BANGKOK, Thailand – Das geplante Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union könnte das jährliche Wirtschaftswachstum Thailands auf mehr als 3 Prozent erhöhen. Bei der nächsten Verhandlungsrunde in Phuket ab dem 28. September soll das noch offene Drittel des Abkommens abgeschlossen werden.
Phuket soll das offene Drittel klären
Thailand und die EU haben sich laut Vizepremierministerin und Handelsministerin Suphajee Suthumpun bereits auf rund zwei Drittel der Kapitel geeinigt. Etwa ein Drittel steht noch aus.
Die zehnte Verhandlungsrunde beginnt am 28. September in Phuket und soll etwa eine Woche dauern. Thailand will dabei alle verbliebenen Kapitel mit den Vertretern der EU abschließen.
Studie sieht Wachstumsschub für Thailand
Eine Studie des Institute of Future Studies for Development schätzt, dass das Abkommen Thailands Bruttoinlandsprodukt um 1,28 Prozent und die Exporte um 2,8 Prozent erhöhen könnte.
Suphajee verwies auf das derzeitige jährliche Wirtschaftswachstum von etwas mehr als 2 Prozent. Das Abkommen könne helfen, die Marke von 3 Prozent zu überschreiten.
Gesamter Prozess könnte rund ein Jahr dauern
Nach dem Abschluss der Verhandlungen ist eine juristische Prüfung des Vertragstextes vorgesehen. Dabei sollen die Formulierungen im Detail aufeinander abgestimmt werden.
Nach der Fertigstellung und Unterzeichnung soll der Entwurf dem Kabinett zur Genehmigung und anschließend dem Parlament zur Beratung vorgelegt werden. Suphajee rechnet für den gesamten Ablauf mit etwa einem Jahr.
Anutin verlangt einheitliche Verhandlungsposition
Premierminister und Innenminister Anutin Charnvirakul leitete vor den Äußerungen von Suphajee die zweite Sitzung der zuständigen Arbeitsgruppe im Jahr 2026. Die Sitzung dauerte mehr als zwei Stunden.
Anutin ließ sich von den beteiligten Behörden informieren und betonte die Notwendigkeit eines gemeinsamen Verhandlungsrahmens. Thailand arbeitet dabei mit bevorzugten Positionen und legt zugleich Mindestforderungen für den Fall fest, dass die Wunschziele nicht durchgesetzt werden können.
Sensible Waren bleiben zunächst außen vor
Bei sensiblen Waren will Thailand nach den Grundsätzen vorgehen, die mit der EU bei der neunten Verhandlungsrunde in Brüssel besprochen wurden.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Beide Seiten wollen sensible Produktgruppen zunächst ausklammern. Die Marktöffnung soll mit Waren beginnen, bei denen sich Vorteile für beide Seiten erzielen lassen.
Abkommen soll Investitionen aus drei Ländern anziehen
Nach Einschätzung von Suphajee könnte das Abkommen Investoren aus den USA, China und Japan dazu bewegen, Produktionsstandorte in Thailand aufzubauen. Sie könnten beim Export in die EU von Vorzugstarifen profitieren.
Der bessere Zugang zum europäischen Markt soll Thailands Wettbewerbsfähigkeit stärken und die Abhängigkeit von bisherigen Exportmärkten verringern. Suphajee sieht darin auch eine Möglichkeit, ausländische Direktinvestitionen anzuziehen und die Handelsposition Thailands auszugleichen.
Lesen Sie auch: USA prüfen neue Zölle gegen Thailand
Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.

Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: