BANGKOK – Finanzminister Ekniti Nitithanprapas warnt vor vier wirtschaftlichen Belastungen: dem Machtkampf zwischen USA und China, dem schnellen Aufstieg der künstlichen Intelligenz, schwankenden Energiepreisen und einer schrumpfenden Erwerbsbevölkerung. Er ist zugleich stellvertretender Ministerpräsident. Er berichtete außerdem, selbst durch einen mit künstlicher Intelligenz erzeugten Anlagebetrug getäuscht worden zu sein und Anzeige erstattet zu haben.
Finanzminister fällt auf KI-Anlagebetrug herein
Ekniti sagte, ein künstlich erzeugter Avatar habe ihn zu einer Investition verleitet. Gesicht und Stimme hätten dem echten Menschen stark geähnelt, seien aber nicht identisch gewesen.
Der Minister erstattete nach eigenen Angaben Anzeige bei der Polizei. Der Fall zeigt für ihn, vor welchen neuen Problemen Ermittler, Staatsanwälte und Richter durch sogenannte Deepfakes stehen.
USA und China setzen kleinere Länder unter Druck
Nach Einschätzung des Ministers bilden die USA und China zunehmend zwei konkurrierende Wirtschaftszentren. Kleinere Länder könnten dadurch bei Handelsverhandlungen unter Druck geraten, sich für eine Seite zu entscheiden.
Thailand solle neutral bleiben und gleichzeitig ausländische Investitionen anziehen. Ekniti warnte aber davor, jeden Investor ins Land zu lassen: Thailand müsse seriöse Geldgeber auswählen und dubiose Geschäfte vermeiden.
US-Zölle verschärfen das Handelsumfeld
Thailand spüre die härtere Handelspolitik bereits. Ekniti verwies auf eine Erhöhung der US-Importzölle um 12,5 Prozent, die mit Vorwürfen zur Zwangsarbeit verbunden sei.
Thailand müsse seine Position zwischen den rivalisierenden Großmächten deshalb vorsichtig steuern. Geopolitische Spannungen beeinflussten bereits Handel und Investitionsentscheidungen.
KI verändert auch kleine Geschäfte
Ekniti bezeichnete künstliche Intelligenz als eine neue industrielle Revolution. Die Veränderung verlaufe größer und schneller als in der Zeit des Internets.
Thailändische Unternehmen müssten sich auf diese Wirtschaft einstellen. Als Beispiel nannte der Minister das Projekt „Thai Helps Thai Plus“, bei dem das KI-System „Whispering Bird“ für kleine Marktverkäufer Verkaufszahlen und Kosten automatisch auswertet.
Thailand bleibt von importierter Energie abhängig
Der Minister warnte, die Zeit des dauerhaft billigen Öls könne vorbei sein. Kriege könnten die internationalen Märkte für Öl und Erdgas erschüttern und die Folgen rasch nach Thailand tragen.
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Thailand importiert laut Ekniti 65 Prozent seines Stroms, der vor allem mit importiertem Erdgas erzeugt wird. Auch Kraftstoff für Fahrzeuge produziert das Land nicht selbst und muss ihn einführen.
Energiewende soll Abhängigkeit verringern
Um weniger anfällig für schwankende Preise bei importiertem Öl und Erdgas zu sein, müsse Thailand den Wechsel zu sauberer Energie beschleunigen. Umweltfragen wirkten laut Ekniti außerdem immer häufiger als Grundlage für Handels- und Investitionsbarrieren.
Konflikte in anderen Teilen der Welt können die Kosten im Land direkt beeinflussen.
Alternde Bevölkerung verknappt Arbeitskräfte
Thailand kämpft nach Angaben des Ministers mit einer alternden Bevölkerung und einer negativen Geburtenrate. Dadurch schrumpft die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte.
Unternehmen müssen deshalb stärker auf Beschäftigte aus den Nachbarländern zurückgreifen. Diese Abhängigkeit gibt der Wirtschaft eine zusätzliche internationale Dimension.
Gerichte müssen sich auf neue Fälle einstellen
Mehr ausländisches Kapital und mehr Arbeitskräfte aus Nachbarstaaten werden nach Eknitis Einschätzung zu komplizierteren grenzüberschreitenden Rechtsfällen führen. Dazu können Streitigkeiten mit ausländischen Investoren und Verfahren rund um internationale Geschäftsaktivitäten kommen.
Auch künstlich erzeugte Gesichter und Stimmen könnten künftig als Beweismaterial in Betrugsfällen auftauchen. Der Minister forderte Richter auf, technisches Wissen aufzubauen und künstliche Intelligenz selbst zur Auswertung von Informationen und zum Erkennen von Unstimmigkeiten zwischen Urteilen einzusetzen.
Thailand soll schneller auf die vier Belastungen reagieren
Ekniti sprach sich für geopolitische Neutralität, seriöse ausländische Investitionen, eine stärkere Nutzung von KI und einen schnelleren Wechsel zu sauberer Energie aus. Der Arbeitskräftemangel werde Thailand weiter zu Beschäftigten aus den Nachbarländern führen.
Gerichte, die globale Entwicklungen und technische Veränderungen verstehen, können nach seiner Einschätzung das Vertrauen in Thailands Wirtschaft stärken. Die Justiz sei eine wichtige Grundlage für die langfristige wirtschaftliche Stabilität des Landes.
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Ja, da macht Thailand ja alles um ausländische Investoren ins Land zu locken. Mit einem radikalen Kurswechsel ausländische Anteilseigner an Nominee-Firmen zu verschrecken, kalt zu enteignen und selbst völlig legale Pachtverhältnisse auf den Prüfstand stellen zu wollen, nur zum Beispiel mal. Und nicht zu vergessen, die Hatz auf ausländische Arbeitnehmer. Auf Phuket derzeit 90.000 die auf dem „Prüfstand“ stehen. Das macht schon richtig Sinn bei sinkender Bevölkerungszahl und fehlenden Arbeitskräften.
Aber wenigstens kommt der Herr Minister so richtig schön menschlich rüber, indem er zugibt einer Betrüger-KI aufgesessen ist. Aber warum soll der so viel gescheiter sein als die Manager deutscher Krankenkassen. Die haben hunderte von Millionen an Beitragsgelder in den Sand gesetzt. Der Minister hoffentlich nur sein eigenes Geld. Hoffentlich!