NONTHABURI – Einen Tag nach dem Amoklauf an der Debsirin-Schule in Bang Kruai haben die Angehörigen der Opfer am Samstag die Leichname am Polizeikrankenhaus in Bangkok abgeholt. Die Todeszahl stieg inzwischen auf neun – ein zwölfjähriges Mädchen erlag seinen Schussverletzungen im Krankenhaus.
Leichname übergeben, Mädchen stirbt im Krankenhaus
Am Institut für forensische Medizin des Polizeikrankenhauses wurden die Leichname nach Abschluss der rechtsmedizinischen Untersuchungen einzeln in Särgen an die Familien übergeben. Freiwillige der Stiftung Poh Teck Tung übernahmen den Transport. Während die Angehörigen die Verstorbenen zur Bestattung in ihre Heimatprovinzen überführten, erhöhte sich die Opferzahl: Eine zwölfjährige Schülerin, die am Freitag schwer verletzt ins Phra Nang Klao Hospital eingeliefert worden war, starb an ihren Wunden. Damit zählt die Tat neun Todesopfer.
Fünf Schulangestellte, zwei Großeltern, der Täter – und nun ein Kind
Unter den Toten sind fünf Schulangestellte – darunter der stellvertretende Verwaltungsdirektor Kittiphong Somrat sowie die Lehrerinnen Tiwaporn Wanich, Praphaporn Konesila, Saifon Sirikitchakajorn und Nanchanattaphon Nakkhlang. Hinzu kommen die Großeltern des Täters, die dieser nach bisherigem Ermittlungsstand noch vor der Tat in ihrer Wohnung im Bezirk Bang Bua Thong getötet hatte, sowie der 14-Jährige selbst, der sich nach der Schießerei das Leben nahm.
Der Junge hatte am Freitagmorgen gegen 10 Uhr die auf seinen Großvater registrierte Waffe mitgenommen und auf dem Schulgelände geschossen. Er hatte mehr als 30 Patronen bei sich, als er starb. Nach Angaben der Polizei lebte der 14-Jährige seit seiner Kindheit bei den Großeltern – seine Eltern hatten sich früh getrennt. Ermittler prüfen als mögliches Motiv anhaltende Mobbing-Erfahrungen: Mitschüler schilderten der Polizei, der Junge sei regelmäßig von Klassenkameraden schikaniert und körperlich drangsaliert worden, ohne dass Lehrkräfte eingegriffen hätten.
Die Polizei geht davon aus, dass er ursprünglich die Mitschüler ins Visier nehmen wollte, die ihn gedemütigt hatten – diese waren jedoch vor dem Angriff aus dem Klassenraum gebracht worden. Das offizielle Ermittlungsergebnis steht noch aus.
16 Verletzte noch im Krankenhaus, sieben davon kritisch
Das Gesundheitsministerium meldete am Samstag, dass noch 16 Personen hospitalisiert sind, sieben davon in kritischem Zustand. Die meisten Verletzten sind zwischen 12 und 14 Jahre alt. Die Schule bleibt vom 10. bis 14. August geschlossen; Lehrer arbeiten von zu Hause.
Premier kündigt Ende der Waffenerlaubnisse an
Ministerpräsident Anutin Charnvirakul bezeichnete den Anschlag als vorsätzlich und sprach von einem Schüler, der unter extremem Druck gestanden habe. Er kündigte an, staatliche Genehmigungen zum Tragen und Besitz von Schusswaffen nicht mehr zu verlängern. Die Schule Debsirin Nonthaburi gilt als eine der bekanntesten Jungenschulen Thailands; dem Netzwerk gehören elf Standorte im ganzen Land an.
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Die Tat ist das schlimmste Schulmassaker Thailands seit dem Angriff auf eine Kindertagesstätte in Nong Bua Lamphu im Oktober 2022, bei dem ein 34-jähriger Ex-Polizist 37 Menschen tötete – darunter 24 Kinder.
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