CHIANG MAI, THAILAND – Ein 20-jähriger Mann soll mit seiner Gruppe Rache an einer rivalisierenden Gang genommen haben. Dabei erfasste er mit einem Pick-up eine 24-jährige Pflegeassistentin, die auf dem Weg zu ihrer Schicht vorbeikam und Verletzten helfen wollte. Die Frau starb später an ihren Verletzungen. Die Polizei hat inzwischen Verdächtige aus beiden Gruppen festgenommen.
Pflegeassistentin wollte Verletzten helfen und wurde erfasst
Die 24-jährige Popi arbeitet als Pflegeassistentin am Maharat Nakhon Chiang Mai Krankenhaus. In der Nacht des 1. November fuhr sie mit dem Motorrad zu ihrer Schicht. Als sie die Szene sah, ging sie davon aus, dass jemand bei einem Unfall verletzt worden war.
Sie hielt an und stieg aus, um zu helfen. Dabei wurde sie von dem Pick-up erfasst und schwer verletzt. Die Frau erlag später ihren Verletzungen.
Streit zwischen zwei Gruppen eskalierte auf offener Straße
Laut Polizei sammelte der 20-Jährige, ein Angehöriger der Volksgruppe der Shan mit myanmarischer Staatsbürgerschaft, Freunde um sich. Sie zogen los, um sich an der Gruppe um den sogenannten Bang Phik zu rächen, mit der es zuvor Streit gegeben hatte.
Auf der Straße vor einem Lokal in Tha Sala im Bezirk Mueang kam es zu einem Handgemenge. Dabei fielen Schüsse, und die Beteiligten warfen sogenannte Pingpong-Bomben. Danach flüchteten die Gruppen in verschiedene Richtungen.
Polizei wertet Kameraaufnahmen aus und nimmt Verdächtige fest
Ermittler der Polizeiwache Mae Ping, der Ermittlungseinheit der Provinzpolizei Chiang Mai und einer regionalen Ermittlungseinheit untersuchten den Tatort. Sie verfolgten die Fluchtwege anhand von Überwachungskameras entlang der Strecke.
Am Ende nahmen die Beamten Mitglieder beider Gruppen fest. Einige Verdächtige meldeten sich laut Polizei auch selbst bei den Behörden. Die Polizei beschlagnahmte sieben Autos und fünf Motorräder, als Beweismittel.
Vorwürfe reichen von rücksichtslosem Fahren bis zur Bandenbildung
Dem 20-Jährigen wirft die Polizei rücksichtsloses Fahren vor. Außerdem soll er nach dem Zusammenstoß Fahrerflucht begangen haben. Zusätzlich lautet der Vorwurf auf Bildung einer kriminellen Bande.
Gegen 20 Mitglieder der Gruppe Bang Phik erhob die Polizei bereits am Vortag den Vorwurf der Bandenbildung. Weitere Vernehmungen der jungen Männer aus der Gruppe des Verdächtigen stehen noch aus. Die Beamten müssen die Aussagen beider Seiten abwarten, bevor sie weitere Anklagen erheben.
Verdächtiger schweigt, Freunde rufen ihm Mut zu
Als Reporter den Verdächtigen fragten, warum er den Pick-up gefahren habe und ob er die Tat zugebe, schwieg er. Auch ob er Reue empfinde oder den Angehörigen der Verstorbenen etwas ausrichten wolle, beantwortete er nicht. Er entschuldigte sich ebenfalls nicht bei der Familie der Frau.
Lesen Sie auch: Mönch überfährt Frischvermählte und flieht
Beim Einsteigen in den Polizeiwagen riefen Freunde des Mannes ihm zu, die Probleme würden sich bald lösen. Die Polizei bat die Gruppe, vor der Wache zu warten. Anschließend befragte die Polizei ihn weiter, nahm seine Fingerabdrücke und brachte ihn zum Provinzgericht Chiang Mai, um Untersuchungshaft zu beantragen. Am Nachmittag sollen mehrere Begleiter des Verdächtigen zur Vernehmung erscheinen, einige davon könnten ebenfalls angeklagt werden.
Lesen Sie auch: Wegen schlechter Noten: Betrunkener Vater schießt in Schule

Wichtiger Hinweis für unsere Leser
Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln: