PATTAYA, Thailand – Der Australier Simon Peter Carman bestreitet, die 17-jährige Tunchanok Donhomla ermordet zu haben. Im ersten Medieninterview seit seiner Festnahme sagte der 45-Jährige, er habe sich während eines Kampfes selbst verteidigt. Carman hat auf nicht schuldig zu allen vier Anklagepunkten plädiert, darunter Mord, das Verbergen einer Leiche und die Entführung einer Minderjährigen zu unsittlichen Zwecken.
Carman behauptet Notwehr vor Gericht
Carman erklärte, er habe Tunchanok getroffen, als sie mit zwei Freunden zusammen war, und sie sei ihm zu seiner Unterkunft gefolgt. Er sagte, er habe nicht gewusst, warum sie ihm folgte, und geglaubt, sie sei etwa 25 bis 35 Jahre alt. Er habe ihr 500 Baht gegeben, woraufhin sie mehr Geld verlangt und ein Messer gezogen haben soll.
Nach seiner Darstellung habe er sie mehrfach aufgefordert, das Messer wegzulegen. Er habe sie lediglich daran hindern wollen, sich zu wehren. Anschließend habe er weder einen Rettungsdienst noch andere Personen verständigt, weil er der Polizei nicht vertraut habe.
Polizei sieht einen anderen Ablauf
Nach Angaben der Polizei nahm Carman Tunchanok in den frühen Morgenstunden des 25. Juni auf der Beach Road mit. Überwachungskameras zeigen beide Händchen haltend in den Aufzügen von Carmans Wohnanlage.
Später soll Carman einen großen Koffer aus dem Gebäude gezogen und ihn nachts auf einem Motorrad transportiert haben. Zwei Tage danach fanden Polizisten Tunchanoks Körper in dem Koffer nahe Bahngleisen in der Nähe von Carmans Unterkunft.
Festnahme vor dem Abflug nach Perth
Carman wurde am internationalen Flughafen von Bangkok festgenommen. Nach Angaben der Polizei wollte er dort ein Flugzeug nach Perth besteigen.
Seit seiner Festnahme am 27. Juni sitzt der Australier im Untersuchungsgefängnis von Pattaya. Er weist alle vier gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück und sagt, er habe nichts falsch gemacht.
Staatsanwälte erhalten Ermittlungsakte
Pattayas Polizeioberst Anek Srathongyoo kündigte an, die Ermittlungsakte noch in dieser Woche an die Staatsanwaltschaft in Pattaya zu übergeben. Die Staatsanwälte haben anschließend bis zum 18. September Zeit, Anklage gegen Carman zu erheben.
Die Polizei teilte mit, die Obduktion habe Ersticken als Todesursache ergeben. Nach Angaben von Anek wies sie eine Verletzung am Kopf auf, aber keine weiteren Verletzungen am Körper. DNA von Carman sei mit DNA-Spuren am Körper der Jugendlichen abgeglichen worden.
Im Mordfall drohen Gefängnis oder Todesstrafe
Carman sagte, er habe auf nicht schuldig plädiert. Im Fall einer Verurteilung wegen Mordes drohen ihm nach Angaben des Berichts die Todesstrafe oder lebenslange Haft.
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Der Australier erklärte, er hoffe und bete für seine Freilassung. Einen Anwalt habe er bislang nicht, Besucher habe er außer Vertretern der australischen Botschaft nicht empfangen.
Vater fordert härteste Strafe
Tunchanoks Vater Thongchai Donhomla sagte, er wünsche sich die härteste Strafe. Er nannte lebenslange Haft oder die Todesstrafe und erklärte, er sei tief gebrochen und wolle Gerechtigkeit für seine Tochter.
Das exklusive Interview mit Carman dauerte 30 Minuten und wurde unter Aufsicht eines Gefängniswärters geführt. Nach Angaben des Senders war es das erste Interview eines ausländischen Mediums mit einem ausländischen Gefangenen in einem thailändischen Gefängnis seit mindestens 15 Jahren.
Gefängnis prüfte Aufnahmen
Die Gefängnisbehörden überprüften das Bildmaterial aus Sicherheitsgründen. Zu den Haftbedingungen durfte der Sender nicht sprechen.
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Die Polizei will ihre Akte nun an die Staatsanwälte übergeben.

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