BANGKOK – Jährlich werden weiterhin 8.000 bis 9.000 neue HIV-Infektionen registriert. Fast 60.000 Menschen kennen ihren eigenen HIV-Status nicht, während die Zahl der Neuinfektionen seit fünf bis sechs Jahren stagniert. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen.
Neuinfektionen bleiben seit Jahren auf gleichem Niveau
Thailand will die Zahl der neuen HIV-Infektionen auf weniger als 1.000 pro Jahr senken. Tatsächlich liegt sie weiterhin bei 8.000 bis 9.000 Fällen und ist seit fünf bis sechs Jahren praktisch unverändert. Vor über 30 Jahren gab es in Thailand etwa 170.000 neue HIV-Infektionen pro Jahr.
Bei einer Pressekonferenz am Thai Red Cross AIDS Research Centre erklärte der stellvertretende Direktor Opass Putcharoen, dass das Ziel eines Endes der AIDS-Problematik im Zieljahr 2573 gefährdet ist. Dafür müsste die Zahl der Neuinfektionen rasch und deutlich sinken.
Fast 60.000 Menschen kennen ihren Status nicht
In Thailand leben fast 60.000 Menschen mit HIV, ohne von ihrer Infektion zu wissen. Späte Tests erschweren den schnellen Beginn einer Behandlung und erhöhen das Risiko einer Weiterverbreitung.
Opass Putcharoen empfiehlt deshalb mehr Information und leichter zugängliche Testangebote. Viele Menschen nutzen kostenlose Präventionsdienste nicht, weil sie Hemmungen haben oder nicht wissen, dass diese Angebote verfügbar sind.
Rund 500.000 Menschen leben mit HIV
In Thailand leben derzeit etwa 500.000 Menschen mit HIV. Die Zahl umfasst bereits bekannte und neue Infektionen und steigt auch deshalb, weil Patienten durch bessere Behandlung länger leben und eine gute Lebensqualität behalten.
Die kumulierte Zahl bedeutet daher nicht automatisch, dass die Epidemie aktuell schwerer verläuft. Sorgen bereitet vor allem, dass die Zahl der Neuinfektionen trotz verbesserter Behandlung und Prävention nicht weiter zurückgeht.
Jugendliche gelten als besonders gefährdet
Die Lage bei den 15- bis 24-Jährigen wird als kritisch eingestuft. In dieser Altersgruppe ist die Situation besonders besorgniserregend, während das Wissen über HIV und Schutzmöglichkeiten noch nicht ausreicht.
Opass erklärte, die Aufklärung habe sich im Vergleich zur Vergangenheit verbessert, erreiche aber noch nicht alle Jugendlichen. Die Kommunikation müsse verständlicher und näher an ihrer Lebenswelt sein.
Kondome und Medikamente sind vorhanden
Thailand verfügt grundsätzlich über Schutzmittel. Kondome und wirksame Medikamente zur HIV-Prävention stehen zur Verfügung.
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Das Problem liegt beim Zugang und beim Wissen. Viele Menschen erkennen ihr eigenes Risiko nicht oder wissen nicht, dass sie kostenlose Präventionsangebote nutzen können.
Sexualaufklärung soll in den Schulunterricht
Thailand sollte nach Ansicht von Opass bereits in den Schulen Wissen über sicheren Geschlechtsverkehr vermitteln. Die Inhalte sollten fest im Lehrplan verankert werden, damit Kinder früh lernen, wie sie sich schützen können.
Jugendliche lediglich zum Verzicht auf Geschlechtsverkehr aufzufordern, reicht aus seiner Sicht nicht aus. Politik, Schulen, Eltern und Jugendliche müssten zusammenarbeiten, um das Wissen zu verbessern und neue Infektionen zu verhindern.
Gemeinden sollen mehr Tests anbieten
Opass Putcharoen empfiehlt, Präventions- und Testangebote stärker in die Gemeinden zu verlagern. Gemeindekliniken und mobile Einheiten können den Zugang erleichtern. Effektivere Maßnahmen sind dringend nötig, damit Thailand die Ziele für 2573 und weniger als 1.000 Neuinfektionen pro Jahr noch erreicht.
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