Cyber-Mafia flieht aus Südostasien: Wird Sri Lanka das neue Zentrum?

Massenverhaftungen auf Sri Lanka: Hunderte kriminelle Banden aus Kambodscha und Myanmar fluten die Insel mit Cyberbetrug. Wird das Urlaubsparadies nun zum neuen Zentrum für illegale Netzwerke oder gelingt der Behörden-Stopp?

Cyber-Mafia flieht aus Südostasien: Wird Sri Lanka das neue Zentrum?
Nation

Colombo, Sri Lanka – Sri Lanka meldet in diesem Jahr einen starken Anstieg von Festnahmen mutmaßlicher Online-Betrüger und geht verstärkt mit Razzien und Abschiebungen gegen ausländische Kriminelle vor. Behörden sehen, dass Banden aus Kambodscha und Myanmar ihre Operationen auf die Insel verlagern, angelockt von gelockerten Visaregeln und stabilem Internet.

Zahlen: Mehr als 1.000 Festnahmen dieses Jahr

Sprecher Fredrick Wootler sagte, die Polizei habe seit Jahresbeginn mehr als 1.000 ausländische Verdächtige wegen mutmaßlicher Cyberkriminalität festgenommen, die meisten aus China, Vietnam und Indien.

Diese Zahl liegt deutlich über den 430 registrierten Festnahmen für das gesamte Jahr 2024, wie Behörden berichten.

Woher die Täter kommen und wie sie arbeiten

Die Mehrheit der Festgenommenen stammt laut Polizei aus China, Vietnam und Indien und soll Betrugsnetzwerke betreiben, die Opfer in ganz Asien ansprechen.

Typische Maschen sind falsche Liebesbeziehungen, Kryptowährungsanlagen und fingierte Glücksspielplattformen; die Gruppen haben ihre Zielgruppen von chinesischsprachigen Nutzern auf mehrere Sprachen ausgeweitet.

Warum Sri Lanka attraktiv ist

Beamte sagen, dass nach harten Razzien in Kambodscha und Myanmar verlagerten Gruppen neue Stützpunkte in Sri Lanka aufbauen, weil Touristenvisa entspannter sind und das Internet zuverlässig läuft.

Viele Verdächtige nutzten 30-Tage-Touristenvisa für Staatsangehörige aus mehr als 40 Ländern und richteten sich in gemieteten Immobilien von Luxusvillen bis zu Bürogebäuden ein.

Konkrete Razzien und Beschlagnahmungen

Wootler sagte, die Polizei habe in einer einzigen Nacht dieser Woche „fünf Razzien“ in den Küstenbezirken Galle und Matara durchgeführt und dabei 192 indische sowie 29 nepalesische Verdächtige festgenommen.

Weitere 280 ausländische Verdächtige wurden letzte Woche in der Nähe von Colombo festgenommen, im März wurden 135 chinesische Staatsbürger in einem Betrugszentrum festgenommen, und der Zoll stoppte neun Chinesen, die Hunderte gebrauchte Handys und Laptops schmuggeln wollten.

Regionale Reaktion und internationale Zusammenarbeit

Die chinesische Botschaft in Colombo erkannte die geografische Verschiebung an und erklärte: „Die chinesische Regierung misst diesem Trend große Bedeutung bei.“

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China sicherte enge Zusammenarbeit mit sri-lankischen Strafverfolgungsbehörden zu, während die UN schätzt, dass in Südostasien mindestens 300.000 Menschen in Betrugszentren verschleppt wurden.

Behördliche Gegenmaßnahmen und Konsequenzen

Sri Lanka intensiviert Razzien und Abschiebungen, die Einwanderungsbehörden übernehmen stärkere Rollen, Eigentümer werden davor gewarnt, an mutmaßliche Betrüger zu vermieten, und Ermittler prüfen Verbindungen zu einem Cyberangriff auf das Finanzministerium mit einem Verlust von rund 2,5 Millionen US-Dollar. Die Polizei erhält „jeden Tag eine große Anzahl von Hinweisen“ und will ausländische Überzieher abschieben und sicherstellen, dass Beteiligte „von den Gerichten des Landes bestraft werden“.

Zusätzlich wurden Dutzende Sri-Lanker aus Betrugszentren im Ausland gerettet, und das Land Department verschärft die Kontrollen bei der Vermietung von Immobilien, um die Nutzung durch kriminelle Gruppen zu erschweren.

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Quelle: Nation Thailand

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