PHUKET, Thailand – Eine neue Welle von Firmenprüfungen rollt auf Phuket zu. Das Innenministerium hat seine Jagd auf mutmaßliche Strohmann-Unternehmen, die ausländischen Investoren illegal die Kontrolle über thailändischen Boden und Geschäfte ermöglichen, massiv ausgeweitet. Rund 200 weitere Firmen sollen nun ins Visier der Ermittler geraten, während gegen Dutzende Betriebe bereits die Zwangsschließung läuft.
200 weitere Firmen auf der Abschussliste
Die Schlinge zieht sich enger. Nachdem die Behörden bereits 159 verdächtige Unternehmen an ein spezielles Untersuchungskomitee überstellt haben, wird die nächste Phase vorbereitet. Die Namen von etwa 200 zusätzlichen Firmen sollen dem Ausschuss nun zur genauen Prüfung vorgelegt werden.
Der stellvertretende Innenminister Polapee Suwunchwee bestätigte am Montag das harte Vorgehen. Gegen 39 Unternehmen wurden bereits konkrete rechtliche Schritte eingeleitet. Weitere 34 Firmen erhielten die Aufforderung, ihren Geschäftsbetrieb sofort einzustellen.
Heuhaufen mit über 10.000 Strohhalmen
Die Dimension der Überprüfungen ist gewaltig. Auf der Ferieninsel sind mehr als 10.000 Unternehmen registriert. Die Fahnder haben daraus über 400 Firmen gefiltert, bei denen der dringende Verdacht auf illegale Strohmann-Strukturen besteht.
Die Ermittler prüfen minutiös, ob thailändische Staatsbürger nur zum Schein als Anteilseigner auftreten. Der wahre wirtschaftliche Profit, so der Verdacht, fließt in die Taschen ausländischer Hintermänner, die so das strikte thailändische Boden- und Firmenrecht unterlaufen.
Datenabgleich soll Trickser enttarnen
Um die undurchsichtigen Netzwerke zu sprengen, spannt das Innenministerium nun eng mit dem Handelsministerium zusammen. Ein zentraler Hebel ist der Abgleich von Daten: Firmenregister werden detailliert mit den Eigentumsverhältnissen von Grundstücken abgeglichen.
Diese neue Form der digitalen Spurensuche soll die typischen Tarnmuster rasch entlarven. Passt das Kerngeschäft einer Firma nicht zum wertvollen Grundbesitz, den sie hält, schrillen bei den Prüfern die Alarmglocken.
Anutin setzt seine Sheriffs auf die Insel an
Die Operation steht unter direkter Aufsicht von Premierminister und Innenminister Anutin Charnvirakul. Mit der Umsetzung hat er seine beiden Stellvertreter Polapee Suwunchwee und Worasit Liangprasit betraut. Die Minister machten sich am Sonntag selbst ein Bild der Lage vor Ort.
Der Besuch war ein klares Signal, dass Bangkok es ernst meint mit der Säuberungsaktion. Die beiden ranghohen Politiker ließen keinen Zweifel daran, dass die Zeit der Strohmänner auf Phuket ablaufen soll.
Brisanter Auftrag an das Liegenschaftsamt
Ein besonders heikler Auftrag ging direkt an die Beamten des Liegenschaftsamtes. Sie müssen nun sämtliche Landdokumente verdächtiger Firmen auf den Prüfstand legen. Dabei geht es um die Rechtmäßigkeit der Ausstellung und die Grundlage, auf der die Besitztitel einst vergeben wurden.
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Sollten hier Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe auftauchen, droht den Profiteuren nicht nur der Verlust der Firmen. Auch der lukrative Grund und Boden, der oft über Jahrzehnte gehalten wurde, stünde auf der Kippe.
"Wir schauen uns jeden Beamten an"
Doch nicht nur die Geschäftsleute müssen zittern. Polapee Suwunchwee betonte, dass die Behörden ein ordnungsgemäßes Verfahren durchziehen – und zwar in beide Richtungen. Untersucht wird nicht nur, wer als Strohmann gegen das Gesetz verstoßen hat.
Auch korrupte Beamte, die solche Machenschaften durch das Genehmigen falscher Papiere oder das Wegschauen aktiv ermöglicht haben, geraten ins Visier. Das Ministerium will die illegalen Netzwerke samt ihren staatlichen Helfern ausheben.
Milliarden-Razzia und 48 Festnahmen
Wie lukrativ und kriminell das Geschäft ist, zeigte erst eine spektakuläre Razzia Anfang des Monats. In einer konzertierten Aktion in Phuket, Phang Nga und Krabi beschlagnahmte die Polizei Vermögenswerte in unvorstellbarer Höhe von mehr als einer Milliarde Baht.
48 thailändische und ausländische Verdächtige wanderten in Handschellen ab. Die Fahnder identifizierten damals Dutzende Firmen, die mit thailändischen Aktionären als willfährigen Strohmännern operierten und so den Staat jahrelang austricksten.
Nächster Besuch bereits im Kalender
Die Arbeit auf der Insel geht jetzt Schlag auf Schlag weiter. Ein gemeinsames Update mit den Spezialisten des Liegenschaftsamtes ist bereits für Donnerstag oder Freitag anberaumt. Dann dürfte es neue Details zu den geprüften Dokumenten und den nächsten Stilllegungen geben.
Um den Druck aufrechtzuerhalten, wollen die beiden stellvertretenden Minister zudem innerhalb von zwei Wochen erneut nach Phuket reisen. Das Signal an die Szene ist glasklar: Die Razzien waren erst der Anfang, die Kontrollen werden zum Dauerzustand.



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