BANGKOK – In Thailand ist die Zahl der Arbeitslosen im zweiten Quartal 2026 auf rund 400.000 gestiegen. Die Arbeitslosenquote erreichte 0,95 Prozent, während die Reallöhne nach Abzug der Inflation um 2,88 Prozent sanken. Für Beschäftigte bedeutet das mehr Druck trotz einer höheren Beschäftigtenzahl.
Hochschulabsolventen besonders stark betroffen
Menschen mit Hochschulabschluss verzeichneten mit 1,70 Prozent die höchste Arbeitslosenquote aller Bildungsgruppen. Die Zahl der Beschäftigten, die zuvor eine Arbeit hatten und sie anschließend verloren, stieg um 71.000.
Fast die Hälfte dieser Betroffenen kündigte freiwillig. Die meisten kamen aus dem Groß- und Einzelhandel sowie aus dem verarbeitenden Gewerbe.
Mehr Beschäftigte, aber weniger Einkommen
Die Gesamtzahl der Beschäftigten wuchs im Jahresvergleich um 5,1 Prozent auf 41,5 Millionen. Landwirtschaft und Dienstleistungssektor trieben den Anstieg während der langen Ferienzeit.
Unter der Oberfläche zeigte der Arbeitsmarkt jedoch Schwächen. Die Zahl der Menschen, die weniger Stunden arbeiten als gewünscht, stieg um 8 Prozent auf 2,2 Millionen. Die Langzeitarbeitslosigkeit von mehr als einem Jahr nahm auf 81.000 Betroffene zu.
Reallöhne sinken, durchschnittliche Arbeitszeit geht zurück
Der durchschnittliche Monatslohn fiel um 0,25 Prozent auf 15.937 Baht. Selbstständige traf der Rückgang am stärksten: Ihre durchschnittlichen Einnahmen sanken um 1,96 Prozent auf 16.059 Baht. Beschäftigte in angemeldeten Arbeitsverhältnissen verdienten dagegen 0,90 Prozent mehr und kamen auf 15.853 Baht.
Die Inflation lag im zweiten Quartal bei 2,70 Prozent. Dadurch sanken die Reallöhne um 2,88 Prozent. Die durchschnittliche Arbeitszeit ging leicht zurück, zugleich arbeiteten 6,5 Millionen Menschen mehr als 50 Stunden pro Woche – ein Anstieg um 3,3 Prozent.
Nach Angaben der Behörden übernahmen Beschäftigte zusätzliche Stunden, um steigende Lebenshaltungskosten zu decken.
Mehr Anträge auf Arbeitslosenhilfe
Im Sozialversicherungssystem stieg die Zahl der Anträge auf Arbeitslosenleistungen auf 290.000. Auch die Zahl der Unternehmensschließungen nahm in der ersten Hälfte des Jahres zu.
In diesem Zeitraum wurden 7.024 Betriebsschließungen registriert. Das waren 12,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
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Neuer Fonds startet im Oktober
Am 1. Oktober 2026 tritt nach Abschnitt 126 des thailändischen Arbeitsschutzgesetzes ein neues Gesetz für einen Arbeitnehmer-Vorsorgefonds in Kraft. Beschäftigte sollen bei ihrem Ausscheiden aus einem Unternehmen eine Einmalzahlung erhalten.
Die Regelung gilt für Betriebe mit mindestens zehn Mitarbeitern, die noch keine vergleichbare Leistung wie einen Vorsorgefonds anbieten. Erwartet wird, dass sie mehr als 107.000 Unternehmen und rund 5,7 Millionen Beschäftigte erfasst. Das entspricht 80,7 Prozent der vorgesehenen Zielgruppe.
Beiträge und Strafen stehen fest
Arbeitgeber und Beschäftigte zahlen von Oktober 2026 bis September 2031 jeweils 0,25 Prozent des Lohns in den Fonds ein. Ab Oktober 2031 steigt der Beitrag für beide Seiten auf jeweils 0,5 Prozent.
Wer den Betrieb nicht anmeldet oder falsche Angaben macht, muss mit bis zu sechs Monaten Haft, einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Baht oder beidem rechnen. Bei ausbleibenden oder zu niedrigen Beiträgen fällt eine Strafe von 5 Prozent pro Monat auf den offenen Betrag an. Behörden forderten vor dem Start im Oktober eine öffentliche Informationskampagne, weil viele Arbeitnehmer ihre Rechte unter der neuen Regelung noch nicht verstehen.
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Die Gründe für das Ansteigen der Arbeitslosigkeit liegen also nicht unbedingt…siehe anderen Bericht…an den hier in verbotenen Jobs schuftenden Ausländern.