BANGKOK – Thailändische Gesundheitsbehörden schlagen Alarm: Wer auch nur geringe Mengen Cannabis im Fluggepäck ins Ausland schmuggeln will, riskiert seit Mitte Juni drakonische Strafen. Hochauflösende Scantechnik an den Flughäfen macht die Tarnung der Blüten nahezu unmöglich, wie das Ministerium für thailändische traditionelle und alternative Medizin jetzt eindringlich warnt.
Schärfere Kontrollen und neue Strafen
Die Beamten beobachten in den letzten Monaten eine beunruhigende Häufung von Festnahmen. Immer wieder versuchen Reisende, Cannabis versteckt im Gepäck außer Landes zu bringen, berichtet Dr. Thewan Thaneerat, stellvertretender Generaldirektor der Behörde.
Die Behörde warnt daher unmissverständlich: Das Mitführen von Cannabis in ein Land, in dem die Substanz weiterhin als illegale Droge gilt, ist kein Kavaliersdelikt. Es handelt sich um ein schwerwiegendes Vergehen mit massiven Konsequenzen.
Röntgenaugen erkennen jedes Blatt
Die Flughafensicherheit setzt längst auf modernste computergestützte Röntgentechnologie. Diese Systeme erkennen Anomalien wie dichte organische Stoffe oder kontrollierte Kräuter im Gepäck mit hoher Treffsicherheit.
Selbst an Frachtkontrollpunkten ist die Technik in der Lage, Cannabis in jeder Transportform aufzuspüren. Ein Entkommen ist damit extrem schwierig geworden und führt fast zwangsläufig zur vollen Strafverfolgung.
Bis zu zehn Jahre Haft
Die rechtlichen Folgen sind verheerend. Dr. Peeracha Kookasemkit, Direktor der Abteilung für medizinisches Cannabis, stellt klar, dass jeder, der sich der Zollkontrolle entzieht oder schmuggelt, mit der vollen Härte des Gesetzes rechnen muss.
Verurteilten drohen Gefängnisstrafen von bis zu zehn Jahren. Zusätzlich oder alternativ kann eine Geldstrafe in Höhe des Vierfachen des Warenwerts inklusive aller Zölle verhängt werden. Die geschmuggelte Ware wird zudem unwiderruflich eingezogen.
30.000 Baht Bußgeld pro Kilo
Das Zollamt hat seine Kriterien zusätzlich verschärft und eine feste Bußgeldregelung eingeführt. Seit dem 17. Juni 2026 werden pro Kilogramm beschlagnahmten Cannabis pauschal 30.000 Baht fällig.
Das gesamte beschlagnahmte Cannabis geht zudem in Staatseigentum über. Die neuen Richtlinien lassen keinen Raum für Kulanz und gelten für alle aufgegriffenen Fälle ab diesem Stichtag.
Legal daheim, illegal am Zielort
In Thailand selbst ist Cannabis für medizinische und gesundheitsbezogene Zwecke gesetzlich streng geregelt. Dieses Modell verleitet offenbar viele Reisende zu einem gefährlichen Trugschluss über die Legalität in anderen Ländern.
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In vielen Staaten wird Cannabis dagegen weiterhin als schweres illegales Betäubungsmittel eingestuft. Was in Thailand erlaubt ist, kann woanders zu einer jahrelangen Haftstrafe führen.
Appell der Behörden: Nicht die Zukunft riskieren
Die thailändischen Behörden appellieren daher dringend an alle Reisenden, sich strikt an die Gesetze des Ziellandes zu halten. Weder Unwissenheit noch Vorsatz würden vor dem Verlust der Freiheit und hohen Geldbeträgen schützen.
Die eindringliche Warnung soll verhindern, dass Urlauber und Geschäftsreisende ihren Aufenthalt nicht im Flieger, sondern in einer ausländischen Gefängniszelle beenden.



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