Ermittlungen gegen israelischen Immobilien-Riesen

Die DSI prüft mutmaßliche vorgeschobene Anteilseigner sowie Finanzierung und Kontrolle. Landesweit stehen Vermögenswerte von mehreren zehn Milliarden Baht im Fokus.

Ermittlungen gegen israelischen Immobilien-Riesen
DSI

PATTAYA, THAILAND – Thailands Ermittlungsbehörde DSI bereitet die ersten Vorladungen in einem Verfahren gegen den israelischen Geschäftsmann Maimon David Marsiano und mehrere Thailänder vor. Im Mittelpunkt stehen mutmaßliche vorgeschobene Anteilseigner, die Finanzierung und die tatsächliche Kontrolle von Immobilien- und Hotelgeschäften. Die Untersuchung reicht inzwischen weit über Pattaya hinaus und betrifft israelisch verbundene Vermögenswerte im Wert von mehreren zehn Milliarden Baht.

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Erste Vorladungen gegen Marsiano stehen bevor

Die Ermittler wollen Marsiano und mehrere thailändische Staatsangehörige befragen. Marsiano wurde bislang nicht angeklagt. Ein Termin für die Vorladungen wurde noch nicht genannt.

Die Vorladungen müssen zunächst vom zuständigen Sonderfall-Ausschuss gebilligt werden. Das Verfahren läuft unter der Aktennummer 135/2569 und befasst sich mit möglichen Verstößen gegen das thailändische Ausländergeschäftsgesetz.

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Ermittler prüfen drei Firmen in Pattaya

Die Untersuchung nahm nach koordinierten Durchsuchungen am 21. August an Fahrt auf. Beamte durchsuchten drei Standorte in Pattaya und Bang Lamung: das Büro KT International Law & Business, Cozy Beach View und Lotus Paradise Development.

Beschlagnahmt wurden Firmenunterlagen, Computer, elektronische Kommunikation und weitere Beweismittel. Die DSI wertet die Unterlagen aus, um Finanzierungen, Anteilseigner, Geschäftsführer und die tatsächliche Kontrolle der Unternehmen zu prüfen.

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Cozy Beach View rückt ins Zentrum

Marsiano hält laut Ermittlern 49 Prozent an Cozy Beach View. Zwei Thailänderinnen besitzen jeweils 25,5 Prozent. Eine wird als Frau B, die andere als Frau D bezeichnet.

Frau B soll seit 2010 als Anteilseignerin eingetragen sein und für das Anwaltsbüro gearbeitet haben, das Cozy Beach View registrierte. Die DSI prüft, ob sie den in ihrem Namen eingetragenen Anteil selbst finanzierte und woher das Geld stammte.

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Hotelgesellschaft weist ähnliche Verbindungen auf

Auch Lotus Paradise Development ist Teil der Untersuchung. Die Gesellschaft betreibt das Hotel Shilat Avenue Pattaya und nutzte 2012 dasselbe Anwaltsbüro für ihre Registrierung. Frau B wurde nach Angaben der Ermittler auch dort als Gründerin geführt.

Später wechselten die Anteilseigner. Zwischen 2013 und 2015 wurde der Eigentümer des Anwaltsbüros, von der DSI als Herr S bezeichnet, Anteilseigner. Seit 2022 ist außerdem Frau O als Anteilseignerin in den Unterlagen verzeichnet.

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Arbeitsdaten sollen Geldquelle klären

Die Ermittler verglichen die Angaben zu Frau O mit Daten der Sozialversicherung. Daraus ging hervor, dass sie bei einem Aluminiumunternehmen in Samut Sakhon arbeitete.

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Nun wird geprüft, ob ihre finanzielle Situation zu dem Kapital passte, das sie bei Lotus Paradise eingebracht haben soll. Die DSI vergleicht dafür Firmenunterlagen mit Beschäftigungs- und Finanzdaten.

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Unterlagen des Anwaltsbüros führen zu weiteren Firmen

Bei der Durchsuchung von KT International fanden die Beamten Unterlagen zu zahlreichen weiteren Firmengründungen. Die DSI untersucht, ob Mitarbeiter des Büros wiederholt als thailändische Anteilseigner für ausländische Nutznießer eingetragen wurden.

Noch gilt nicht für jedes Unternehmen, das über das Büro registriert wurde, ein Gesetzesverstoß als erwiesen. Die Ermittler prüfen die Firmen einzeln und achten auf wiederkehrende Anteilseigner, Geschäftsführer und Finanzierungsstrukturen.

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Vermögen der Pattaya-Firmen im dreistelligen Millionenbereich

Cozy Beach View und Lotus Paradise weisen nach Angaben der DSI Überschneidungen bei Anteilseignern und Unternehmensvertretern auf. Zusammen verfügen die Firmen über Vermögenswerte im Wert von mehreren hundert Millionen Baht.

Die Ermittler verfolgen die Verbindungen zwischen den Firmen über frühere Einträge, Finanzunterlagen und Änderungen bei Anteilseignern. Im Mittelpunkt stehen Immobilien, Eigentumswohnungen, Hotelgeschäfte und Grundstücksinteressen.

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Untersuchung reicht bis Bangkok und auf Inseln

Die DSI prüft inzwischen israelisch verbundene Geschäfte und Vermögenswerte in mehreren Teilen Thailands. Genannt wurden neben Bangkok und Phuket auch Pai in der Provinz Mae Hong Son sowie Koh Samui und Koh Pha Ngan in Surat Thani.

Nach Angaben der Behörde haben die landesweit untersuchten Immobilien und anderen Vermögenswerte einen Wert von mehreren zehn Milliarden Baht. Diese Summe beschreibt den Umfang der geprüften Verbindungen, ist aber kein Beleg dafür, dass alle betroffenen Firmen oder Vermögenswerte illegal sind.

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Kantor bleibt außerhalb des Marsiano-Verfahrens

Die Ermittler prüften auch eine mögliche Verbindung zwischen Marsiano und Thailands Oberrabbiner Yosef Chaim Kantor. Kantor erhielt 2017 die thailändische Staatsangehörigkeit.

Die DSI fand nach eigenen Angaben weder eine direkte Geschäftsbeziehung noch eine direkte Finanztransaktion zwischen den beiden Männern. Hinweise auf einen Verstoß Kantors gegen das Ausländergeschäftsgesetz gebe es nicht. Er bleibt deshalb außerhalb des Sonderfalls 135/2569.

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Finanzierung und Kontrolle bleiben Kern der Ermittlungen

Die DSI will klären, wer das Geld für die thailändischen Beteiligungen bereitstellte, ob die eingetragenen Anteilseigner tatsächlich selbst investierten und wer die Geschäfte kontrollierte. Marsiano und die thailändischen Anteilseigner stehen dabei weiterhin im Mittelpunkt.

Nach der erwarteten Genehmigung der Vorladungen sollen die Beteiligten zu Eigentum, Finanzierung und Unternehmensführung befragt werden. Eine Entscheidung über weitere Firmen oder separate Verfahren hat die DSI noch nicht bekannt gegeben.

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Quelle: Thai Examiner