Das Expat-Märchen: Wer nach Thailand geht, lebt länger

Expats in Thailand wirken fitter als Gleichaltrige daheim – aktiver, entspannter, irgendwie jünger. Nur hat das noch niemand gemessen. Was die Forschung wirklich weiß.

Das Expat-Märchen: Wer nach Thailand geht, lebt länger
KI generiertes Symbolbild

Die Behauptung kursiert seit Jahren in Expat-Foren, auf Stammtischen in Pattaya und in schlecht recherchierten Online-Artikeln: Wer in Thailand in Rente geht, lebt länger und gesünder. Für viele, die dort leben, fühlt es sich auch so an. Belege dafür hat noch niemand geliefert.

Wer krank ist, fliegt heim

Bevor man die These für bare Münze nimmt, lohnt ein Blick auf das, was Migrationsforscher den „Healthy Migrant Effect“ nennen: Wer ins Ausland auswandert, ist statistisch gesünder als die Allgemeinbevölkerung zu Hause – nicht weil das Zielland ihn gesund macht, sondern weil der Weg dorthin Auslese betreibt. Man muss fit genug sein, um die Entscheidung zu treffen, die Bürokratie zu überstehen und die erste Zeit in der Fremde zu bewältigen.

Dazu kommt der sogenannte Salmon Bias: Wer in Thailand krank wird, kehrt oft heim. Die Pflegebedürftigen, die Vergesslichen, die Schwachen – sie verschwinden aus der Expat-Gemeinde. Zurück bleiben die Mobilen, die Aktiven, die Gesunden. Misst man dann den Gesundheitszustand dieser Gruppe, sieht das Ergebnis beeindruckend aus. Es ist aber kein Verdienst Thailands. Es ist Überlebensauslese.

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Die Studie, die niemand gemacht hat

Ein systematischer Review, der 2025 im British Journal of Occupational Therapy erschienen ist – Haan, Eagers, Chun Tie et al., Karolinska Institutet und James Cook University –, hat 146 Studien zur Rentenmigration gesichtet. Eingeschlossen wurden 13. Alle 13 qualitativ. Keine einzige mit harten Mortalitäts- oder Gesundheitsdaten für europäische Rentner in Thailand. Die Autoren benennen das als Forschungslücke, nicht als Versehen.

Anders ausgedrückt: Die Frage, ob europäische Rentner in Thailand länger oder gesünder leben als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, ist wissenschaftlich nie ernsthaft gestellt worden. Es gibt keine Kohorte, keine Langzeitmessung, keine Mortalitätsstatistik. Wer die These trotzdem aufstellt, glaubt ihr einfach – oder verdient daran.

Was die Forschung stattdessen weiß

Was vorliegt, ist deutlich bescheidener: qualitative Interviews. Ashton et al. (2019) befragten 33 westliche Rentner in Thailand – Deutsche, Franzosen, Australier, Schweizer, Norweger. Ergebnis: aktiver Lebensstil, mehr Bewegung im Freien, mehr soziale Einbindung, besseres Sicherheitsgefühl als in der Heimat. Ähnlich Haan, Fallahpour und Jonsson (2025, Journal of Occupational Science): Die Rentner beschreiben ihre ersten Jahre als Gewinn an Aktivität und Struktur – die Betonung liegt auf „beschreiben“. Selbstwahrnehmung ist kein Befund.

Das bedeutet nicht, dass die positiven Effekte nicht real sind. Es bedeutet, dass man sie nicht messen kann auf die Art, die eine seriöse Aussage erlaubt. Ob sich das eines Tages in gelebten Jahren niederschlägt: unbekannt.

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Klimavorteil: Nicht nur angenehm

Ein paar Argumente halten einer genaueren Prüfung stand. Chronische Entzündungsprozesse – mitverantwortlich für Herzerkrankungen, Arthritis, Diabetes – verlaufen bei Wärme anders als in nördlichen Klimazonen. Wer nicht mehr gegen Kälte ankämpft, bewegt sich leichter, schläft anders, hat weniger Jahreszeit-bedingten Stress. Dazu kommt, was jeder Expat in Pattaya kennt: Der Morgenspaziergang am Meer findet statt, weil das Wetter es erlaubt. Der Spaziergang in Mannheim im Februar findet oft nicht statt.

Diese Effekte sind plausibel und gut in der allgemeinen Bewegungsforschung belegt. Kausal auf Thailand bezogen, mit kontrollierten Studien nachgewiesen: nein. Für eine ernsthafte Ja-Antwort bräuchte man eine Vergleichsgruppe, die man unter gleichen Bedingungen zwanzig Jahre beobachtet. Die existiert nicht.

Krankenversicherung in Thailand: Was im Ernstfall zählt

Was Expats in Thailand gegenüber dem deutschen Kassensystem tatsächlich einen konkreten Vorteil verschafft: Terminzeiten. Ein MRT in Bangkok kostet einen Bruchteil des deutschen Preises, die Wartezeit beträgt Tage, nicht Monate. 61 Krankenhäuser in Thailand sind nach dem internationalen JCI-Standard akkreditiert. Wer eine Privatpraxis in Bangkok aufsucht, sitzt fünf Minuten später beim Arzt.

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Der Haken ist bekannt: Diese Versorgung kostet Geld, und sie kostet es sofort. Ein stationärer Aufenthalt im Privatspital schlägt schnell mit 30.000 Baht und mehr zu Buche – pro Tag. Ohne Krankenversicherung in Thailand läuft man Gefahr, mit einer Rechnung konfrontiert zu werden, die kein Sparkonto unberührt lässt.

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Weniger Stress, mehr Budget – der unterschätzte Effekt

Ein Argument, das in den qualitativen Studien immer wieder auftaucht: Die Rente reicht. Wer in Deutschland mit 1.400 Euro jeden Monat rechnen und sparen muss, lebt in Chiang Mai oder Hua Hin oft ohne diesen Druck. Garküche statt Supermarkt, Massage statt Physiotherapeut, warme Wohnung ohne Heizkostenabrechnung. Chronischer finanzieller Stress ist nachweislich ein Gesundheitsrisiko – und dieses Risiko sinkt in Thailand für viele spürbar.

Das ist kein Thailand-Effekt, das ist ein Kaufkraft-Effekt. Wer in Portugal oder auf Madeira genauso günstig leben könnte, hätte vermutlich denselben Vorteil. Aber Thailand hat die Infrastruktur für westliche Rentner – und das Wetter.

Die Kehrseite: Isolation frisst Jahre

Mika Toyota, Professorin an der Rikkyo-Universität Tokio, hat 2022 im American Behavioral Scientist eine Studie zu japanischen Niedrigrenten-Männern in Thailand veröffentlicht. Die zentralen Begriffe: soziale Einkapselung, Scham, fehlende Netzwerke. Die Männer kamen nicht, weil Thailand sie lockte, sondern weil Japan sie nicht mehr hielt. Viele leben weitgehend ohne menschlichen Kontakt.

Soziale Isolation ist ein gut dokumentierter Gesundheitsrisikofaktor, in seiner Wirkung auf Sterblichkeit vergleichbar mit starkem Rauchen. Wer in Thailand keine Sprache spricht, kein Netzwerk aufbaut und die Expat-Bar als einzigen sozialen Anker hat, lebt nicht gesünder. Er lebt einsamer – mit allem, was das körperlich bedeutet.

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Wenn das Paradies die Pflege schuldig bleibt

Désirée Bender, Tina Hollstein und Cornelia Schweppe von der Universität Mainz haben sich in mehreren Studien mit einer stillen Parallelwelt beschäftigt: deutschen Altenheimen in Thailand. Die Bewohner kamen oft nicht freiwillig. Es waren Angehörige, die entschieden – weil die Pflege in Deutschland zu teuer war und die Einrichtungen in Thailand billiger. Der Begriff, den die Forschenden verwenden, ist „Care Migration“. Er klingt nicht nach Paradies.

Wer jung und gesund nach Thailand geht, denkt selten daran, was passiert, wenn er es nicht mehr ist. Pflegebedürftigkeit in Thailand bedeutet: kein staatliches Pflegesystem, keine Pflegeversicherung, kein gesetzlicher Anspruch auf irgendetwas. Entweder man kann es bezahlen – oder man ist auf Familie angewiesen, die vielleicht tausende Kilometer entfernt lebt.

Was japanische Daten über Rentner in Thailand sagen

Eine Studie mit 237 japanischen Langzeit-Rentnern in Thailand – Durchschnittsalter 68,8 Jahre – zeigte: 33 Prozent litten an chronischen Krankheiten oder deren Folgen. Bei schweren Erkrankungen wollten 23 Prozent ausdrücklich nicht in Thailand behandelt werden. Häufigste Diagnosen: Bluthochdruck, Zahnprobleme, Erkrankungen des Bewegungsapparats. Keine Exoten. Normale Männer im Rentenalter, wie man sie überall findet.

Wer in Thailand lebt, lebt mit thailändischen Risiken: Dengue, Hitzebelastung, Verkehrsunfälle, Antibiotikaresistenz. Diese Faktoren fehlen in der europäischen Vergleichsrechnung regelmäßig – und die japanischen Daten sind das Nächste, was es an harten Zahlen zu dieser Gruppe gibt.

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Niemand hat es gemessen – und das ist die Antwort

Thailand hat echte Vorteile für Rentner: günstiger Zugang zu guter Privatmedizin, aktives Leben im Freien, weniger finanziellen Druck, Wärme. Das sind keine Mythen. Es gibt Faktoren, die plausibel auf Gesundheit und Wohlbefinden einzahlen – wenn man die sozialen Netzwerke aufbaut, die Versicherung nicht vergisst und fit genug bleibt, die Entscheidung eigenständig zu treffen.

Wer aber behauptet, europäische Rentner lebten in Thailand länger als in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, erfindet eine Studie, die nicht existiert. Die Daten fehlen. Die Frage wurde nie gestellt. Das liegt auch daran, dass die Antwort unbequem wäre: Gesund kommen, gesund leben – solange es geht. Wer es nicht mehr kann, fliegt heim oder bleibt und hofft. Das ist kein Befund. Das ist ein Markt.

Redaktionelle Hinweise

Lesen Sie auch: Geld nach Thailand überweisen: Wann Steuer fällig wird

Dieser Artikel gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur Gesundheit europäischer Rentner in Thailand. Die genannten Studienergebnisse beziehen sich auf die angegebenen Veröffentlichungszeitpunkte; die Datenlage in diesem Bereich ist dünn und entwickelt sich weiter. Individuelle Gesundheitsfragen sollten mit einem Arzt besprochen werden. Hinweis: Dieser Artikel enthält Links zu unseren Werbepartnern.

Lesen Sie auch: Thailand oder Vietnam: Wo willst du als Rentner leben

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25 Kommentare zu „Das Expat-Märchen: Wer nach Thailand geht, lebt länger“

  1. Hört sich vernünftig an: Fitte kommen her. Um es zu bleiben: Kein Alkohol, kein Rauchen, keine fetten und zu süßen Speisen, keine Fertignahrung, kein oder wenig Salz, viel Grün und Obst, täglich viel Bewegung, nicht an der Bar stundenlang herumhängen, nicht nach Mitternacht schlafen gehen und mindestens 8 h schlafen, sich dosiert der Sonne aussetzen, kein Elektrosmog, saubere Luft atmen, nette Menschen suchen, schlechte Menschen meiden und das wichtigste: viel Sex. Hält alles jung, fit und gesund. Widerspricht hier jemand?

    1. Antwort auf: Rouri11

      ja ich–alles was du da aufführst ist genau das gegenteil in thailand-saubere luft-wo?kein fett und salz?wo lebst du?oder sollte dein schreiben satire sein?

      1. Antwort auf: siegfried mucker

        Ja, ich gebe zu, das ist alles schwer zu erreichen. Aber zumindest sollte das das Ziel sein, und schon Schritte in die richtige Richtung bringen viel. Kein Alkohol? Kein Problem. Oder? Kein Rauchen. Kein Problem. Oder? Fette und zu süße Speisen und möglichst wenig Salz? Kann man stark beeinflussen. Zuhause zu 100%. In Restaurants durch Restaurant- und Speisenwahl. Grün und Obst: Sollte kein Problem sein. Da ist Thailand optimal, nur die Pestizide … Aber es gibt auch ökologisch angebaute Sorten. Oder eigener Garten mit eigenem Obst und Gemüse (geht mit Condo nicht). Viel Bewegung: Schaff dir einen Hund an, dann bist du täglich – morgens und abends – je 1 Stunde unterwegs und geh in den Fitnessclub oder melde dich in einer Tanzschule oder -club an. Bei letzterem (Tanz) triffst du auch nette Menschen. Elektrosmog: Wifi nachts abschalten, dem Rest kann man leider nirgends mehr entgehen, höchstens im Urwald. Schlechte Luft: Chiang Mai meiden, am Meer sollte die Luft noch am besten sein. Die Luft ist in Thailand wirklich ein Problem. Vielleicht im Schlafzimmer einen Luftfilter installieren? Dann wären zumindest in 8 Stunden saubere Luft sichergestellt. Aber Frischluft muß trotzdem sein. Nach ca. 2 Stunden mit geschlossenem Fenster und Türen beginnt schon die CO2-Vergiftung.
        Ja, alles nicht einfach. Wie gesagt, in diese Richtung, schon ein paar Prozent Verbesserung von jedem sind hilfreich.

  2. Man wird nicht krank, man wird krank gemacht. In DACH Trainingsplan, abwechslungsreiches Essen und Tagesroutine das hält fit. Thailand ist das ganz anders Ernährung sehr ungesund alles gesüßt Glutamat, Fettiges Essen dazu kommt noch Pestizide. Das werde ich bald wieder ändern können🤩 mein Plan läuft.

    1. Wer hindert Dich daran, auch in Thailand gesund zu essen? Wer hindert Dich daran auch in Thailand eine Tagesroutine die Fit hält einzuhalten? Es ist ja schon sehr einfach gedacht, bei Fehlern die man selber macht, einem ganzen Land die Schuld in die Schuhe zu schieben.

      1. Antwort auf: Roman

        ist die ewige hitze gesundt?komisch nur das in germany über 30 grad die ersten warnungen rauskommen -speziell für uns alten!ich meine auch das die hitze das hirn verdunsten lässt 555555555555

        1. Antwort auf: siegfried mucker

          Ich halte das gut aus, vor allem, ich esse im Mittel weniger. Gut, das schaffe ich bewusst auch hier. Nur, in Thailand werde ich kein Fahrrad fahren, hier zumindest bei gutem Wetter auf dem Weg zur Arbeit ein Pedelec. Für den den Weg zum Markt wäre das eigentlich sinnvoll, aber dann den Hügel wieder 50 Meter hoch? Das Haus weiter oben auf dem Hügel sorgt auch in den heißen Zeiten für etwas Wind, den Unterschied zur stickigen Talsohle sehe ich bei einem Bekannten. Nee, in Thailand bleibt es beim Roller, ich muss sehen, wie ich sonst zur Bewegung komme^^

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  4. Viele kanadische Rentner überwintern in Florida weil es angenehmer ist und es gibt ihnen mehr Lenenszeit. Es ist bewiesen, dass ein harter kanadischer Winter Lebenszeit kostet weil es den Körper sehr anstrengt.Deswegen kann Thailand auch besser als ein europäischer Winter sein. Dafür viel Glutamat Pulver aus dem 7 Eleven in Tüten in jedem! Essen in Thailand- auch nicht gut und ja Antibiotika im Fleisch & teils im Fisch-
    Und der Verkehr ist sehr gefährlich.
    Dann immer das Gefühl nicht erwünscht oder „Persona non grata“ zu sein und der Politik in Thailand ausgesetzt zu sein ist auch nicht schön..

    1. Antwort auf: Marko

      Die Ausländer nicht erwünscht Partei hat in D gerade 44% in Sachsen- Anhalt gemacht, Trump schmeisst unliebsame Ausländer aus dem Land, in Frankreich will Frau le Pen an die Macht, Frau Meloni macht in Italien auch auf Ausländerfeindlich. Mir scheint die Ausländerfeindliche Politik feiert in. Europa gerade eine Wiedergeburt, da steht Thailand gar nicht so quer in der Landschaft. Ist natürlich nicht so nett, wenn es statt die Andern, Einem selber betrifft.

        1. Antwort auf: Freddy

          Der Ausländeranteil in Sachsen-Anhalt lag Ende 2025 bei 7,9 Prozent der Gesamtbevölkerung…….
          Damit hat Sachsen- Anhalt so ziemlich einen der tiefsten Ausländeranteile in DE.
          Und Wohlstandsexpats, die sich hier über jeden Humbug echauffieren, möchte ich auch nicht.

          1. Antwort auf: Roman

            @Roman
            Nun, manches ist auch eine Emotion. Ich muss sagen, das ich auch über AfD nachdenke, seit dem ich Verheiratet bin. Das ist aber mehr den Problemen bei der Heirat mit dem Visum zum Zecke der Eheschließung und jetzt aktuell der Verlängerung ihres eAT – vor 18 Monaten der Antrag gestellt – geschuldet. Mein Nettoeinkommen sollte zusammen mit dem selbstgenutzten, lastenfreien Eigentum ausreichend sein. Mein Eindruck: Flüchtling OK, koste es was es wollte, aber sobald ein Deutscher involviert ist, sieht alles ganz anders aus. Dabei wird hier sogar Wiederholungstätern, und damit meine ich nicht Schwarzfahren, gerne eine Bleibeperspektive eingeräumt. Zusätzlich, bei meinem Job habe bzw. derzeit hatte ich oft mit den Problemen zu tun.
            Ich muss sagen, die letzten 2 Jahre hat sich hier in Köln viel verbessert.
            Dennoch, bei den Märschen gehen Rechts kommt auch immer wieder die Forderung nach Aufnahme aller Flüchtlinge und die Abschaffung Israels ( etwas überspitzt ausgedrückt ). Sind zwar nur einzelne Gruppen, aber da die Antifa als solche sich eben nicht abgrenzt – schließlich ist alles, was irgendwie gegen rechts geht, willkommen – machen sie sich diese Position auch zu eigen.

            Es ist einfach ein unbestimmtes Bauchgefühl, aber das hat die AfD deutlich akzeptabler gemacht. Ich sehe da noch Schwächen bei der Wirtschaftskompetenz und Ausländer oder hier Flüchtlinge als pauschalen Ursache hinzustellen ist auch nicht richtig. Weder moralisch noch sachlich.
            Ich würde mir allerdings hier auch von den Linken eine genauere Betrachtung wünschen, für die spielt Asylrecht keine Rolle, jeder potenzielle Flüchtling hat danach ein Bleibe- und Versorgungsrecht. Weil Deutsche sind per Definition alle reich und haben als gute Sozialisten für alles aufzukommen. Ausser vielleicht im Wahlkampf, da fällt denen dann vorübergehend auf, das nicht alle reich sind. In bürgerlich abgesicherten Kreisen und bei jungen Menschen herrscht scheinbar die Meinung vor, wenn man immer genau das Gegenteil der NSDAP macht, wird alles gut. In der Praxis ist das so auch nicht der beste Weg, auch dort fehlt die ausgleichende Balance.

            Bekomme so etwas oft genug vor die Nase geknallt, und AfD wird in der Wahlkabine ein Option. In gewisser Weise bin ich froh, in 4 Jahren aus Deutschland weg zu sein.

  5. Was in den ganzen Studien nämlich komplett vergessen wurde: Die chronische Nörgelitis im Forum.
    Das wahre Rezept für ein langes Leben in Thailand lautet also nicht Sport oder Diät, sondern schlicht: Weniger Meckern, mehr „Mai Pen Rai“. Oder anders gesagt: Wer 24/7 über das Paradies schimpft, stirbt nicht an den Mücken, sondern am eigenen Magengeschwür.

    1. Antwort auf: ThaiTom

      Was für den einen „meckern und schimpfen“ bis zum Magengeschwür sein soll, ist für einen anderen sich frisch von der Seele reden. Es ist ja durchaus nett, dass unser Vorzeigedemokrat aus der Schweiz glaubt, dass man nur mit Scheuklappen in diesem Land gut und glücklich leben kann und uns mit dieser Erkenntnis Ratschläge erteilen zu müssen es ihm gleichzutun. Irgendwie scheinen ihm allerdings dabei so ein paar Grundregeln eines freien Meinungsaustausches in einer demokratischen Gesellschaftsordnung abhandengekommen zu sein. Es kann ja sein, dass er glaubt sein Leben in seinem „Paradies“ mit den Scheuklappen verlängern zu können. Kann er halten wie er will. Allerdings sein ständiges meckern über andere Ansichten und Meinungen dürfte dabei nicht besonders hilfreich sein.

      1. Antwort auf: Oskar Kusch

        Wenn man denn als Expat, mit demokratischen Mitteln in Thailand etwas ändern könnte, wäre ich bei Dir, lieber Oskar. Nur stehen da 2 Probleme im Weg, Thailand ist eine Scheindemokratie und als Expat hast Du keine demokratischen Rechte in Thailand. Und das 2. Argument ist meines Wissens weltweit gleich geregelt. Also wird sich über etwas gewettert, wozu weder die politischen Rechte noch eine reelle Aussicht auf Erfolg haben. Es dient also nur dem persönlichen Frustabbau. Wenn man es ähnlich wie die Thais angeht und mai pen rai denkt, fällt einem vieles einfacher.

        1. Antwort auf: Roman

          Aber Ärger runterschlucken ist das Gegenteil von Frustabbau. Man kann auch alles weglächeln und dann an Magengeschwüren sterben. Oder am explosiven Abbau von Frust, der sich lange angestaut hat. Und auf Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten hinzuweisen, das ist immer hilfreich. Auch wenn es nicht sofort zu Ergebnissen führt.

          1. Antwort auf: Rouri11

            Wenn man aber weiss, dass man gegen Windmühlen anredet, weil es Niemanden interessiert, kann man sich den Frust sparen. Wie ich schon einmal geschrieben habe, ich ärgere mich nur über Sachen, die ich selber ändern kann.
            Und hier und auch anderswo auf der Welt, kann ich als nicht Stimmberechtigter überhaupt nichts ändern. Auch weil die Personen, die etwas ändern könnten, informieren sich nicht in so einem Forum.

          2. Antwort auf: Rouri11

            Danke für die Einblicke. Am Ende läuft es schlicht auf die persönliche Lebenseinstellung hinaus: Wer den Fokus lieber auf das Negative legt, findet immer einen Grund zum Frust.
            ​Ich verschwende meine Zeit schlicht nicht damit, mich über Thailand aufzuregen. Stattdessen genieße ich mein Leben hier – in einem schönen Haus mit Umschwung und eigenem Pool. In 10 Minuten stehe ich am Strand, in 15 Minuten auf dem Golf- oder Tennisplatz. Für mich ist das Genuss pur.
            ​Der bürokratische Aufwand dafür? Einmal im Jahr die Extension of Stay. Das ist für mich ein unkomplizierter Deal für eine verdammt hohe Lebensqualität. Am Ende muss eben jeder selbst wissen, worauf er seinen Fokus richtet: aufs Meckern oder aufs Genießen.

          3. Antwort auf: Rouri11

            @ Roman
            Damit es verständlicher wird was ich meine. Ich hatte in 2024, als das DTV neu auf den Markt kam dieses gemacht, da es genau zu sein schien was ich brauchte um nach meiner Verrentung als Consultant auf freiberuflicher Basis legal remote im Ausland weiterarbeiten zu können. Klang alles ganz gut, 5 Jahre Laufzeit, 180 Tage-Aufenthalt, kann einmal pro Aufenthalt um weitere 180 Tage verlängert werden. Kein 1/4 Jahr später neue Bankbestimmung: Kein Konto mit DTV. Dazu später mehr.
            Nach knapp 180 Tagen zur Immigration. Mir das Merkblatt zur 180-Tage-Verlängerung geholt. Easy!
            Bankguthaben, mit Bankschreiben auf einer thailändischen Bank 500k = habe ich ✅
            Wohnsitznachweis, letzte TM30 Meldung reicht = habe ich ✅
            Gültiger Arbeitsvertrag mit aktueller Bestätigung = habe ich ✅
            Auf der Immigration dann bei Beantragung erfahren:
            Altes Bankguthaben gilt nicht. Muss frisches Geld mit FETF Nachweis sein. Aber mindestens schon 2 Monate auf dem Konto liegen (ds man gar nicht mehr haben dürfte!). 📛
            TM30 reicht nicht, Hauskauf- und Leasingvertrag für das Grundstück plus Gelbes Hausbuch und Pink Ausweis. 📛
            Arbeitsvertrag und aktuelle Bestätigung muss übersetzt werden 📛
            Am nächsten Morgen bin ich nach Penang geflogen und Nachmittags zurück. Nebst Reisepass war nur das TDAC für weitere 180 notwendig.
            Nach weiteren 180 Tagen besser ausgerüstet wieder zur Immigration. Es wurde eine sehr freundliche, immer lächelnde über 2 Stunden dauernde Diskussion ob mein „altes“ Bankguthaben ausreichend wäre oder nicht. Jedenfalls sind sie irgendwann eingeknickt da das sowieso nicht im Anforderungskatalog so stand und vermutlich weil sie mich endlich los haben wollten. Nach 360 Tagen dann einen Kurzurlaub in Malaysia eingelegt.
            Vor ein paar Wochen nun bei einem Besuch auf meiner Kasikorn Bankfiliale wurde wie üblich der Reisepass vorgelegt. Das nette Mädel erklärte mir, dass wenn das jetzt ein Vorgang gewesen wäre zu dem sie mein Visum hätte prüfen müssen, dann müsste sie jetzt meine Konten kündigen. Kein Konto mit DTV! Das wäre ein No-Go für mich. Ergo mich bei einer bekannten Visa-Agentur erkundigt wie man auf ein Non-O wechseln kann. Ergebnis: 1.) Ausreisen 2.) Das DTV beim ausstellenden thailändischen Konsulat kündigen. 3.) Kündigungsbestätigung abwarten (keiner kann einem sagen wie lange das dauert!) 4.) Non-O im Ausland oder nach Wiedereinreise in Thailand beantragen. Eine entsprechende Anfrage konnte oder wollte man mir auf der lokalen Immigration gar nicht beantworten. Daraufhin habe ich mich noch bei einer lokalen Visa-Agentur erkundigt die angeblich familiäre Beziehungen zur hiesigen Immigration hat. Ergebnis: Das DTV kann hier in Thailand storniert werden und daraufhin ein Non-O beantragt werden. Notwendig ein Einkommensnachweis durch ein Konsulat. Überbeglaubigung durch das Außenministerium. Wohnsitznachweis mit den schon oben genannten Dokumenten incl. wieder Gelben Hausbuch und Pink Ausweis. Zusammen mit der EoS nach 3 Monaten kostete das insgesamt 20k, zahlbar an die Agentur. Immi Gebühren sind inbegriffen. Wie ich zwischenzeitlich gelernt habe, war das sogar noch „billig“. Andere Agenturen haben für weniger Aufwand auch schon bis zu 50k bezahlt.
            Das alles ohne irgendwas falsch gemacht zu haben! Meine Beraterverträge habe ich zwischenzeitlich auch gekündigt. Das ist das alles nicht wert und darauf angewiesen bin ich ja auch nicht. Und ich hoffe, dass mir dieser bürokratische Wahnsinn künftig erspart bleibt und jede EoS wie bei Dir einfach so durchflutscht.

        2. Antwort auf: Roman

          Da magst Du in vielen durchaus recht haben! Es ist wohl so fast jedem hier klar, dass er nicht nur keine Mitsprache ihn betreffende, nennen wir es ganz neutral Bürokratie hat. Es interessiert auch keinen außerhalb dieses Zirkels. Das ist wie Du richtig schreibst praktisch überall so. Ob sich das damit auseinandersetzen nur zum Frustabbau dient mal ganz dahingestellt. Es mag ja dieses mai pen rai für alles und jedes dem einen einfacher fallen. Anderen dagegen eher nicht. Vielleicht sogar ganz im Gegenteil. Da ist eben jeder anders gestrickt.
          Ich will es an einem Beispiel erläutern. Es freut mich, wenn ich von Bekannten und Freunden höre, dass ihre EoS seit Jahren problemlos durchlaufen. Wenig, zumeist wiederholender wenn auch sinnloser Aufwand ist ja gut. Meine eigenen Erfahrungen alles diesbezüglich richtig zu machen haben dagegen zu einem bürokratischen Albtraum geführt. Ich will das hier jetzt nicht nochmal ausbreiten und bin ja zwischenzeitlich auch auf dem besten Weg diesen Albtraum zu beenden. Nur beide gegensätzlichen Erfahrungen zu ein und denselben Thema präjudizieren deshalb noch lange keine Dritte mit deren Erfahrungen.
          Ich weiß, ab und an kann und muss ich mich da auch an der eigenen Nase fassen.

          1. Antwort auf: Oskar Kusch

            Lieber Oskar, fragt sich jetzt ob das Problem bei Deinem EoS bei der Immi oder eventuell bei Dir liegt, weiss ich nicht. Ich weiss nur meine Verlängerung dauert zu Hause am PC eine halbe Stunde inkl. Kopien machen. Ich habe natürlich eine relativ unkomplizierte Buchhaltung. Wer natürlich über diverse Einkommensquellen verfügt, hat einen höheren Aufwand. Wer aber in den Finanzen etwas Ordnung hat, denke ich, ist der Aufwand überschaubar, zumal er einmal pro Jahr anfällt!

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