BANGKOK – Ein japanischer TikToker hat mit einem manipulierten Video auf der Khao San Road einen Einheimischen als Taschendieb abgestempelt. Der Mann verlor seinen Job, wurde von Passanten misstrauisch beäugt und sah sich gezwungen, Anzeige zu erstatten. Nach heftiger Kritik ruderte der Influencer nun zurück.
Jagd nach Klicks endet im Scherbenhaufen
Der Betreiber des Kanals mit rund 600.000 Followern wollte ein vermeintliches Sozialexperiment durchführen. Er stellte die Frage: „Wenn du mit einer aus der Tasche ragenden Brieftasche herumläufst, wird sie gestohlen?“
Für die Aufnahme bat er einen einheimischen Mann, ihm die Geldbörse aus der Tasche zu ziehen. Als Gegenleistung winkten In-Game-Items oder Bargeld.
Mit falscher Bearbeitung zum vermeintlichen Dieb gestempelt
Das anschließend veröffentlichte Material schnitt der TikToker so zusammen, dass Zuschauer den Mann für einen echten Taschendieb halten mussten. Von dem Arrangement war im Clip nichts zu sehen.
Laut der jüngeren Schwester des Betroffenen wusste ihr Bruder nicht, dass das Material in dieser Form veröffentlicht wird. Er habe nicht geahnt, dass er als Krimineller dastehen würde.
Touristen und Anwohner wenden sich ab
Nachdem das Video viral ging, änderte sich das Leben des Mannes schlagartig. Er wurde auf der Khao San Road von Touristen und Menschen aus der Gegend mit Misstrauen betrachtet.
Die Folge: Er verlor vorübergehend seine Arbeit. Sein Ruf war in dem belebten Ausgehviertel beschädigt.
Opfer erstattet Anzeige bei der Polizei
Der Betroffene wehrte sich und ging zur Chanasongkhram Police Station. Er reichte eine Anzeige wegen Rufschädigung ein.
In offiziellen Dokumenten, die im Netz kursieren, heißt es, das Video habe nicht nur seinen Ruf ruiniert, sondern auch dem Tourismusimage der Khao San Road geschadet.
Wütende Stimmen aus Japan fordern Konsequenzen
In japanischen Online-Communities schlugen dem TikToker massive Vorwürfe entgegen. Viele Nutzer kritisierten, dass die Sicherheitslage in Thailand völlig verzerrt dargestellt wurde.
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Zahlreiche Stimmen forderten rechtliche Schritte oder sogar eine Sperrung des Kanals. Andere kommentierten, man hätte das Gesicht des Teilnehmers von Anfang an unkenntlich machen müssen.
TikToker zeigt Reue und hilft bei Wiedereinstellung
Der Influencer veröffentlichte ein Entschuldigungsvideo. Er gab zu, den Inhalt allein für mehr Aufrufe produziert und damit dem Opfer sowie seiner Familie Leid zugefügt zu haben.
Nachdem die Schwester des Mannes ihn kontaktiert hatte, nahm er eine Klarstellung für den Arbeitgeber auf. Laut TikToker durfte der Mann daraufhin an seinen Arbeitsplatz zurückkehren.



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