Drogen-Boss in Bangkok gefasst: Polizei sprengt Dodorima-Netzwerk

Fluchtversuch mit dem Auto endet im Chaos: Ermittler stellten den mutmaßlichen Anführer einer Kokain-Gang. Während der Verdächtige dreist behauptet, er sei nur im Fischhandel tätig, stoßen Beamte auf ein düsteres Finanzgeflecht.

Drogen-Boss in Bangkok gefasst: Polizei sprengt Dodorima-Netzwerk
ONCB

BANGKOK – Drogenfahnder haben am späten Abend des 9. Juni einen mutmaßlichen Chef eines nigerianischen Kokain-Netzwerks in einer Luxuswohnung an der Rama 3 Road festgenommen. Die Polizei beschlagnahmte neben 18 Gramm Kokain auch Bargeld, ein Auto und Markenwaren im Gesamtwert von rund 700.000 Baht. Die Operation trug den vielsagenden Namen „Dem Anführer der Dodorima-Bande die Flügel stutzen“, berichtete die Polizei.

Rückwärtsgang in die Beamten

Der Zugriff erfolgte gegen 22 Uhr. Als der 36-jährige Patrick in die Tiefgarage des Wohnhauses im Bezirk Yan Nawa fuhr, blockierten Beamte des Metropolitan Police Bureau und des ONCB seinen Wagen.

Doch der Verdächtige gab nicht sofort auf. Er soll in Panik den Rückwärtsgang eingelegt und das Auto in Richtung der Polizisten beschleunigt haben. Ein Beamter wurde bei dem Fluchtversuch verletzt, bevor die Einsatzkräfte die Fensterscheibe einschlugen und den Motor abstellten.

Teilgeständnis im Verhör

Patrick befindet sich nun auf der Polizeistation Bang Phong Phang in Gewahrsam. Bei der Vernehmung legte er ein Teilgeständnis ab. Den Besitz und Handel mit Kokain soll er zugegeben haben.

Die schwerwiegenden Vorwürfe der Geldwäsche weist er jedoch vollständig von sich. Er behauptete, sein gesamtes Einkommen stamme aus einem legalen Fischexport-Geschäft zwischen Thailand und Nigeria. Seine Gruppe sei zudem karitativ tätig, gab er an.

Mehr als 380 Millionen Baht im Umlauf

Die Ermittler glauben kein Wort von dieser Wohltätigkeits-Story. Sie vermuten ein ausgeklügeltes System hinter der Tarnung. Das Netzwerk, das unter dem Namen „Dodorima“ operierte, soll ein Ableger der internationalen Gruppe „NBM of Africa“ sein.

Die Finanzermittlungen deuten auf gigantische Dimensionen hin. Allein im vergangenen Jahr soll die Gruppe mehr als 380 Millionen Baht bewegt haben. Patrick, der seit über sieben Jahren in Thailand lebt, soll Geld nach Nigeria transferiert haben, um dort eine große Villa zu bauen.

Romance-Scam und die Spur aus Kokain

Die Festnahme ist die direkte Folge einer Razzia vom 22. Mai. Damals hatten Beamte in Nonthaburi eine Bande von Love-Scammern hochgenommen, sechs Ausländer wurden verhaftet. Bei den Verhören entschlüsselte sich offenbar die enge Verquickung zwischen Liebesbetrug und Kokain-Handel.

Patrick soll sein Rauschgift zunächst in Touristengebieten verkauft haben. Eine entscheidende Spur, die den Fahndern trotz aller Verschleierungsversuche half, war sein eigener fortdauernder Kokain-Konsum, den er zur Pflege von Kontakten zu wichtigen Leuten genutzt haben soll.

Beschlagnahmte Schätze und Chat-Protokolle

Neben dem Kokain klickten für Patrick die Handschellen auch für seine Luxusgüter. Die Beamten stellten sein Auto im Wert von etwa 200.000 Baht sicher, außerdem fast 180.000 Baht in bar, 1.900 US-Dollar und Markenkleidung im Wert von 200.000 Baht.

Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler zudem belastende Chat-Protokolle. In einer privaten Gruppe soll über Kokain-Konsumenten in Thailand diskutiert worden sein. Alle Vermögenswerte wurden dem ONCB zur Sicherung und weiteren Untersuchung übergeben.

Jagd auf Hintermänner geht weiter

Polizeigeneralmajor Theeradet Thamsuthee sieht die Ermittlungen längst nicht am Ende. Die Polizei wird nun eng mit dem ONCB und internationalen Behörden kooperieren, um die Geldflüsse vollständig zu verfolgen.

Im Visier haben die Beamten dabei weitere ausländische und auch thailändische Komplizen, die mit dem Netzwerk verwoben sein sollen. Die einzige Bedeutung, die der Name „Dodorima“ laut Patrick haben soll, konnten die Fahnder übrigens bereits klären: Es heiße einfach nur „Hallo“.

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Quelle: Thaiger

Ein Kommentar zu „Drogen-Boss in Bangkok gefasst: Polizei sprengt Dodorima-Netzwerk

  1. Ohne jetzt insbesondere die Drogenkriminalität in diesem Land bagatellisieren zu wollen. Aber wenn man die dazu täglichen Meldungen im WB nimmt und durch zwei teilt, dann bekommt man davon so ungefähr einen eher realistischen Eindruck. Erst gestern wurde unter dem Titel „Großeinsatz in Bangkok: Boss von Kokain-Ring nach Attacke gefasst“ auf Basis einer Thairath-Meldung berichtet. Nun das gleiche in grün vom „Thaiger“ schon wieder. Nicht auszuschließen, dass man künftig auch Meldungen aus „The Nation“, „Bangkok Post“ oder was weiß ich woher zitiert.
    Mein ganz subjektiver Eindruck ist, die Welt ist schlecht genug. Muss man sie wirklich noch schlechter schreiben?

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