EUROPA – Eine beispiellose Hitzewelle bringt Europa weiter zum Kochen. Am Samstag purzelten erneut Temperaturrekorde, während die Zahl der Hitzetoten auf fast 400 stieg. Rund 150 Millionen Menschen sind derzeit Temperaturen von über 35 Grad ausgesetzt.
41,5 Grad – Neuer deutscher Allzeitrekord
Der zweite Tag in Folge mit einem neuen Hitzerekord: In Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt kletterte das Thermometer am Samstag auf unerträgliche 41,5 Grad Celsius. Dieser Wert pulverisierte den erst einen Tag zuvor in Saarbrücken aufgestellten Rekord von 41,3 Grad.
Deutschland stöhnt unter der Gluthitze. Die deutsche Politikerin Katrin Göring-Eckardt fand auf der Plattform X klare Worte: „Diese Hitze ist kein angenehmes Sommerwetter, sondern eine Gesundheitskrise.“ In Berlin musste die Polizei sogar zwei Wasserwerfer auffahren, um den Bürgern mit Wassernebel wenigstens etwas Abkühlung zu verschaffen.
Tschechien knackt historische Marke
Auch weiter östlich fallen die Rekorde. Das Tschechische Hydrometeorologische Institut meldete von der Station Doksany nördlich von Prag satte 40,8 Grad Celsius – ein historischer Höchstwert für das Land. Die extreme Hitze hat den Osten Europas nun fest im Griff.
Die Wetterbehörden des Landes beobachten die Lage mit großer Sorge. Die Temperaturen liegen weit über dem für die Region Üblichen und stellen die Infrastruktur sowie das Gesundheitssystem auf eine harte Probe.
Dänemarks 50 Jahre alter Rekord gebrochen
Selbst im normalerweise kühleren Norden Europas ächzen die Menschen. Im dänischen Odum nahe Aarhus wurden vorläufig 37 Grad gemessen. Damit fiel der alte Rekord von 36,4 Grad aus dem Jahr 1976, der fast ein halbes Jahrhundert Bestand hatte.
Die Hitzewelle breitet sich unaufhaltsam nach Norden aus und zeigt, dass niemand in Europa vor den extremen Temperaturen sicher ist. Auch die Schweiz erlebte in Basel mit 39 Grad bereits den dritten Juni-Rekord in Folge.
Ein Hitzedom als Todesfalle
„Diese ungewöhnliche Hitzewelle wird durch ein sich langsam bewegendes und langanhaltendes Hochdruckgebiet verursacht, das als ‚Hitzedom‘ bezeichnet wird“, erklärt Ben Rich, Chef-Wettermoderator der BBC. Unter diesem System wird die absinkende Luftmasse komprimiert und erhitzt sich wie in einem Backofen.
Rich fügt hinzu: „Zudem bleibt der Himmel weitgehend wolkenlos, was den Weg für die sengende Sonne frei macht, die die Hitze noch weiter in die Höhe treibt.“ Ein Ende dieser gefährlichen Wetterlage ist vorerst nicht in Sicht.
Hunderte Tote: Hitze treibt Menschen ins Wasser
Die Bilanz wird immer erschreckender. Seit Beginn der Hitzewelle stieg die Zahl der Ertrunkenen in Frankreich, die sich beim Schwimmen abkühlen wollten, auf mindestens 55. Zwei Drittel dieser tragischen Unfälle geschahen an unbewachten Badestellen.
Die Weltorganisation für Meteorologie warnt vor schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit und die Ökosysteme. Die Hitze tötet nicht nur direkt, sondern provoziert auch riskantes Verhalten.
Spanien zählt 327 hitzeassoziierte Todesfälle
Besonders dramatisch ist die Lage auf der Iberischen Halbinsel, wo die Welle ihren Anfang nahm. Das spanische Gesundheitsüberwachungssystem MoMo registrierte allein zwischen Sonntag, dem 21. Juni, und dem vergangenen Donnerstag 327 Todesfälle, die mit dem heißen Wetter in Verbindung stehen.
Zusammen mit den Ertrunkenen in Frankreich und weiteren Opfern in ganz Europa nähert sich die Gesamtzahl der Todesopfer der schockierenden Marke von 400. Und die Hitzewelle dauert an.



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