betreten.
Thai Airways schloss daraufhin vorübergehend die Flugzeugtür, um das Einsteigen nicht abgefertigter Personen zu verhindern. Sicherheitskräfte und Flughafenangestellte drängten die Gruppe zurück in den Wartebereich.
Boarding verweigert, Flug verzögert
Thai Airways verweigerte allen 22 Personen das Boarding. Die Begründung: Verstoß gegen Luftsicherheitsvorschriften und mangelnde Kooperationsbereitschaft beim Check-in. Die Fluggesellschaft erklärte, sie habe befürchtet, dass die Gruppe an Bord weitere Störungen verursachen könnte, die nach dem Abflug nicht mehr zu kontrollieren wären. Der Flug TG674 nach Peking verzögerte sich durch den Vorfall.
12 der betroffenen Passagiere stimmten zu, ihr aufgegebenes Gepäck aus dem Frachtraum entnehmen zu lassen. Die übrigen 10 weigerten sich. Laut Flughafenangaben zeigten einige der 22 Personen während der Maßnahmen ein aggressives Verhalten gegenüber dem Sicherheitspersonal.
Sicherheitsbeamter mit rassistischer Geste auf Video
Was den Vorfall über einen lokalen Sicherheitsvorfall hinaus zu einem diplomatischen Problem machte, war ein Video: Auf der Aufnahme ist ein Sicherheitsbeamter des Flughafens zu sehen, der eine rassistische Geste in Richtung der chinesischen Passagiere macht – die sogenannte „Schlitzaugen-Geste“. Das Video verbreitete sich auf chinesischen sozialen Netzwerken rasch und löste dort erhebliche Empörung aus.
Der Suvarnabhumi Airport entschuldigte sich für das Verhalten des Beamten. Die Flughafenleitung räumte ein, dass Teile des Sicherheitspersonals sich während des Einsatzes unangemessen verhalten hätten. Der Direktor der Sicherheitsabteilung ordnete ein Disziplinarverfahren gegen die beteiligten Beamten an. Am Flughafen sollen die Abläufe überprüft und angepasst werden, um ähnliche Vorfälle zu vermeiden.
Sicherheitsregeln gelten für alle Passagiere
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Für Reisende am Suvarnabhumi ist der Vorfall eine Erinnerung daran, dass die Abfertigungsbereiche des Flughafens strikt von öffentlich zugänglichen Zonen getrennt sind. Zutritt zu Lounges und Abfluggates setzt gültige Bordkarte und abgeschlossene Kontrolle voraus. Wer sich diesen Maßnahmen widersetzt, riskiert nicht nur die Verweigerung des Boardings, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen nach thailändischem Luftsicherheitsrecht.


Die Sicherheitsregeln besagen auch, dass kein Gepäck eines Passagiers befördert werden darf, der nicht in diesem Flugzeug sitzt. Ob also 10 der 22 dem Entladen des Gepäcks zustimmen oder nicht ist unerheblich, die Koffer müssen raus.