Budget für Elektro-Müllwagen abgelehnt

Weil der Stadtrat einer Fristverlängerung nicht zustimmte, musste Bangkok die Mittel streichen. Für 2027 gibt es noch keinen offiziellen Ausschreibungsentwurf.

Budget für Elektro-Müllwagen abgelehnt
Naewna

BANGKOK, THAILAND – Der Bangkoker Stadtrat hat das Budget für Elektro-Müllwagen nicht genehmigt. Die Stadtverwaltung will das Vorhaben deshalb im Haushaltsjahr 2027 erneut beantragen. Gouverneur Chadchart Sittipunt erklärte, warum für den neuen Antrag noch keine endgültigen Ausschreibungsbedingungen vorliegen.

Google Werbung

Für den Antrag 2027 gibt es noch keine endgültigen Ausschreibungsbedingungen

Bei einem Budgetantrag nutzt Bangkok zunächst Preisangaben von Anbietern, um den Finanzbedarf zu schätzen. Erst nach der Bewilligung setzt die Stadtverwaltung einen Ausschuss ein, der die Ausschreibungsbedingungen ausarbeitet und zur öffentlichen Stellungnahme vorlegt.

Für den Antrag im Haushaltsjahr 2027 veröffentlichte Bangkok vorab den Entwurf aus dem Jahr 2025. Die Stadtverwaltung könnte ihn noch ergänzen, etwa um Angaben zu Wiegezellen. Chadchart erklärte, dass es für 2027 noch keinen offiziellen Entwurf gibt, weil der zuständige Ausschuss noch nicht eingesetzt wurde.

Google Werbung

Verzögerungen machten einen neuen Antrag nötig

Bangkok hatte das Projekt 2025 begonnen. Nachdem der Stadtrat damals das Budget bewilligt hatte, setzte die Stadtverwaltung einen Ausschuss ein und holte mehrfach öffentliche Rückmeldungen zum Entwurf ein.

Das Verfahren verzögerte sich. Der Stadtrat stimmte einer Fristverlängerung nicht zu, deshalb musste Bangkok die Mittel für 2025 streichen und das Vorhaben für 2027 neu beantragen.

Google Werbung

Bei Dieselwagen handelte Bangkok einen niedrigeren Preis aus

Ein früheres Problem gab es 2023: Die Nationale Antikorruptionskommission beanstandete den Wechsel zu Elektrofahrzeugen, weil das ursprüngliche Budget auf den Preisen für Diesel-Müllwagen beruhte. Bangkok strich den Posten und suchte vorübergehend Ersatzfahrzeuge.

Die Stadtverwaltung rechnete damit, Elektro-Müllwagen für diesen Übergang 20 Prozent günstiger als Dieselwagen beschaffen zu können. Das gelang nicht. Bangkok beauftragte deshalb erneut den bisherigen Anbieter für Dieselwagen und nutzte Vergleichspreise als Grundlage, um den Preis um 30 Prozent zu senken.

Google Werbung

Auslagerung soll schrittweise wachsen

Bangkok beschäftigt nach Angaben des Gouverneurs rund 7.000 Müllsammler und etwa 2.500 Fahrer. Die Stadt will die Zahl der eigenen Beschäftigten nach und nach durch Ruhestand sinken lassen und den Anteil ausgelagerter Arbeit schrittweise erhöhen.

Eine vollständige Auslagerung könnte die Beschäftigungssicherheit beeinträchtigen und wäre riskant, falls private Anbieter streiken. Eigene Mitarbeiter brauche Bangkok auch für Notfälle und andere Aufgaben.

Google Werbung

Stromversorger soll Ladestationen finanzieren

Die Metropolitan Electricity Authority soll die Ladestationen bezahlen und installieren. Bangkok muss dafür nach der Vereinbarung keine eigenen Investitionsmittel aufbringen. Der Stromversorger kann laut Chadchart über mehrere Wege Notstrom beschaffen und verfügt über eine Notstromversorgung.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Die Stationen sollen für alle Müllwagen und künftig auch für andere Elektrofahrzeuge der Stadt nutzbar sein, etwa Straßenreinigungs- oder Bewässerungsfahrzeuge. Da die Mietverträge für Müllwagen nur fünf Jahre laufen, könnten bei einem Anbieterwechsel neue Ladestationen nötig werden, wenn jeder Vermieter selbst investiert. Das würde laut Chadchart zu doppelten Ausgaben führen, die letztlich Bangkok tragen müsste.

Google Werbung

Chadchart verweist auf die Entscheidung des Stadtrats

Der Gouverneur sagte, die Stadtverwaltung respektiere die Entscheidung des Stadtrats und sei bereit, ihre Pläne zu erklären. Über den Budgetantrag müsse im Stadtrat entschieden werden, nicht außerhalb des Gremiums.

Lesen Sie auch: Bangkok rüstet sich gegen Extremregen

Für Chadchart steht die Müllabfuhr im Mittelpunkt. Ob künftig Diesel- oder Elektrofahrzeuge eingesetzt werden, liege bei den zuständigen Entscheidern. Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Naewna

4 Kommentare zu „Budget für Elektro-Müllwagen abgelehnt“

  1. Vielleicht bei der Deutschen Botschaft anklopfen. Es wird kein grosses Problem sein, wenn Deutschland die Kosten für die Anschaffung von E-Muellfahrzeugen übernimmt. Das sollte flächendeckend erfolgen.

    1. Antwort auf: Bruno

      Auf gar keinen Fall. Deutschlands Regierung macht schon genug Unsinn und verplempert das Geld der unfreiwilligen Steuerzahler weltweit.
      Davon abgesehen: Man muß davon ausgehen, daß der Elektro-Müllwagen eine Batterie hat, die groß genug für 8 Stunden Einsatz ist. Dabei ist nicht nur der Antrieb zu beachten, sondern auch die Hydraulik, die dann wohl auf Elektro-Gewindespindeln umgestellt werden sollte. Das macht aber massiv Gewicht aus. Zuviel für die Straßen und Kanaldeckel?

      1. Antwort auf: Rouri11

        Mein Kommentar war mehr ironisch gemeint und so verfasst, dass die Hüter der wahren Demokratie in diesem Forum entspannt bleiben. Aber Deutschland macht derartige Geschenke. So brachte der Botschafter vor zwei Jahren 242 Millionen Euro und kurz darauf 32 Euro der Steinmeier.

        1. Antwort auf: Bruno

          Ja, das war mir klar, daß es ironisch gemeint war. Vielleicht habe ich darauf nicht treffend genug darauf geantwortet.
          Jetzt Ironie on: Was meinen Sie zu Kanaldeckeln? Die tragen doch? Jetzt Ironie off. Übrigens: Bei Ironie im persönlichen Gespräch merkt man übrigens an Tonfall, Gestik und Mimik, daß es Ironie sein soll. Bei schriftlichen Äußerungen ist das schwerer zu erkennen.

Kommentare sind geschlossen.

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.