Drogenfalle Indien: Thailändern drohen bis zu 20 Jahre Haft

Ahnungslos in die Drogenfalle gelockt: Sechs Urlaubern drohen nach einem Koffer-Tausch vor dem Abflug bis zu 20 Jahre Haft in Indien.

Drogenfalle Indien: Thailändern drohen bis zu 20 Jahre Haft
NCA

Sechs Thailänder sind nach ihrer Ankunft in Indien festgenommen worden, nachdem die Behörden fast 20 Kilogramm hydroponisches Cannabis in ihren Koffern entdeckt hatten. Die Betroffenen sagen, sie hätten geglaubt, kostenlos zu einer kurzen Reise mit Tempelbesuchen eingeladen worden zu sein. Nun drohen ihnen wegen mutmaßlicher Beteiligung an einem Drogendelikt Haftstrafen von mindestens zehn Jahren. Die Festnahmen erfolgten am 30. Juni 2569.

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Sechs Reisende mit fast 20 Kilogramm Cannabis festgenommen

Die sechs Thailänder reisten in zwei Gruppen nach Indien. Nach ihrer Ankunft nahm die Polizei alle sofort fest. Das Cannabis war in den Koffern versteckt, die ihnen kurz vor der Abreise übergeben worden waren.

Die Betroffenen erklärten, sie hätten nichts von den Drogen gewusst. Nach Angaben ihrer Angehörigen wurden sie von einer Person aus ihrem sozialen Umfeld zu einer kostenlosen dreitägigen Reise eingeladen. Diese Person versprach, Dokumente, Flugtickets und Unterkunft zu organisieren.

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Fremder Koffer kurz vor dem Abflug

Einen Tag vor der Reise sollten die sechs Personen in einer Wohnung in Bangkok übernachten. Dort kam ein indischer Mann vorbei und tauschte ihre Koffer aus. Als Begründung nannte er angebliche Regeln eines Geschäfts, das Markenwaren transportiere.

Der Einladende selbst reiste nicht mit Koffern derselben Art. Später stellte sich heraus, dass die ausgetauschten Gepäckstücke als Versteck für die Drogen dienten. Der Einladende kehrte nach Thailand zurück und entging der Festnahme.

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Vorwürfe und Haftstrafe in Indien

Die sechs Betroffenen sind in Indien wegen gemeinsamer Beteiligung an einem Drogendelikt angeklagt. Die Ermittler legten das Gesamtgewicht der beschlagnahmten Drogen zugrunde und teilten es nicht auf die einzelnen Personen auf.

Dadurch droht allen derselbe Strafrahmen. Vorgesehen sind mindestens zehn und höchstens 20 Jahre Haft. Derzeit läuft das Verfahren für eine Freilassung gegen Kaution.

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Familien müssen Geld für die Verteidigung leihen

Die Angehörigen berichten von schwierigen Bedingungen im Gefängnis. Zeitweise habe es an Fleisch und an Wasser für den täglichen Gebrauch gefehlt.

Auch die Anwälte stehen nach Angaben der Familien vor Problemen. Vor Gericht sei es schwer, die Glaubwürdigkeit der Betroffenen zu vermitteln, weil alle sechs gemeinsam eingereist waren. Die Familien mussten Geld leihen, nachdem der Einladende zunächst finanzielle Hilfe für die Kaution zugesagt, diese Unterstützung aber nicht geleistet hatte.

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4,8 Kilogramm Cannabis in einer Mango-Kiste

Ein weiterer Fall betrifft eine arbeitslose thailändische Person, der dringend Geld brauchte und zum zweiten Mal einen Auftrag zum Transport von Waren nach Indien annahm. Bei seiner ersten Reise hatte er keine Unregelmäßigkeiten bemerkt, woraufhin er Vertrauen fasste. Für die Reise sollte die Person 10.000 Baht erhalten. In einer Kiste mit Mangos waren 4,8 Kilogramm hydroponisches Cannabis versteckt.

Die Person wurde sofort am Flughafen Mumbai festgenommen. Nach Angaben der Betroffenen erfuhr er erst vor der Reise, dass es sich bei der übergebenen Ware um Drogen handelte. Die schnelle Festnahme führte zu der Vermutung, dass indische Behörden zuvor Informationen aus Thailand erhalten haben könnten.

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Nach der Kaution blieben hohe Kosten

Die Person saß vier Monate in Haft und kam später gegen Kaution frei. Die Gesamtkosten für Kaution und Anwälte beliefen sich auf etwa 150.000 Baht. Die Familie der Person musste das Geld vollständig leihen. Nach Angaben der Familie nahm ein an dem Fall beteiligter Anwalt zudem das Mobiltelefon und die Geldbörse des Betroffenen an sich.

Der Auftraggeber in Thailand bot zunächst 50.000 Baht als Entschädigung an und brach danach den Kontakt ab. Die Familie erhielt außerdem die Drohung, wegen Hausfriedensbruchs angezeigt zu werden, falls sie weiter nach Verantwortung fragte. Auch die Person, die den Auftrag vermittelt hatte, stellte den Kontakt später ein.

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Thai-Botschaft kann nur begrenzt helfen

Nach den vorliegenden Angaben konnte die thailändische Botschaft in Indien in solchen Fällen nur begrenzt konkrete Unterstützung leisten. Als Grund wurde genannt, dass es zahlreiche ähnliche Verfahren gebe.

In einem weiteren Fall soll die Botschaft einer thailändischen Person einen indischen Anwalt empfohlen haben. Dieser nahm Geld an, unternahm jedoch nichts und war acht Monate lang nicht erreichbar. Betroffene müssen nach den vorliegenden Berichten deshalb häufig den Anwalt wechseln und verlieren dabei hohe Summen. In manchen Fällen sollen die Kosten eine Million Baht erreichen.

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Ohne Pass 26 Stunden im Taxi unterwegs

Auch nach der Freilassung bleiben die Schwierigkeiten bestehen. Einem Betroffenen wurde der Reisepass im Zuge des Verfahrens abgenommen. Dadurch kann er nicht normal Flugtickets buchen oder in Hotels übernachten.

Er musste mit einem gemieteten Taxi 26 Stunden in eine andere Stadt fahren, um bei einer Gruppe Thailänder unterzukommen. Für seinen Lebensunterhalt hatte er nach den Angaben nur etwa 5.000 Baht Bargeld bei sich.

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Thailändische Person seit mehr als drei Jahren in Indien

Ein dritter Fall betrifft eine thailändische Person in den 30ern. Die Person war mit Rucksack unterwegs und hatte öffentlich angekündigt, für Fotoaufnahmen nach Indien zu reisen. In Ahmedabad wurde er mit 6,5 Kilogramm Drogen festgenommen, die in Kleidungsstücken versteckt waren.

Die Kleidung war ihm kurz vor dem Abflug für eine andere Person übergeben worden. Sie war in einem Stoffbeutel eng zusammengerollt. Für eine genaue Kontrolle blieben nach Angaben des Betroffenen nur etwa zehn Minuten.

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Monatliche Meldung seit mehr als drei Jahren

Die Person verbrachte sechs Monate in Haft und wurde anschließend gegen Kaution freigelassen. Inzwischen lebt er seit mehr als drei Jahren in Indien und kann nicht nach Thailand zurückkehren, weil ihm Pass und persönliche Dokumente fehlen.

Er muss sich weiterhin jeden Monat bei den Behörden melden. Die Kosten für das Verfahren und seinen Lebensunterhalt sollen sich in dieser Zeit auf mehr als eine Million Baht belaufen.

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Quelle: ThaiPBS News

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