Großjagd auf 10.000 Ausländer mit Overstay

Auslöser war ein Betrugsnetz in einer Luxusimmobilie in Bangkok, doch erst die Festnahme eines Israelis nach 2.095 Tagen Überziehung zeigt, was die Beamten sonst noch fanden.

Großjagd auf 10.000 Ausländer mit Overstay
Matichon, ThaiExaminer

BANGKOK, THAILAND – Thailands Polizei jagt landesweit mehr als 10.000 Ausländer mit abgelaufenem Visum. Einwanderungschef Nopasin Poolsawat hat die Beamten angewiesen, Fremde aufzuspüren, die seit Jahren illegal im Land leben. Parallel läuft unter Polizeichef Samran Nuanma eine große Drogenoffensive, bei der mehr als 17,8 Millionen Methamphetamin-Tabletten und über 2,3 Tonnen Crystal Meth sichergestellt wurden.

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Nopasin ordnet landesweite Suche nach mehr als 10.000 Ausländern an

Am 20. Oktober wies Nopasin alle Einwanderungsdienststellen im Land an, mehr als 10.000 Verdächtige mit abgelaufenem Visum aufzuspüren. Auslöser war die Entdeckung eines internationalen Betrugsnetzes mit südkoreanischen und chinesischen Beteiligten in Bangkok.

Die Zahl beschreibt eine geschätzte Zielgruppe und ist keine Bilanz bereits festgenommener Personen. Trotzdem geraten Tausende Ausländer damit unter die verschärfte Kontrolle der Einwanderungsbehörde.

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Bangkok: Betrugsnetz in teuren Wohnobjekten aufgeflogen

Am 19. Oktober durchsuchten Einwanderungsbeamte und südkoreanische Ermittler drei Objekte in Bangkok. Dabei nahmen sie acht Südkoreaner und zwei Chinesen fest, die an einem mutmaßlichen internationalen Betrug beteiligt sein sollen.

Nopasin leitete den Einsatz persönlich mit mehr als 30 Einwanderungsbeamten. Die Bande soll aus teuren Wohnimmobilien in der Hauptstadt gearbeitet haben. Eine Luxusimmobilie im Bezirk Sai Mai mietete sie für 150.000 Baht im Monat.

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Falsche Staatsanwälte und Liebesbetrug als Masche

Die Täter sollen sich als Staatsanwälte ausgegeben und gefälschte Haftbefehle verschickt haben. Hinzu kamen Liebesbetrügereien. Die Opfer saßen in Südkorea.

Die zwei Chinesen sollen als Organisatoren und Ausbilder für die südkoreanischen Betrüger gearbeitet haben. Den Anfang machte am 4. September die Festnahme eines Südkoreaners, der sein Visum überzogen hatte und wegen Betrugsdelikten gesucht wurde. Die Behörden entzogen den zehn Verdächtigen nach ihrer Festnahme die Visa.

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Israeli nach 2.095 Tagen Überziehung festgenommen

Am 23. Oktober nahm die Polizei in Bangkok einen 54 Jahre alten Israeli namens Tomer fest. Er soll sein Visum um 2.095 Tage überzogen haben, also rund fünf Jahre und neun Monate illegal im Land. Die Beamten fanden ihn in einer Unterkunft im Bezirk Huai Khwang.

Bei der Festnahme stellten die Polizisten nach eigenen Angaben Crystal Meth sicher. Dem Israeli wird Drogenbesitz vorgeworfen, außerdem das Überschreiten der Aufenthaltsfrist und die Weigerung, einen Drogentest zu machen.

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Samran will Geldgeber und Organisatoren der Drogenbanden treffen

Polizeichef Samran Nuanma hat seine Ermittler angewiesen, nicht nur Kuriere zu verfolgen, sondern auch Geldgeber und Organisatoren großer Netzwerke. Im Fokus stehen damit die Finanzstrukturen, die den Drogenhandel am Laufen halten.

Der Einsatz gegen den Israeli gehört zu dieser Linie. Beaufsichtigt wurde er von Samran, Metropolitan-Polizeichef Siam Boonsom und Nopasin. Die Ermittlungen leitete der stellvertretende Metropolitan-Polizeichef Teeradej Thumsutee, der für die Drogenbekämpfung zuständig ist.

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Großbeschlagnahme am 9. Oktober: über 1,8 Tonnen Crystal Meth

Am 9. Oktober meldete die Königlich Thailändische Polizei große Einsätze gegen internationale Schmugglernetze auf dem Seeweg. Auch inländische Transportbanden gerieten ins Visier.

Die Beamten beschlagnahmten mehr als 1,8 Tonnen Crystal Meth und 10,8 Millionen Methamphetamin-Tabletten. Hinzu kamen Vermögenswerte im Wert von mehr als 550 Millionen Baht.

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Operation Pairi Phinat 3 trifft Transporte, Pakete und Lager

Am 22. Oktober meldete die Narkotikakontrollbehörde weitere Beschlagnahmen im Rahmen der Operation Pairi Phinat 3. Sieben große Fälle mit mehr als sieben Millionen Tabletten und über 505 Kilogramm Crystal Meth wurden bekannt.

Die Einsätze reichten vom Norden über die Mitte und den Nordosten bis in den Süden des Landes. Ziele waren Transportfahrzeuge, Paketsendungen, Lagerstätten und Unterhaltungsbetriebe. Zusammen mit der Meldung vom 9. Oktober ergibt das mehr als 17,8 Millionen Tabletten und über 2,3 Tonnen Crystal Meth.

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Fünf ausländische Frauen auf den Inseln festgenommen

Am 16. Oktober nahm die Polizei auf Koh Samui, Koh Phangan und Koh Tao fünf ausländische Frauen fest. Ihnen wird das Überschreiten der Aufenthaltsfrist vorgeworfen. Eine Frau soll 799 Tage länger im Land geblieben sein als erlaubt.

Am 17. Oktober folgte in Mae Sot in der Provinz Tak eine große Razzia im Grenzgebiet zu Burma. Die Beamten nahmen mehr als 200 Ausländer wegen Verstößen gegen das Einwanderungsrecht fest. Zusätzlich registrierten sie acht Drogenfälle und sechs Fälle von Online-Glücksspiel.

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Rayong und Si Racha: Überprüfungen und Festnahme eines Chinesen

Am 17. Oktober überprüften Einwanderungsbeamte in Rayong mehr als 100 Chinesen in Unterhaltungsstätten. Parallel lief eine Untersuchung wegen möglicher Korruption von Amtsträgern. Das Ergebnis dieser Untersuchung ist in den vorliegenden Berichten nicht festgehalten.

Am 22. Oktober nahm die Polizei in Si Racha in der Provinz Chonburi einen Chinesen fest. Er soll rund drei Jahre illegal im Land gelebt haben und steht im Zusammenhang mit einem Betrugsverfahren in China.

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81.000 Einreiseverweigerungen seit Oktober 2025

Am 1. Oktober gab Nopasin bekannt, dass Beamte mehr als 81.000 Ausländern die Einreise verweigert haben. Die Zahl umfasst den Zeitraum seit dem 1. Oktober 2025 und entspricht rund 7.000 Ablehnungen pro Monat.

Die Ankündigung folgte auf die Festnahme von Sun Wen in Kanchanaburi. Der 33 Jahre alte Chinese soll sein Aufenthaltsrecht um 578 Tage überzogen haben. In China wird er wegen eines Immobilienbetrugs mit mehr als 200 Millionen Baht gesucht. Nopasin sagte, seine Beamten nutzen zunehmend internationale Fahndungslisten und kriminalpolizeiliche Erkenntnisse, um Verdächtige zu finden, die sonst unentdeckt blieben.

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Abschiebung direkt nach der Haft

Die neuen Regeln, unterzeichnet von Ministerpräsident Anutin Charnvirakul, traten am 28. August 2026 in Kraft. Sie betreffen Ausländer, die illegal eingereist sind, ihr Visum überzogen, ohne Genehmigung gearbeitet oder illegale Geschäfte betrieben haben. Auch Urkundenfälschung und schwere Straftaten fallen darunter.

Gefängnisbehörden und Einwanderungsbüro arbeiten nun enger zusammen. Die Abschiebung kann unmittelbar nach Verbüßung der Haftstrafe beginnen. Die Regeln setzen die bereits angekündigte Linie der Einwanderungsbehörde um: No Entry, No Stay, No Escape.

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Frühere Kampagne: 14.161 Festnahmen und 668 Visa-Entzüge

Früher im Jahr 2026 veröffentlichte Regierungszahlen nennen 14.161 Festnahmen wegen überzogener Visa und illegaler Arbeit. Hinzu kommen 668 entzogene Studentenvisa und Razzien an 190 Orten mit erhöhtem Risiko. Diese Zahlen stammen aus früheren Einsätzen und sind von der Anordnung vom 20. Oktober getrennt.

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Quelle: Thai Examiner

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