Von Duangdee K. (Khun Daeng)
Mönche in Thailand
Durch die Ausbreitung des Buddhismus von Indien aus in andere Länder ging einiges von Buddhas ursprünglicher Lehre verloren. Oft haben die Menschen den Sinn seiner Lehre ein bisschen verändert und fügten ihre eigenen Gedanken hinzu, um sie so der Tradition der jeweiligen Einheimischen anzupassen.
Nach volkstümlicher Tradition glauben Thais, dass ein Mensch, der auf seinen Wohlstand verzichtet, um sich für die Lehre des Buddhismus nützlich zu machen, hohe Verdienste erwirbt. Denn durch die Ordinierung von jungen Männern kann die buddhistische Lehre weiterbestehen. Schon allein der Glaube öffnet dem Menschen den Weg zur Seligkeit. Besonders das tägliche Beten sei wichtig, denn es reduziert im Herzen die Eigensinnigkeit, Arroganz und Selbstsucht, und der Betende selbst spürt dabei ein inneres Glücksgefühl.
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Die Körperzellen harmonieren miteinander und es bleibt kein Platz mehr übrig für Ängste und negative Gedanken. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen auf, dass Meditation sowie das Gebet eine positive Wirkung auf die Gesundheit haben. Betende Menschen werden weniger krank und weniger depressiv; haben ein besseres Immunsystem und erholen sich schneller von Krankeiten als diejenigen, die an nichts glauben.

Thais glauben auch, dass man durch seine Verdienste erhaltene Seligkeit an andere Menschen weitergeben kann, egal ob sie noch leben oder schon verstorben sind.
Es gibt verschiedenen Gründe, warum man Mönch sein will
Es ist jedem Mann freigestellt, wie lange er Mönch sein will : 1-3 Tage, 1 Woche, 3 Monate oder auch das ganze Leben.
Oft erfolgt Ordination für kurze Zeit aus folgenden Gründen :
- Für die Eltern
Der Ordinierte erweist seinen Eltern Dankbarkeit, indem er die durch seine Verdienste erhaltene Seligkeit an die Eltern weitergibt. Thais verehren ihre Eltern sehr, weil man die Gene von ihnen erbt. Ohne Vater und Mutter gibt es kein Leben. - Für eine geachtete Person im Allgemeinen
z.B. für einen Verwandten, einen Gönner, für den König oder dessen Familienmitglied. - Für eine geliebte Person, die schon verstorben ist.
Somit bekommt der Verstorbene noch mehr Verdienste, die er in sein nächstes Leben mitnehmen kann.
Oft sind auf dem Tempelgelände auch Schulen gebaut worden und die Mönche geben den Kindern Religionsunterricht – ohne Arbeitsvertrag, ohne Gehalt. Sie bekommen dafür eine finanzielle Unterstützung vom Staat und manchmal auch Opfergaben von den Gläubigen. Der ranghöchste Mönch hält an jedem Tag des sich verändernden Mondes eine Predigt im Predigtsaal des Tempels – 4 mal im Monat : Vollmond, abnehmender Mond, Neumond, zunehmender Mond.
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Da die Mönche sich dem irdischen Leben entsagen, erlernen sie die Tugenden eines asketischen Lebens, das frei von materiellem Besitz ist. Persönliche Gegenstände wie gelbe Roben, schwarze Speiseschalen, Umhängetaschen aus Stoff und Regenschirme dürfen sie besitzen. Schuhe dürfen sie nicht tragen, höchsten Gummipantoffeln. Sie dürfen nur zwei Mal am Tag essen : früh morgens zwischen 7.00 bis 8.00 Uhr und um 11.00 Uhr. Ab 12.00 Uhr ist essen nicht mehr erlaubt, ausgenommen alkoholfreie Getränke. Der Mönch ist für alle Frauen unantastbar; die Frau sollte möglichst mindestens einen Meter Abstand zu ihm halten, weil Frauen im Buddhismus eine sexuelle Reizanregung sind. Wer noch abhängig von Genuss und Bequemlichkeit ist und nicht ganz für ein asketisches Leben bereit ist, sollte nicht lange Mönch sein.
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Mönche spielen in vielen Ritualen des täglichen Lebens der Thais eine wichtige Rolle. Zum Beispiel beim Segnen neuer Gebäude, bei Geburtstagen, Hochzeiten, Totenfeiern, zum neuen Jahr und bei Umzügen. Die Mönche werden meist zugleich zum Mittagsessen eingeladen an den Ort, wo die Feier stattfindet. Sie werden immer vom Gastgeber abgeholt und anschliessend nach der Feier auch zurück zum Tempel gebracht. Mönche sind in Thailand hoch geschätzt, werden als heilige Personen angesehen, denn sie segnen und geben den Gläubigen wertvolle Kenntnisse aus der Lehre Buddhas und dienen gleichzeitig als seelische Unterstützung.
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Darum wird das Verb “geben” oder “spenden” nicht bei den Mönchen benutzt, wenn man bei ihnen Verdienste erwirbt, sondern stattdessen das Wort “anbieten”. Hier bitten die Gläubigen die Mönche, ihre Angebote anzunehmen, damit sie Segen bekommen. Es klingt daher recht ärgerlich für die Thais, wenn Ausländer die Mönche als “bettelnde Mönche oder Bettelmönche“ bezeichnen. Mönche dürfen weder betteln noch verlangen oder fordern, sie dürfen weder aussuchen noch ablehnen; müssen das nehmen, was man ihnen anbietet. Buddhistische Mönche beten vor und nach dem Essen – nicht aus Dank wie bei den Christen, weil : sie sich damit nicht an dem Genuss und dem feinen Geschmack erfreuen, vielmehr um sich daran zu erinnern, dass die Speise Kraft gibt, die Nahrung den Verstand spendet und den Geist nährt. Nach dem Essen beten sie in singendem Ton, um den Gastgeber und die Mitwirkenden zu segnen.
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Dabei spielt das Wasser eine wichtige Rolle : “Kruat Nam” bzw. Wasser giessen. Während die Mönche beten und (ca. 2 Minuten) segnen, denkt der Gastgeber beim “Kruat Nam”, dem Wassergiessen also, an die Person, die diesen Segen erhalten soll. Alle Opfergaben und Verdienste sind an ihn gerichtet. Das Wasser gilt als Gedächtnisspeicher und somit als das “Botschaftsmedium”. Durch die magnetische Anziehungskraft der Erde werden die menschlichen Gedanken im Kosmos gespeichert. Etwa eine Tasse sauberes Wasser wird während des Betens aus einem kleinen Krug in eine Schale (aus Glas oder Metall) langsam eingegossen, bis das Gebet zu Ende geführt wird. Dabei soll das Wasser in einem einzigen, ununterbrochenen Strahl herauskommen. Zum Schluss der Feier wird “das botschaftstragende Wasser” unter einem Baum oder auf dem Gras langsam ausgegossen. Danach ist es die Muttererde, die diesen Auftrag weiterführt. Diesen Schritt kann man auch alleine ohne die Segnung von dem Mönch zu Hause nach dem Beten durchführen.
Buddhas Anweisungen für den allgemeinen Gebrauch
- Nur Gutes tun, mehr geben als nehmen. Immer bei mittlerem Mass bleiben, nicht zu viel und nicht zu wenig. Glauben und realistisches Denken sollen Hand in Hand gehen. Immer bereit sein, etwas Unerwartetes zu konfrontieren. Offen sein, etwas Neues zu akzeptieren, nicht an alten Gewohnheiten festhalten. (loslassen können)
- Das Böse sein lassen. Der Mensch soll an die Vorbestimmtheit des Schicksals glauben, dass alle Geschehnisse im Leben ihre Ursache und Wirkung haben; den Zufall gibt es nicht! Lebe einfach und bescheiden im Einklang mit der Natur.
- Strahlend rein im Denken, ohne Vorurteile

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