Bangkok – Die thailändische Sonderermittlungsbehörde DSI holt zum großen Schlag gegen ein mutmaßliches Forex-Betrugsnetzwerk aus. Gleich 30 Haftbefehle will die Behörde beantragen. Unter den Beschuldigten: ein prominenter Abgeordneter der Volkspartei.
DSI jagt Forex-Netzwerk
Polizeigeneralleutnant Ruttapol Naowarat, der Justizminister, bestätigte am 13. Juli, dass das DSI die Haftbefehle beim zuständigen Gericht vorbereitet. Betroffen sind sowohl natürliche als auch juristische Personen. Die Ermittler haben ein weit verzweigtes System aus Scheinfirmen, Geldweiterleitern und digitalen Vermögenswerten aufgedeckt.
Die Spur des Geldes führt über mehrere Firmengeflechte. Im Kern steht der Verdacht der Geldwäsche in großem Stil. Die Beweise stützen sich auf penibel ausgewertete Finanztransaktionsdaten und auffällige Verhaltensmuster der Beteiligten.
Das Firmen-Karussell der Geldwäsche
Die Ermittlungen konzentrieren sich auf drei Gruppen. Zuerst die Zahlungsdienstleister: Die Rainy Corporation und Pay Solution sollen als reine Fassaden fungiert haben, um Geldströme zu kanalisieren. Von dort floss das Geld weiter.
Dann die Weiterleiter: Die Firmen ALPFX Plus und Spark Digital schoben die Summen weiter, bevor sie auf privaten Konten landeten. Die dritte Gruppe fiel durch die Umwandlung von Vermögenswerten auf. Geld von Bankkonten wanderte gezielt zu Anbietern digitaler Vermögenswerte wie Bitkub Online.
Abgeordneter unter massivem Verdacht
Im Zentrum der Finanzströme identifizierten die Beamten einen prominenten Namen: Pawut Pongvitayapanu, Listenabgeordneter der Volkspartei. Er gilt als Untersuchter Nummer 1 und soll eine Schlüsselrolle beim Empfang und der Weiterleitung von Geld gespielt haben.
Die Kontobewegungen sind erdrückend. Allein von der Firma Spark Digital gingen 14 Überweisungen zu je zwei Millionen Baht ein. Gesamtsumme an einem einzigen Tag, dem 18. Juli 2024: 28 Millionen Baht. Die kumulierten Transaktionen auf seinen Wegen belaufen sich auf über 833 Millionen Baht.
Verteidigung mit Gold
Pawut weist die Vorwürfe entschieden zurück. Gegenüber dem DSI und Medien erklärte er, die 28 Millionen Baht stammten aus Erlösen seines privaten Goldhandels. Er habe bereits entsprechende Dokumente als Zeuge eingereicht.
„Pawut erklärt detailliert den Besuch beim DSI, weist Verwicklung in Scammer-Geschäfte und Geldwäsche zurück“, fasst der Bericht seine Position zusammen. Für das DSI bleibt er dennoch eine zentrale Figur im Ermittlungsgeflecht.
Unschuldsvermutung und nächste Schritte
Das Verfahren steckt derzeit noch in der Phase der Ermittlungsbeamten. Das DSI betont ausdrücklich, dass alle beschuldigten Personen und Firmen bis zu einem rechtskräftigen Urteil als unschuldig gelten. Sie haben das volle Recht, die Vorwürfe juristisch zu entkräften.
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Für den 15. Juli hat der Staatssekretär des Innenministeriums zudem eine Bekanntgabe zu 5.000 Personen mit abweichenden Ergebnissen angekündigt. Ein Termin, der unabhängig vom Forex-Fall für Aufmerksamkeit sorgt.



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