Thailand verschärft die Kontrolle über digitale Zahlungen und Bankkonten. Für viele Online-Kunden gilt zunächst ein tägliches Überweisungslimit von 50.000 Baht. Ausländische Rentner, Investoren und Geschäftsleute müssen bei ungewöhnlichen oder grenzüberschreitenden Zahlungen mit Sperren, zusätzlichen Nachweisen und einem Filialbesuch rechnen.
50.000 Baht pro Tag als vorläufige Grenze
Banken sollen Kunden nach ihrem finanziellen Risiko einstufen, Identitäten genauer prüfen und ungewöhnliche Überweisungen stärker überwachen. Viele Online-Kunden erhalten zunächst ein tägliches Limit von 50.000 Baht.
Wer höhere Beträge überweisen will, braucht eine zusätzliche Prüfung durch die jeweilige Bank. Dabei können Identität, Finanzgeschichte und der nachgewiesene Zweck der Transaktion untersucht werden.
Ausländische Kontoinhaber geraten schneller unter Prüfung
Für ausländische Rentner, Investoren, Fachkräfte und Geschäftsleute können die neuen Kontrollen problematisch werden. Ihre Zahlungseingänge folgen oft keinem festen thailändischen Gehaltsmuster, sondern kommen aus verschiedenen Ländern und zu unterschiedlichen Zeitpunkten.
Eine ausländische Pension, der Kauf einer Eigentumswohnung, eine Krankenversicherung oder eine größere medizinische Rechnung kann deshalb als ungewöhnliche Kontobewegung erscheinen. Auch grenzüberschreitende Geschäftseinnahmen können automatische Risikoprüfungen auslösen.
Konten können vorübergehend blockiert werden
Banken dürfen Überweisungen stoppen, wenn sie deutlich vom bisherigen Verhalten eines Kunden abweichen. Betroffene müssen dann unter Umständen Einkommensnachweise, Einwanderungsunterlagen, einen Wohnsitznachweis oder Belege für einzelne Zahlungseingänge und Ausgänge vorlegen.
Elektronische Dokumente reichen nicht immer aus. In manchen Fällen verlangt die Bank einen Besuch in einer Filiale, gelegentlich sogar in der Filiale, in der das Konto ursprünglich eröffnet wurde.
Abgelaufene Pässe erschweren die Freischaltung
Viele ausländische Kunden nutzen Pässe statt dauerhafter thailändischer Identitätskarten. Wenn ein Pass abläuft und eine neue Nummer erhält oder sich Visum, Arbeitserlaubnis und Adresse ändern, können die Bankdaten veraltet sein.
Solche Abweichungen können neue Nachweise erforderlich machen. Wer sich gerade außerhalb Thailands aufhält, kann eine Filialprüfung nicht einfach erledigen und unter Umständen vorübergehend nicht auf Geld für Miete, Versicherungen oder laufende Rechnungen zugreifen.
Uneinheitliche Anforderungen der Banken
Die Anforderungen können sich zwischen Banken und sogar zwischen Filialen derselben Bank unterscheiden. Eine Filiale akzeptiert möglicherweise ein Ruhestandsvisum und einen gültigen Pass, während eine andere zusätzlich ausländische Kontoauszüge und einen weiteren Wohnsitznachweis verlangt.
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Dadurch können rechtmäßige Kunden ohne Vorwurf eines Fehlverhaltens den Zugang zu ihrem Geld verlieren. Die Freischaltung hängt dann von den verlangten Unterlagen, den Abläufen der Filiale und der Verfügbarkeit von Mitarbeitern ab.
Notenbank baut sich erstmals seit 1999 neu auf
Gouverneur Vitai Ratanakorn führt die größte organisatorische Neuordnung der Bank of Thailand seit 27 Jahren. Die neue Struktur umfasst drei Arbeitsbereiche für Nichtbanken, Verbraucherschutz und Zahlungssysteme.
Ein neuer stellvertretender Gouverneur soll die Stabilität der Zahlungssysteme und die Aufsicht über Finanzdienstleistungen betreuen. Damit reagiert die Notenbank auf einen Finanzmarkt, in dem digitale Anbieter längst über klassische Geschäftsbanken hinausgewachsen sind.
Nichtbanken und digitale Kredite im Visier
Millionen Menschen nutzen heute digitale Geldbörsen, Zahlungs-Apps und spezialisierte Kreditgeber. Nichtbanken bieten Verbraucherkredite und Zahlungsdienste an, während Technologieunternehmen Finanzprodukte über Smartphones bereitstellen.
Die Bank of Thailand will diese Anbieter stärker in ihre Aufsicht einbeziehen. Für „Buy Now, Pay Later“-Angebote werden formelle Regeln vorbereitet, die Zinsberechnung, Laufzeiten, Gebühren und Produktbedingungen betreffen sollen. Die Vorschriften werden laut dem Bericht vor Ende 2026 erwartet.
Verbraucherschutz erhält eigene Aufsichtsgruppe
Eine neue Gruppe für Verbraucherschutz und die Aufsicht über Privatkredite soll Zinsmodelle, Kreditbedingungen und Gebühren prüfen. Sie soll auch Finanzprodukte überwachen, die über Nichtbanken und digitale Kanäle angeboten werden.
Damit steht der Schutz von Kunden künftig neben der Stabilität der Banken, ausreichenden Kapitalreserven und dem Risikomanagement. Die Aufsicht über Einzelkredite erhält eigene Bereiche für Kontrolle, Analyse und Prüfungen.
Zahlungssysteme werden zur zentralen Infrastruktur
Eine eigene Abteilung soll die Politik und Aufsicht für Zahlungsdienstleister sowie die Finanztechnologie betreuen. Eine weitere Einheit kümmert sich um Infrastruktur und operative Zahlungsdienste, darunter Banknotenverwaltung und Zahlungssysteme.
Die Notenbank behandelt Bargeld und digitale Zahlungen damit innerhalb einer gemeinsamen Infrastrukturstrategie. Mobile Banking und QR-Codes beschleunigen Zahlungen, haben aber auch neue Wege für Betrug und schnelles Verschieben illegaler Gelder geschaffen.
Geldwäsche und Scheinkonten führen zu schärferen Prüfungen
Kriminelle Netzwerke können gestohlene Gelder innerhalb von Sekunden empfangen und über mehrere Konten weiterleiten. Dafür nutzen sie sogenannte Mule-Konten, die Empfänger verschleiern und Ermittlungen erschweren.
Auch ausländische Staatsangehörige und Konten von Kurzzeitbesuchern sind laut dem Bericht in den Blick der Banken geraten. Mindestens 5.000 persönliche QR-Konten, die für geschäftliche Zahlungen missbraucht wurden, sind bereits gesperrt worden.
Konten für direkte Yuan-Zahlungen können geschlossen werden
Die Bank of Thailand geht auch gegen direkte Zahlungen in chinesischen Yuan vor. Zahlungen innerhalb Thailands sollen über das heimische Finanzsystem laufen und letztlich in Baht abgewickelt werden.
Das gilt auch für Zahlungen über ausländische QR-Anwendungen wie Alipay und WeChat Pay. Konten, die solche Zahlungen empfangen, können geschlossen werden. Gouverneur Vitai sagte: „Wenn ein QR-Code in Thailand genutzt wird, muss die Zahlung in Baht umgerechnet werden.“
Notenbank greift auch bei Gebühren und Krediten ein
Die Neuordnung folgt auf weitere Maßnahmen unter Gouverneur Vitai. Die Bank of Thailand senkte ihren Leitzins auf 1 Prozent, um die Finanzierungskosten zu verringern. Gleichzeitig belasten eine schwache Kaufkraft, hohe Haushaltschulden und ein begrenzter Kreditzugang kleinere Unternehmen.
Das Programm SME Boost soll Banken dazu bewegen, bei kleineren Unternehmen größere Kreditrisiken einzugehen. Die Notenbank prüft außerdem Gebühren, Zahlungen im Zusammenhang mit digitalem Gold sowie große Bargeldzahlungen, Einzahlungen, Devisengeschäfte und bar finanzierte Immobilienkäufe.
Neue Konten schützen nicht vor erneuten Schließungen
Bei direkten Yuan-Zahlungen will die Notenbank auch Ersatzkonten schließen, sobald sie entdeckt werden. Ein Wechsel des Kontos soll die Maßnahmen daher nicht umgehen können.
Die strengere Aufsicht soll Nichtbanken, digitale Kredite, Zahlungsdienstleister, Kontobewegungen und Verbraucherschutz enger zusammenführen. Für ausländische Kunden bleibt damit vor allem die Frage, ob ihre rechtmäßigen internationalen Zahlungen die automatischen Prüfungen und die Anforderungen der Banken ohne Unterbrechung passieren.
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Ausländische Kunden müssen mir Sperren und Filialbesuchen rechnen. Für viele Kunden gilt zunächst ein Limit von 50.000 Baht. Dann kommt wieder: Ausländische Rentner, Investoren usw. müssen mit Sperren und Filialbesuchen rechnen. Das gilt also nicht für Thai Kontoinhaber?
Mir aber egal, mein Tageslimit habe ich auf 30.000 gesetzt.
Eigentlich habe ich sehr viel Verständnis, dass massiv gegen Geldwäsche, Mule- und Betrügerkonten vorgegangen wird. Insbesondere seit es doch Erfolge zu zeitigen scheint diese aus Nachbarländern zu vertreiben und dadurch der Druck innerhalb Thailands eher stärker statt weniger wird.
Die Frage ist allerdings nur, wie man was regelt. Und wenn ich dem Artikel folge, dann ist das Entscheidende, dass jede Bank, jeder Filiale und vielleicht noch jeder Bankangestellter, je nach Tagesform, völlig willkürlich irgendwelche, nicht überprüfbare Maßnahmen umsetzen kann. In kurzen Worten, etwas überspitzt ausgedrückt, die können mit dir und deinem Geld machen was sie wollen.
Das mag den einen mehr, den anderen Residenten eher weniger treffen. Sache aber bleibt, das hochmoderne Bankensystem in diesem Land wird durch administrative Eingriffe und Beschränkungen bald wieder da sein, wo man früher, vor langer Zeit schon mal war. Als professionelle „Ansteher“ einem Wartenummern verkauften um nicht ewig in den Schlangen vor den Schaltern warten zu müssen.
Zunehmend blöd kann das für Leute werden die nicht dauerhaft hier leben, wenn ihre Konten, warum auch immer eingefroren werden und die aus dem Ausland heraus keine Möglichkeit haben hier persönlich in ihrer Filiale ad hoc anzutreten.