Polizei nimmt Super-Admin illegaler Websites fest

Über das Netzwerk sollen täglich mindestens fünf Millionen Baht geflossen sein. Die Betreiber verschleierten ihre Identität mit Cloudflare, Cloud-VPNs und virtuellen Servern.

Polizei nimmt Super-Admin illegaler Websites fest
Matichon

NAKHON PATHOM, THAILAND – Die thailändische Polizei hat eine 29-jährige Frau festgenommen, die als „Super-Admin“ die Finanzsysteme von elf großen Online-Glücksspielmarken kontrolliert haben soll. Nach den Ermittlungen liefen über das Netzwerk täglich mindestens fünf Millionen Baht, monatlich mehr als 100 Millionen Baht. Die Verdächtige soll Ein- und Auszahlungen in Baht und Kryptowährungen freigegeben haben.

Super-Admin kontrollierte elf Glücksspielmarken

Die Ermittler nahmen die Frau am 15. August in einem Haus im Bezirk Sam Phran in der Provinz Nakhon Pathom fest. Ihr Nachname wurde nicht veröffentlicht.

Nach Angaben der Polizei verwaltete sie die Systeme von JUN88, MK8, VV72, TH26, F168/7F168, PG688, BT678, OKVIP, JL69, NM9 und K188. Die Plattformen boten unter anderem Live-Casino, Spielautomaten, Baccarat, Kartenspiele, Sportwetten und Online-Lotterien an.

Cloud-Systeme erschwerten die Suche

Die Ermittler der Abteilung für Wirtschaftskriminalität verfolgten die Betreiber über die technischen Strukturen der Webseiten. Das Netzwerk nutzte Cloudflare und Cloud-VPNs, um seine Identität zu verschleiern.

Die Server standen nicht an einem festen Ort. Stattdessen mietete das Netzwerk virtuelle Server über sogenannte Cloud-VPS-Dienste. Nach der Auswertung der Cloud-Spuren fanden die Beamten eine Verbindung zur später festgenommenen Systemkontrolleurin.

Mindestens fünf Millionen Baht pro Tag

Die Prüfung der Transaktionen ergab nach Darstellung der Polizei einen durchschnittlichen Geldumsatz von mindestens fünf Millionen Baht pro Tag. Das entspricht mehr als 100 Millionen Baht im Monat.

Um Kunden zu gewinnen, soll das Netzwerk seine Angebote über soziale Medien beworben haben. Die Super-Admin hatte die Befugnis, Ein- und Auszahlungen in thailändischer Währung sowie in Kryptowährungen zu genehmigen.

Ausbildung in Poipet

Bei ihrer Befragung soll die Frau die Vorwürfe eingeräumt haben. Sie erklärte, zuvor im Servicebereich eines Unterhaltungsbetriebs in Poipet in Kambodscha gearbeitet zu haben.

Im Oktober 2025 habe sie sich über eine Facebook-Seite als Administratorin beworben. Anschließend sei sie im siebenstöckigen OKVIP-Gebäude in Poipet geschult worden, wo mehr als 100 Beschäftigte mit Online-Glücksspielangeboten gearbeitet hätten.

Vier Monate Schulung und zwei Monate Probezeit

Die Frau soll mehr als vier Monate lang ausgebildet worden sein und anschließend eine zweimonatige Probezeit absolviert haben. Dabei lernte sie nach eigenen Angaben Aufgaben in den Bereichen IT, Marketing, Ein- und Auszahlungen, Kontoverwaltung, Bargeldabhebung und Risikokontrolle.

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Ihr Monatslohn einschließlich Provisionen habe mindestens 30.000 Baht betragen. Zusätzlich sei sie in der Kryptowährung USDT bezahlt worden, die auf ihre persönliche digitale Geldbörse überwiesen wurde.

Rückkehr nach Thailand nach Razzien in Kambodscha

Im Februar 2026 soll die Frau nach Thailand zurückgekehrt sein, nachdem kambodschanische Behörden verstärkt gegen Online-Glücksspielseiten vorgegangen waren. Ein Vorgesetzter, den sie als „Big Boss“ bezeichnete, habe ihr die Kontrolle über das System und die Verwaltung der Kundendaten übertragen.

Sie arbeitete nach eigenen Angaben in der Nachtschicht von 20 bis 8 Uhr. Pro Schicht seien in Thailand höchstens vier Personen eingesetzt worden. Der Zugriff erfolgte über ein VPN, Anweisungen kamen über Discord; insgesamt habe sie zehn Benutzerkonten erhalten.

Zahlungen rund um die Uhr gesteuert

Zu ihren Aufgaben gehörte es, die Codes der Überweisungsbefehle zu prüfen und die Beträge in Baht und USDT abzugleichen. Sie bestätigte auch die Gutschrift auf Kundenkonten, wenn die automatische Verarbeitung ausfiel, und genehmigte Auszahlungen nach den Angaben der Prüfungsabteilung.

Außerdem steuerte sie die Zahlungsschnittstellen. Dafür wechselte sie je nach Zeit die für Überweisungen geöffneten Bankkonten und testete mehr als 25 systemexterne Zahlungswege, über die rund um die Uhr QR-Codes für Baht und Kryptowährungen erstellt werden konnten.

Polizei sucht weitere Beteiligte

Die Polizei brachte die Festgenommene zur Ermittlungsstelle der Polizeiwache Pho Kaeo im Bezirk Sam Phran. Dort soll sie wegen des Verdachts angeklagt werden, unerlaubtes Online-Glücksspiel beworben, Kunden angeworben und entsprechende Spiele organisiert zu haben.

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Die Ermittler wollen nun die Geldflüsse weiter prüfen, Vermögenswerte aufspüren und beschlagnahmen. Außerdem suchen sie nach den Drahtziehern, den Nutznießern und weiteren Beteiligten des mutmaßlich grenzüberschreitenden Glücksspielnetzwerks.

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Quelle: Matichon
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