THAILAND – Premierminister Anutin Charnvirakul entschuldigte sich, nachdem eine Kabinettsankündigung zu Verwirrung geführt und Befürchtungen über unkontrollierte Auslandsinvestitionen ausgelöst hatte. Stellvertretende Regierungssprecherin Patdarasm Thongsaluaykorn hatte am 13. Mai Änderungen für acht Geschäftsbereiche verkündet, was online heftige Kritik hervorrief. Anutin stellte klar: Genehmigungen bleiben nötig, die Regierung will nur Verwaltungswege vereinfachen.
Ankündigung am 13. Mai
Die stellvertretende Regierungssprecherin Patdarasm Thongsaluaykorn sagte am 13. Mai, das Kabinett habe beschlossen, Ausländern Erleichterungen für acht Geschäftsbereiche zu gewähren. Ihre Formulierung ließ den Eindruck entstehen, Ausländer könnten diese Bereiche ohne Lizenz betreiben.
Die Aussage löste sofort öffentliche Kritik und Sorge darüber aus, dass thailändische Unternehmer benachteiligt werden könnten. Die anschließende Debatte zog Regierungsspitzen in die Pflicht, Klarheit zu schaffen.
Welche Branchen genannt wurden
Zu den genannten Bereichen zählen Telekommunikationsdienstleister, Treasury-Center, Verwaltungs-, Personal- und IT-Management-Dienstleistungen sowie inländische Bürgschaftsdienstleistungen für Schulden. Diese Aufzählung steht im Mittelpunkt der Kritik und Verwirrung.
Weiter genannt wurden die Vermietung von Teilflächen für elektronische Finanz- und Verkaufsautomaten, Erdölbohrdienste, sonstige Geschäfte unter dem Wertpapier- und Börsengesetz sowie Agenten, Händler, Berater oder Fondsmanager für Derivateverträge, die nicht unter dem Derivatives Act 2003 fallen.
Wütende Stimmen aus den sozialen Medien
Viele Social-Media-Nutzer äußerten Besorgnis, dass die Regierung ausländische Investoren bevorzuge und lokale Arbeitsplätze gefährdet sein könnten. Kritiker fragten, ob die Regeln für Thais weniger vorteilhaft würden.
Einige Kommentare lauteten übersetzt: „Erdölbohrungen ohne erforderliche Genehmigung, aber für thailändische Bürger ist es verboten?“ und „Danke, dass ihr Jobs wie Friseur, Mattenflechten, Stoffweben und Töpfern für uns übrig lasst.“ Diese Reaktionen trugen zur schnellen politischen Reaktion bei.
Premier räumt Kommunikationsfehler ein
Anutin Charnvirakul bezeichnete die Lage als Missverständnis infolge schlechter Kommunikation und entschuldigte sich bei der Öffentlichkeit. Er erklärte, er habe die beteiligten Sprecher auf die Bedenken angesprochen.
Der Premier betonte, Ausländer müssten weiterhin Genehmigungen und Lizenzen einholen, bevor sie in Thailand geschäftlich tätig werden. Die Klarstellung sollte falsche Erwartungen bei Investoren und der Bevölkerung beenden.
One-Stop-Service statt Wegfall von Regeln
Als konkrete Folge plant die Regierung die Einführung von One-Stop-Service-Verfahren, bei denen Investoren Anträge direkt bei den zuständigen Fachbehörden stellen können. Das soll den bisherigen Umweg über das Handelsministerium und doppelte Schritte abschaffen.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Anutin machte deutlich, die Maßnahmen zielen auf die Reduzierung administrativer Doppelarbeit und nicht auf eine Freigabe von Geschäftsaktivitäten für Ausländer ohne Kontrolle. Die Regeln blieben bestehen, nur das Verfahren soll einfacher werden.
Aktueller Stand und Mitbestimmung
Der Premier hat die Verwirrung öffentlich klargestellt, die betroffenen Sprecher wurden angesprochen, und die Regierung arbeitet an praktischen One-Stop-Lösungen für Investoren. Das ist der bisherige offizielle Stand der Regierung.
Was denkst du darüber? Schreib uns deine Meinung in die Kommentare.



Es ist ja fast schon witzig, wenn man sich hier immer wieder über die „Benachteiligung thailändische Unternehmer“ mokiert. Gemeint ist nämlich nur, dass diese vor ausländischer Konkurrenz protektionistisch weiterhin geschützt werden wollen. Man will seinen alten, gepflegten Stiefel weiterführen und der dumme Satz „das Bessere ist der Feind des Guten“ kann gelten wo immer, aber ganz bestimmt nicht in Thailand. Schon gar nicht wenn das Bessere von außerhalb kommen sollte.