BANGKOK/GLASGOW – Die Influencerin Ellie Crampsie ist nach 16 Wochen Haft aus dem Gefängnis entlassen worden, obwohl sie zu 16 Monaten verurteilt worden war. Die 23-Jährige hatte mehr als 17 Kilogramm Cannabis aus Thailand nach Schottland geschmuggelt – die Drogen hatten einen Straßenwert von bis zu 151.000 Pfund.
Freilassung nach einem Teil der Haftstrafe
Crampsie kam im Rahmen der schottischen Regelung zur vorzeitigen Entlassung mit nächtlicher Ausgangssperre frei. Eine Gesetzesänderung hatte den Zugang für Kurzzeitgefangene im vergangenen Oktober erleichtert: Sie können nach 15 Prozent ihrer Strafe berücksichtigt werden, statt erst nach einem Viertel.
Damit konnte Crampsie bereits nach weniger als zweieinhalb Monaten für eine Entlassung infrage kommen. Die maximale Dauer der Ausgangssperre wurde zugleich von 180 auf 210 Tage erhöht.
17 Kilogramm Cannabis im Koffer
Sie wurde am 16. April des vergangenen Jahres am Flughafen Edinburgh angehalten. Sie war aus Thailand über Paris mit einem Flug von Air France eingereist.
In ihrem Koffer fanden die Beamten mehr als 17 Kilogramm Cannabis in vakuumverpackten Paketen. Der Straßenwert lag bei bis zu 151.000 Pfund.
Auflagen und mögliche Rückkehr ins Gefängnis
Der schottische Gefängnisdienst erklärte, er äußere sich nicht zu einzelnen Personen. Entlassungen nach der Regelung erfolgten aber erst nach einer sorgfältigen Prüfung des Risikos und seien mit Überwachung und Einschränkungen verbunden.
Die Betroffenen bleiben an Lizenzauflagen und eine nächtliche Ausgangssperre gebunden. Bei Verstößen können sie zurück ins Gefängnis gebracht werden.
Rückkehr auf Instagram und TikTok
Nach ihrer Freilassung meldete sich Crampsie in den sozialen Medien zurück. Sie veröffentlichte Bilder vom Tanzmusikfestival Coloursfest, das am 15. und 16. August stattfand.Sie wurde dort trotz elektronischer Überwachung und nächtlicher Ausgangssperre gesehen.
Auf TikTok zeigte sie sich beim Tanzen zu „Drop the Pressure“. Es war ihr erster TikTok-Beitrag seit dem 22. April, wenige Tage vor ihrer Verurteilung; auf Instagram war es ihr erster Beitrag seit dem Urteil.
Kritik an der vorzeitigen Entlassung
Der schottische Konservative Stephen Kerr bezeichnete den Fall als „schockierendes Beispiel“ für eine zu milde Rechtspolitik der SNP. Die Öffentlichkeit werde empört sein, dass eine Drogenhändlerin nach einem Bruchteil ihrer Strafe wieder frei sei, sagte er.
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Richter Graeme Watson hatte bei der Verurteilung erklärt, Crampsie sei naiv gewesen und möglicherweise von einem früheren Partner aus dem Drogenmilieu ausgenutzt worden. Er sah bei ihr eine geringere Schuld und ein Machtungleichgewicht in der Beziehung, bezeichnete ihr Verhalten aber als leichtfertig.
Schuldbekenntnis im März
Crampsie bekannte sich im März schuldig, an der Lieferung einer kontrollierten Droge beteiligt gewesen zu sein. Das Urteil sprach das Sheriff Court in Edinburgh am 24. April aus.
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Der Fall zeigt Reisenden aus Thailand, dass Cannabisregeln von Land zu Land stark abweichen. Der Transport über eine internationale Grenze kann unabhängig von den Vorschriften im Abreiseland strafrechtliche Folgen haben.


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